Glückaufkampfbahn Schalke

Titelkampf, Derbytag, DFB-Pokal-Qualifikation. Wenn das kein Anreiz ist. Abgesehen vom reizvollen Derby und dem Titel des Westfalenpokalsiegers stand vor allem die Qualifikation zur DFB-Pokal-Teilnahme 2003/2004 im Vordergrund. Und was war im Vorfeld nicht alles geschehen. Sowohl beim Meisterschaftsspiel der A-Jugend in der verbotenen Stadt, wie auch beim Westfalenpokalfinale der B-Jugend in selbiger sind die Anhänger der Leuchtkäfer mehr als nur aus dem Rahmen gefallen.

Aber so sind sie: Jahrelang haben sie bei Jugendspielen eine Abordnung von 6 Verlaufenen dabei, und plötzlich auf dicke Hose machen. Also, kurz um: Heute ging es nicht nur um die Wurst, sondern um den ganzen Grill!

Und, unsere Jungs waren heiß, schworen sich bereits 1,5 Stunden vor dem Spiel mit einem Kreis im Stadion ein. Und nach und nach füllte sich die altehrwürdige Stätte. Etwa 5 Minuten vor dem Anpfiff kamen dann auch die nicht gern gesehen Schreihälse aus der Nachbarstadt. Und schon konnten sich alle Anwesenden in der Kampfbahn davon überzeugen, dass es hier um mehr ging als um Pommes und Cola. Hinter der Kurve gab es die ersten Scharmützel und Hassgesänge, welche sich auch während des Spiels munter fortsetzten.

Zum Spiel:
Unsere Mannschaft beginnt offensiv, hat die größeren Spielanteile. Klare Chancen bleiben aber zunächst aus. Der Gast kann erst nach einer Viertelstunde das Spiel etwas offener gestalten, die leicht bessere Mannschaft bleibt aber der S04. Noch ist viel von Taktik geprägt. Doch dann die 26. Minute: Ein Freistoß aus 20 Metern, halblinks, für die Nachwuchsgötter: Nicht wenige sehen sich jetzt an, und sagen: „Pass auf, ein-null, der Tim“. Jau, und recht hatten se! Ein Krachen am rechten Pfosten und ab ins Netz. 1:0 für Gut gegen Böse! Und weil das dem Tim Hoogland so viel Spaß gemacht hat, macht er das in der 33. Minute direkt noch einmal. Aber damit es nicht zu einfach wird legen wir den Ball noch einmal 8 Meter zurück. Anlauf – rumms – jetzt im linken Winkel: 2:0.
Nur 1 Minute später: Kopfball Hesse, welchen Demuth gerade so eben noch parieren kann. „Schwatz-Gelb“ von der Rolle; wäre in diesen 3 Minuten das 3:1 gefallen, der Drops wäre gelutscht gewesen. Stattdessen passiert das, was dann eigentlich immer passiert. Die Boekampschützlinge fummeln in unserem heiligen 16er rum, kommen zu fall und bekommen einen Elfmeter. Unter dem Versuch die Vereinsbrille beiseite zu legen würde ich auf „schmeichelhaft“ plädieren. Den Strafstoß verwandelte dann Aledrissi in der 37. Minute. Dies war auch der Pausenstand, obwohl Takyi und Delura nochmals Möglichkeiten hatten das Ergebnis auf 3:1 hoch zu schrauben.
Anfang der zweiten Hälfte plätscherte das Spiel mehr oder weniger so dahin, bis in der 59. Minute die kalte Dusche kam. Andre Heitmeier hatte bei seiner Aktion viel zu viel Platz und konnte auf Wood auflegen, welcher keine Probleme hatte den Ball zum Ausgleich ins Netz zu schieben (58.). Wer aber glaubte, das unsere Truppe nun geschockt gewesen wäre, der sah sich getäuscht. Es entwickelte sich nun ein recht offenes und dynamisches Spiel, und auch die Stimmung brodelte. Und dann der entscheidende Moment: Selcuk Dede setzt sich auf der rechten Seite durch und gibt den Ball halbhoch nach innen. Wer ist da: „Charly Takyi“, eher am Ball als sein schlecht angezogener (diese Farben!) Gegner, und bugsiert den Ball ins Netz!
3:2 und „Charly“ hatte sich sein schönstes Abschiedsgeschenk selbst gemacht. Danach gibt es noch Chancen auf beiden Seiten, wobei „die Blauen“ die dickeren auf ihrer Seite hatten, natürlich auch bedingt durch die nun offener spielenden Gäste. Zählbares gab es aber nur noch an Zeitstrafen: Für den BvB durfte Hoffmann den Platz verlassen, auf unserer Seite in der Nachspielzeit Stephan Bork.

Dann aber war es aus:
DER S04 HAT DOCH NOCH EINEN TITEL. HIPP HIPP HURRA! Der Westfalenpokalsieger kommt erneut aus Gelsenkirchen.
Herzlichen Glückwunsch und Glückauf.

Bis zur neuen Saison

Und zum Abschluss hier noch der Zeitungsbericht:
Die A-Jugend des FC Schalke 04 gewinnt wie im Vorjahr den Westfalenpokal. Sie schlugen am Donnerstagabend in der Glückaufkampfbahn vor über 1.000 Zuschauern den Nachwuchs aus Dortmund mit 3:2 (2:1). Somit qualifizierten sie sich auch für den DFB-Pokal in der kommenden Saison und machten ihrem scheidenden Trainer Flath ein passendes Abschiedsgeschenk.
Derbystimmung in der alten Glückaufkampfbahn. Schalke gegen Dortmund lockte die Massen in die Glückaufkampfbahn, zumal es ja auch um einen Titel ging. Und den besseren Start erwischten die Gelsenkirchener. 15 Minuten hatte die Mannschaft von Thomas die eindeutig größeren Spielanteile, auch wenn es die ganz großen Chancen noch nicht zu bewundern gab. Danach spielte der Gast etwas mehr mit, konnte aber ebenfalls keine entscheidenden Akzente setzen. Diese setzte dafür Tim Hoogland in der 26. und 33. Minute mit einem Traumtordoppelschlag. Mit zwei herrlichen Freistoßtoren aus 20 und 28 Metern, einer rechts, einer links, brachte er die Königsblauen auf die Siegerstraße. Takyi und Delura hatten zu dem die Möglichkeit das Ergebnis noch vor der Pause zu erhöhen. Stattdessen gelang den Borussen durch einen zweifelhaften Elfmeter der Anschlusstreffer. In der zweiten Hälfte plätscherte das Spiel dann eine gute Viertelstunde mehr oder weniger dahin, bis Wood plötzlich auf Vorlage von Heitmeier den schmeichelhaften Ausgleich erzielte. Nun entwickelte sich ein offenes Spiel, wobei auch die Stimmung im Rund eindeutig hörbar besser wurde. In der 67. Minute dann die Entscheidung des Spiels. Dede setzt sich am rechten Flügel durch und gibt den Ball noch innen. Dort ist Charles Takyi schneller als sein Gegenspieler und bugsiert den Ball zum 3:2 über die Linie. Der BVB versuchte noch einmal Druck zu machen, die größeren Chancen hatten aufgrund von Kontern aber weiterhin der FC Schalke. Nach je einer Zeitstrafe und vierminütigem Nachspielen war es dann aber vollbracht. Der A-Jugend des FC Schalke 04 verabschiedet sich doch noch mit einem Titel.
Schalke: Lenz, Seiffert, Talarek, Petereit, Hoogland, Aziz (68. Bork), Dede (72. Nawatzki), Isailovic (87. Durmaz), Hesse, Takyi (90. Westerhoff), Delura
Tore: 1:0,2:0 Hoogland (26. und 33.) 2:1 Aledrissi (FE 37.) 2:2 Wood (58.) 3:2 Takyi (67.)

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