Hier gehts zum -> Preisvergleich 09/10

(Stand: Feb.07)

Wie jede neue Saison, so bringt auch diese jede Menge Änderungen: neue Spieler, neue Ziele, neue Vereine, und nicht zuletzt auch: neue Preise.

Der im Rahmen der Diskussion um Eintrittspreise, die der FC Schalke 04 vor über einem Jahr mit seinen Fans führte, erstellte Preisvergleich ist also nicht mehr aktuell, machte es aber möglich, ihn mit vergleichsweise geringerem Aufwand zu aktualisieren, auch wenn einige Vereine ihre Preisstruktur hinsichtlich der Blockaufteilung im Stadion oder der Anzahl der Topspiel-Kategorien verändert haben.

Neben den reinen Eintrittspreisen wurden diesmal auch Konditionen zu Vereins-Mitgliedschaft, Verteilung der Auswärtskarten, Parkgebühren und Ähnlichem eingeholt, und nicht zuletzt wurde dabei auch registriert, wie zugänglich sich die Vereine der Fußball-Bundesliga dabei zeigten.

1. Vorgehen

Die Informationen über die jeweiligen Preise und Kategorien stammen zum größten Teil aus dem Internet. Zusätzlich wurde Mitte Juli 2006 eine gleichlautende eMail mit etwa einem dutzend Fragen an alle 18 Vereine gesendet, und deren Reaktion darauf ausgewertet.

Wo nötig und möglich, wurde versucht, fehlende Informationen durch Telefonate zu ergänzen. Dennoch bleiben Lücken, und zu manchen Punkten mussten Annahmen getroffen werden, meist im Bereich der TopSpiel-Einordnung der diversen Partien. Diese Annahmen basieren auf den Werten der letzten Saison und auf eigener Erfahrung, und die Annahmen werden korrigiert, sobald die Vereine die notwendigen Informationen veröffentlichen (d.h.: je später in der Saison, desto „korrekter“ und „vollständiger“ sind die Vergleichszahlen).

Als sehr nützlich, wenn auch leider mit erheblichem Aufwand verbunden, erwies sich die inzwischen bei vielen Vereinen eingeführte Möglichkeit der Online-Ticket-Bestellung. Nur so ließen sich beispielsweise frühzeitig die Tageskarten-Preise des 1.FC Nürnberg ermitteln. Dort, ebenso wie bei Hertha BSC Berlin und dem Hamburger SV, war dies auch die einzige Möglichkeit, festzustellen, in welche Preis-Kategorie der jeweils nächste Gegner eingeordnet wird. Zudem gibt es Vereine, die sich während der Saison nicht mehr an ihre veröffentlichte Preisstaffel halten, d.h. „heimlich die Preise anheben“, was allerdings im Online-Ticketing auffällt, sofern man auf solche Praktiken aufpasst.

2. Stadien / Platzkategorien

Beim Vergleich der Preise bei 18 verschiedenen Vereinen stellen sich einige Probleme. Es fängt damit an, dass die Stadien völlig unterschiedlicher Natur sind. Laufbahn oder nicht? Überdacht oder nicht? Tribüne mit einem, zwei, oder gar drei Rängen? Selbst bei architektonisch sehr ähnlichen Stadien unterscheidet sich die Einteilung der Blöcke in Preiskategorien bisweilen massiv, reicht vom klassischen „Pyramiden-Modell“ (zB Berliner Olympiastadion) über „Schachtel“ (zB Bayer Leverkusen) bis zu „Spaghetti-Wahnsinn“ (Borussia Dortmund).


Unterschiedliche Blockeinteilung diverser Stadion-Architekturen

Um trotz dieser immensen Unterschiede eine Vergleichbarkeit herzustellen, wird hier folgendes Vorgehen gewählt:
a. es werden vordefinierte Standorte zum Spielfeld miteinander verglichen
b. Plätze ohne Überdachung und ohne „Trocken-Garantie“ bleiben unberücksichtigt (zB bei Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach), ebenso wie Business-Seats, VIP-Sessel und ähnliche Spezial-Konstrukte, deren Vergleichbarkeit durch eventuelle Zusatzleistungen (Getränke, Essen, Parkplatz,…) kaum gewährleistet ist.
c. Unberücksichtigt bleiben auch solche Plätze, bei denen eine Sichtbehinderung angezeigt, oder aus eigener Erfahrung bekannt ist (zB untere Reihen in Mainz, Vortribüne in Dortmund, Hinter Pfeilern in Berlin, …)
d. Es wird in jedem Stadion die Position verwendet, die dem jeweils betrachteten Standort am nächsten kommt. Bei Stadien mit nur einem Rang (zB Bayer Leverkusen) wird also bei Betrachtung des Oberrangs die jeweils höchste Position im Unterrang herangezogen. Im Falle „Marathontor in Berlin“ wird für die Zentrale Sitzposition hinter dem Tor ein Block direkt daneben betrachtet, ebenso dort, wo „Hintertor“ keine Sitzplätze bzw. keine überdachten Stehplätze vorhanden sind.
e. Gibt es zu einer Sichtposition unterschiedlich gepreiste Plätze (häufig bei Haupt- und Gegentribüne der Fall), so wird für den Vergleich immer der jeweils günstigste Preis verwendet. Ausnahmen von dieser Regel werden explizit erwähnt.


Standorte, die zum Vergleich herangezogen werden

3. Qualität der Zahlen

Bei Tageskarten gibt es bei den diversen Vereinen die unterschiedlichsten Konditionen. Gebühren fallen manchmal nur bei Online-Käufen an, manchmal nur am Spieltag, oder am Stadion, oder, oder, oder. Häufig erheben diejenigen Vereine eine Vorverkaufsgebühr, deren Stadion meist „voll“ sind, während die anderen Vereine genau das Gegenteil praktizieren und den Kauf an der Tageskasse zusätzlich verteuern. Insofern kann der tatsächlich zu zahlende Preis für eine Tageskarte abweichen von den verwendeten Zahlen.

Um Vergleichbarkeit herzustellen werden für die Tageskarten-Vergleiche daher die publizierten Eintrittspreise verwendet, und zwar inklusive der Vorverkaufsgebühr und gemittelt über alle etwaigen Kategorien (bei vielen Vereinen variiert der Preis je nach Gegner).

Nicht betrachtet wurden Sonderaktionen, wie beispielsweise die 7.77€-Aktion von Hertha-BSC bei Lidl, die McDonalds-10€-Aktionen (Hamburger SV und Arminia Bielefeld), oder die bei Mainz05 bisweilen angewendete Praxis, Auswärtskarten unter Originalpreis abzugeben.

Exakt vergleichbar sind dagegen die Preise der Dauerkarten, denn hier gibt es keine kurzfristigen Aufschläge, keine zusätzlichen Gebühren usw. Es gibt Vereine, die auch Dauerkarten für Teile der Saison oder für „alle Spiele außer gegen Bayern München“ anbieten - verwendet wurden hier in jedem Fall die vor der Saison publizierten Preise für Ganzjahreskarten, in denen alle 17 Bundesligaspiele, und möglichst nur diese, enthalten sind.

Die Saison 2006/07 ist insofern etwas außergewöhnlich, da zu Jahresbeginn, also mitten in der Saison, die Mehrwertsteuer angehoben wurde. Einige Vereine haben dies, natürlich ohne das besonders publik zu machen, zum Anlass genommen, ihre Preise für Tageskarten in der Winterpause zu erhöhen, manchmal sogar sehr deutlich. Da nicht zu erwarten ist, dass diese Vereine nach der Saison ihre Preise wieder senken, werden für den Vergleich nur diese höheren Preise herangezogen.

4. Tageskarten – Preise / Vergleich

Bei fast allen Vereinen können Mitglieder nicht nur Dauerkarten, sondern auch Tageskarten verbilligt bekommen – in den hier verwendeten Zahlen werden beim Vergleich der Tageskarten-Preise diese Mitglieder-Rabatte nicht betrachtet, sondern es wird der „Normalpreis“ verwendet.

Es folgen diverse Diagramme mit den Preisen für die jeweilige Position im Stadion.


Bayer04: Stehplatzpreis für Gäste verwendet. In Cottbus und Aachen sind Stehplätze in der Kurve nicht überdacht, daher werden auch die anderen Stehplatz-Kategorien aufgeführt


FCBayern:Mittelrang. Für Aachen und Cottbus werden mangels Hintertor-Sitzplätzen die günstigsten Sitzplatz-Kategorien verwendet.



Hier werden (abweichend von der Regel) die teuersten Plätze an der Mittellinie/Unterrang betrachtet. Es gibt teurere Plätze andernorts in den Stadien von Bremen (45.90), Berlin (52.60), Hannover (40.90)




5. Dauerkarten – Preise / Vergleich

Es folgen diverse Diagramme mit den Preisen für die jeweilige Position im Stadion.


In Cottbus und Aachen sind Stehplätze in der Kurve nicht überdacht, daher werden auch die anderen Stehplatz-Kategorien aufgeführt


FCBayern: Mittelrang verwendet, weil der Hintertor-Unterrang beidseitig als Stehplatz angeboten und genutzt wird.
Für Aachen und Cottbus werden mangels Hintertor-Sitzplätzen die günstigsten Sitzplatz-Kategorien verwendet.



Hier werden (abweichend von der Regel) die teuersten Plätze an der Mittellinie/Unterrang betrachtet. Es gibt teurere Plätze andernorts in den Stadien von Bremen (560/530), Berlin (609/548 ), Hannover (550/523)




In den diversen Statistiken zu Dauerkarten- und Tageskarten-Preisen werden die Unterschiede zwischen den Vereinen deutlich, ebenso wie der zwischen Preisen für Vereinsmitglieder und anderen Käufer. Hier folgen nun Grafiken, die zeigen, wie stark die jeweiligen Vereine Dauerkarten im Vergleich zu Tageskarten rabattieren.


FC Bayern und Alemannia Aachen: Der Rabatt für Nicht-Mitglieder scheint höher, weil berücksichtig ist, dass hier Vereinsmitglieder auch bestimmte Tageskarten verbilligt erhalten können


FC Bayern und Alemannia Aachen: Der Rabatt für Nicht-Mitglieder scheint höher, weil berücksichtig ist, dass hier Vereinsmitglieder auch bestimmte Tageskarten verbilligt erhalten können

Einige Vereine bieten nach Ablauf der Hinrunde auch gesonderte Dauerkarten nur für die Rückrunde an. Dazu gehören u.a. der Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach. Im Vergleich zur Ganzjahres-Dauerkarte sind die Rückrunden-Dauerkarten dabei wesentlich teurer, d.h. der hier gewährte Nachlass ist deutlich geringer.

6. Auswärtskarten – Preise

Aufgrund der Praxis der „Topspiele“, die von immerhin 11 Bundesligisten angewendet wird, unterscheiden sich die Kosten für Auswärtskarten deutlich. Der FC Bayern München ist dort immer in der teuersten Kategorie einsortiert (manchmal sogar mit zusätzlichem Aufschlag), der FC Schalke04 beinahe ebenso oft. Als Anhänger des VfL Wolfsburg besucht man dagegen vergleichsweise sehr viel günstiger die Auswärtsspiele seiner Lieblings-Elf.

Anders als beim Vergleich der Tageskarten-Preise wird bei den Auswärtskarten die Vorverkaufs-Gebühr in Betracht gezogen, die der Gastverein bei Verteilung verlangt. In den meisten Fällen sind dies 10% auf den eigentlichen Kartenpreis, es gibt aber auch Vereine, die laut eigener Aussage keinerlei Aufschlag nehmen (VfL Bochum, 1.FC Nürnberg, Hertha BSC Berlin, FSV Mainz 05), oder nur 5% (Bayer 04 Leverkusen), bzw einen festen Betrag pro Karte (FC Bayern: 1€, Alemannia Aachen: 50 cent, Energie Cottbus: 1€ „bei Topspielen“). Wo die Information über solche Gebühren nicht aufzutreiben war (Borussia Mönchengladbach, VfL Wolfsburg, VfB Stuttgart), werden 10% angenommen, bei Energie Cottbus wird im Schnitt mit 30 cent gerechnet (d.h.:5 „Topspiele“).

Ob es bei einem der Vereine eine sogenannte „Auswärtsdauerkarte“ gibt, die günstiger wäre als die Summe der 17 Einzelkarten, konnte nicht festgestellt werden. Nicht berücksichtigt wurden zudem potentielle Sonderaktionen, wie die verbilligte Abgabe von Auswärtskarten, die beim FSV Mainz 05 bisweilen vorkommen soll.

Für die in den Grafiken angegebene Gesamtsumme (alle 34 Spiele) wird der Preis der jeweiligen Dauerkarte auf die Summe der Auswärts-Tageskarten addiert. Hier die entsprechenden Zahlen:


Aufgrund der Topspiele werden Gästefans aus München und Gelsenkirchen am stärksten zur Kasse gebeten


Hohe Heimpreise können auch durch vergleichsweise günstige Auswärtskarten nicht ausgeglichen werden

Eine etwas esoterische Auswertung ergibt sich, nimmt man zu den reinen Kartenpreisen auch noch die Versandkosten hinzu, denn hier wird zu Zwecken der Vergleichbarkeit angenommen, jede Karte würde einzeln versendet – so verhalten sich in der Tat manche Vereine, aber nicht alle (zB nicht der FC Schalke 04, bzw. dessen Fanclub-Verband, der den Verkauf der Auswärtskarten organisiert).

Bei den Vereinen, die selbst keine Angaben machen konnten über Versandkosten bei Auswärtskarten, wurden dieselben Kosten wie beim Versand von Heimspielkarten angenommen, und ebenso wurde verfahren bei solchen Vereinen, die angeblich Auswärtskarten nur über den Tresen verkaufen, also nicht versenden (das trifft zu auf den VfL Bochum, Borussia Mönchengladbach, VfL Wolfsburg, Alemannia Aachen, VfB Stuttgart und Mainz 05).


Versandkosten variieren zwischen 55 cent und 6.50€, und beeinflussen das Ergebnis massiv

7. Preisänderungen zur Vorsaison

Beim Vergleich zu den Preisen aus 2005/06 ergibt sich ein sehr unterschiedliches Bild, das auch deswegen kaum in Diagramme zu fassen ist, weil einige Vereine ihre Preise dadurch anpassten, dass sie die Blockeinteilung im Stadion veränderten.

In der folgenden Aufzählung werden die Vereine also einzeln genannt, begonnen bei denen, die Preise am stärksten erhöhten bis zu denen, die keine Änderungen vornahmen. Dabei werden Absolute Preiserhöhungen genannt, weil die Prozentualen Erhöhungen abhängen vom Preisniveau selbst (und deshalb kaum vergleichbar sind) und diese sich bei einem Verein innerhalb der Kategorien manchmal enorm unterscheiden (zB beim FC Schalke 04, der den Dauerkarten-Rabatt in dieser Saison vereinheitlichte, was in manchen Kategorien zu enormen Preisaufschlägen führte).




Preisänderungen zur neuen Saison

8. Mitglieder-Vorteile

Es gibt für Vereinsmitglieder keine Rabatte auf Dauerkarten bei den Vereinen FC Schalke 04 und Borussia Dortmund und in gewisser Weise auch bei Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern München (weil nur auf Stehplätzen rabattiert, bzw. weil Dauerkarten sowieso nur für Mitglieder erhältlich sind). Da gerade bei „großen“ Vereinen die Anzahl der Mitglieder die der Dauerkarten-Inhaber übersteigt, werden auch diese Rabatte betrachtet.


Um wieviel billiger erhalten Vereinsmitglieder eine Dauerkarte?

Bei fast allen Vereinen können Mitglieder auch Tageskarten verbilligt bekommen – in den hier verwendeten Zahlen werden beim Vergleich der Tageskarten-Preise diese Mitglieder-Rabatte nicht betrachtet, sondern es wird der „Normalpreis“ angewendet.

Da im Bereich der Dauerkarten die Rabatte für Vereinsmitglieder (im Falle des VfL Wolfsburg auch für Gewerkschaftsmitglieder) verglichen werden, wurden auch die jährlichen Beitragskosten eingeholt. Bei den meisten Vereinen bewegen sich diese (für Vollzahler/passiv) um die 60€ pro Jahr, gehen im Falle Werder Bremens bis 132€ nach oben. Allerdings sind auch die zusätzlichen „Mitglieder-Vorteile“ sehr unterschiedlich. Während fast alle Vereine (leider oft mit Ausnahme des FC Schalke 04) jedem Mitglied alle Ausgaben der Stadionzeitschrift kostenlos zusenden, ein Vorkaufsrecht bei Eintrittskarten und 10% Rabatt im Fanshop gewähren, und kostenlosen oder stark rabattierten Zutritt zu den Spielen der Nachwuchsmannschaften, gibt es Sondermodelle wie das Kontingent von Stehplatz-Freikarten bei Werder Bremen, die kostenlose Stadiontour bei Bayer Leverkusen, und einiges andere.



Sonderkonditionen für Vereins-Mitglieder (Teil 1)

Auch bezüglich der Kosten einer Vereinsmitgliedschaft unterscheiden sich die Vereine bisweilen deutlich:




Vereins-Mitgliedschaft (Teil 2)

9. Vorteile für Dauerkarten-Inhaber

Dauerkarten-Inhaber genießen natürlich den Vorteil, Karten für alle Heimspiele sicher zu haben, und in den meisten Fällen auch günstiger als es die 17 Einzelkarten wären (in der Saison 2005/06 war das beim FSV Mainz 05 nicht so – dort war die Dauerkarte tatsächlich teurer. Das ist in dieser Saison allerdings „korrigiert“ worden.)

Die Vereine wurden bezüglich der Dauerkarten nach denselben Vorteilen gefragt, die auch bei den Vereinsmitgliedern abgefragt wurden. Hier die entsprechende Auswertung:



Sonderkonditionen für Dauerkarten-Inhaber

10. Sonstiges

Erhebliche Unterschiede existieren im Bereich der Sonderspiele, so waren im letztem Jahr Champions-League Spiele der Vorrunde beim FC Bayern etwas billiger als Bundesliga-Karten, beim FC Schalke 04 aber nicht. Ab der KO-Runde sind bei beiden Vereinen etwa 50% Aufschlag auf den normalen Tageskarten-Preis avisiert. Beim FC Schalke 04 wird im Sechzehntel-finale des UEFA-Cup ein 5€-Aufschlag erhoben, während bei Hertha BSC und dem Hamburger SV in der selben Runde ein 10€- bzw 10%-Nachlass gewährt wurde, oder gar ein 50%-Nachlass, wie beim HSV in manchen UI- und UEFACup-Spielen der Gruppenphase. Ähnliche Muster ergeben sich bei Betrachtung des DFB-Pokals (zB: senkt Werder Bremen dort die Preise). Ein exakter Vergleich der Sonderspiele wurde allerdings nicht durchgeführt.

Beim FC Schalke 04 gibt es unterschiedliche Preise für Dauerkarten, abhängig davon, ob diese als „Chip-Karte“ oder als Kartensatz von 17 Einzelkarten („Block-Dauerkarte“) erstanden wird. Letztere wird nicht rabattiert, daher wurden für den Preisvergleich die Werte der Chip-Dauerkarte verwendet. Eine solche Wahl (17 Einzelkarten oder 1 Saisonkarte) bieten nur wenige andere Vereine an – soweit feststellbar, werden dort allerdings die beiden Dauerkarten-Formen zum gleichen Preis angeboten.

Bei Hannover96 erhalten Vereins-Mitglieder einen 5%-Nachlass auf Dauerkarten-Preise, weitere 5%, wenn sie die Dauerkarte bereits mindestens ein Jahr besaßen, und abermals weitere 5%, wenn sie zusätzlich Mitglied des Fanclubverbandes sind. In den hier dargestellten Preisvergleichen sind ausschließlich die 5% für Vereinsmitglieder berücksichtigt.

Eine Rückgabe gekaufter Eintrittskarten ist generell nicht möglich, allerdings bieten manche Vereine Dauerkarten-Inhabern an, einzelne Spiele freizuschalten und somit wieder in den freien Verkauf zu geben, sofern der normale Tageskarten-Bestand ausverkauft ist. Einen solchen Service bieten der FC Schalke 04, der FC Bayern München, und meines Wissens auch Bayer 04 Leverkusen an. Während letztere bei erfolgreichem Verkauf den Originalpreis erstatten, erhält man beim FC Schalke 04 nur etwa 40% dieses Preises. Der Käufer zahlt dagegen dort den Originalpreis, zzgl. Versandkosten. Beim FC Bayern zahlt der Käufer den Originalpreis zzgl. 15%, aber incl. Versandkosten. Dieses Modell ist also für den Verkäufer immer vorteilhafter als das des FC Schalke 04, für den Käufer ebenfalls, solange es sich um günstige bis mittlere Kategorien handelt.



Parkgebühren, ÖPNV, Versandkosten, Auswärtskarten

Energie Cottbus bietet seit Beginn dieser Saison an, die Eintrittskarte selbst auszudrucken, und damit Versandkosten komplett einzusparen. Ähnliches hat auch Borussia Dortmund zur Rückrunde angekündigt.

11. „Zugänglichkeit“ der Vereine

Schon beim Einholen der Informationen zum letztjährigen Vergleich ist mir aufgefallen, dass man als unbekannter Fragesteller von den diversen Vereinen sehr unterschiedlich behandelt wird. Zwar hat dies nichts zu tun mit der Preispolitik eines Vereines, allerdings hat es ebenso wie diese zu tun mit „Fan-Nähe“, und meiner Meinung nach auch mit „Professionalität“.

Deshalb habe ich beim diesjährigen Vergleich versucht, jede Kommunikation mit den Vereinen möglichst identisch zu führen, und diese protokolliert. Mir ist schon bewusst, dass dies – anders als beim Vergleich kalter Zahlen – nicht frei von subjektiven Eindrücken ist, deshalb überlasse ich die Bewertung dem Leser, und gebe hier nur meine Eindrücke wider.

Wie oben bereits erwähnt, versendete ich Mitte Juli 2006, also noch vor Saisonbeginn, eine identische eMail mit der Bitte um Informationen (ca. 12 Fragen) und dem Angebot, die Ergebnisse bei Interesse zuzusenden, an die 18 Erstligisten, und zwar an die eMail-Adresse, die auf der Internet-Präsenz des Vereins für solche Anfragen genannt wird, bzw. ich nutzte den Form-Mailer, der für diese Zwecke auf der Homepage vorgesehen war. Eine Woche später rief ich alle die Vereine an, die bis dahin nicht reagiert hatten. Einen, bzw. zwei Monate später versuchte ich es erneut telefonisch, bei all denjenigen, von denen auch bis dahin keinerlei Informationen zu bekommen waren.

Hier nun die Aufstellung, möglichst ungefärbt, ohne besondere Wertung, und in der Reihenfolge der Reaktion (zuerst genannt also der Verein, der am schnellsten auf die Anfrage reagierte):


Wer antwortete direkt auf die erste Anfrage?


Antwort nach Erinnerung


Geringer bis gar kein Erfolg

Meine persönliche Einschätzung hierzu entspricht dem Eindruck, den ich auch schon ein Jahr vorher haben musste: Die Vereine, die gemeinhin für sehr „Fan-nahe“ gehalten werden, und sich auch gerne selbst so präsentieren, verhielten sich leider so, dass das exakte Gegenteil vermutet werden muss.

12. Zu guter Letzt (endlich…)

Wie der letztjährige Vergleich zeigte, ändern manche Bundesligisten während der Saison ihre Tageskarten-Preise, manchmal angekündigt, manchmal eher „im Stillen“, wenn beispielsweise in der Rückrunde Partien zu Topspiel-Konditionen verkauft werden, die vor der Saison noch in eine günstigere Kategorie eingeordnet wurden. Es ist anzunehmen, dass solches auch in dieser Saison passieren wird - entsprechend wird dieser Vergleich aktualisiert werden, falls möglich.

Wichtig zum Schluss: Bei so vielen Zahlen können sich natürlich Fehler einschleichen. Wer solche entdeckt, möge sie bitte melden. Fehl-Informationen nutzen niemandem etwas, ich bin also an Korrekturen interessiert – ebenso wie an jeder Anmerkung oder Frage, die zum Inhalt, Vorgehen, oder was-auch-immer von Euch kommt.

Danke und Glück auf!
matthias

p.s. der guten Ordnung halber: Reproduktion dieses Artikels, oder von Teilen daraus, sind nur dann genehm, wenn von mir eine entsprechende Zusage vorliegt. Bei Interesse PN oder eMail.

Eine Antwort zu “Bundesliga Preisvergleich 2006/07”
  1. mberghoefer sagt:

    da ich sehe, dass dieser Preisvergleich bei “Google” ziemlich häufig gefunden wird, hier der Hinweis, dass es hier auf “Auswärtssieg!” auch aktuellere Preisvergleiche von 2007/08 und 2008/09 gibt. Einfach rechts auf die Kategorie “Allgemein”, dann findet man das schon (oder eben zB nach “Preisvergleich” suchen…)

Hinterlasse einen Kommentar

Blog Top Liste - by TopBlogs.de