In den letzten Wochen bin ich ziemlich häufig danach gefragt worden, welche Kamera ich nutze - und insbesondere auch, ob und welche speziellen Objektive verwendet werden für Panorama-Fotos wie diese hier (wie immer auf „Auswärtssieg!“: Wer das Panorama in voller Größe sehen will, der muss auf’s Foto clicken - der Link unter den Fotos führt zu weiteren Fotos und Panoramen aus dem jeweiligen Spiel):

Fotos FC Bayern - FC Schalke 04 (2007)

Fotos FC Sevilla - FC Schalke 04 (2006)

Fotos FC Schalke 04 - 1.FC Nürnberg (2005)
Um’s nicht immer wieder einzeln beantworten zu müssen, hier die Auflösung des Mysteriums:
Die Fotos sind gemacht mit einer in 2005 gekauften, alten Panasonic DMC-LZ1, die 4Megapixel hat. Ich nenn sie „RitschRatschKlick“, weil sie wirklich nichts Besonderes ist, schon gar keine Spiegelreflex. Sie hat leider kein besonders lichtstarkes Objektiv, aber immerhin einen 6-fachen optischen Zoom (Digitalzoom kann man eh vergessen). Sie ist etwa Zigarettenschachtel-groß, war einst 280€ teuer und vor einem Jahr schon für 170€ zu haben, ich tippe mal, inzwischen (zB auf eBay) gibt es die auch unter 100€.
Meines Wissens ist diese Kamera nicht mehr auf dem Markt, aber es gibt bereits mehrere Nachfolger-Modelle, die mehr Pixel bieten, und (zumindest bei der LZ3) auch einen optischen Zoom, der noch größer ist (7.5fach).
Gekauft hab ich diese Kamera damals, weil sie diesen 6fach-Zoom hatte, und wie alle Panasonics eine sehr gute Bildstabilisierung bot, d.h., „Verwackeln“ passiert nicht ganz so schnell. Inzwischen gibt es meines Wissens mehrere andere Hersteller, die Ähnliches anbieten. Außerdem gefiel mir, dass man notfalls normale Batterien (LR6) verwenden kann.
Generell ist diese Panasonic schon ok, wiegt auch mit Akku relativ wenig, passt in die Jackentasche,… nur das Objektiv ist nicht lichtstark genug - eine mit weniger Zoom und dafür besserem (lichtstärkerem) Objektiv, und mit der Möglichkeit, die Blende manuell einzustellen, das wär die Nächste, falls ich jemals eine andere kaufen sollte. 5 Megapixel wär auch nicht schlecht, aber viel mehr würde ich, wegen des benötigten Speicherplatzes, glaub ich gar nicht haben wollen.
Der größte Vorteil von „mehr Pixeln“ ist der, dass man die als Ersatz für einen Zoom nehmen kann - die Fotos, die ich in’s Internet stelle, sind (mit Ausnahme der Panoramen) maximal 600 Pixel breit - wenn ich also eine Spielszene fotografiere, dann kann ich mir nachher aus dem Foto die interessanteste Ecke „größer“ herausschneiden, wenn die Kamera mehr Pixel hat.

Fotos Hansa Rostock II - FC Schalke 04 (2006)
Das tue ich, wie man an diesem Foto vom 9:1-Kantersieg im Rostocker Ostsee-Stadion sehen kann, jetzt schon - die Fotos meiner Kamera sind im Original über 2000 Pixel breit, also hab ich die Wahl, das Foto, und damit das Motiv, für’s Internet um’s Dreifache zu verkleinern, oder eben nur einen Ausschnitt aus dem Originalfoto zu nehmen. „Mehr Pixel“ heisst „mehr Auswahl“. Und „weniger Zoom“ heisst normalerweise auch „weniger verwackelt“. Wenn ich Fotos professioneller Qualität machen würde, dann würde ich auf soetwas Wert legen - das ist aber nicht der Fall.
Ich stelle beim Fotografieren mit dieser Kamera eigentlich gar nichts ein. Geht auch gar nicht. Ich such mir einfach das “richtige” Motiv (ich glaub, das ist sowieso das A und O) und spiele etwas mit dem Zoom, und fertig. Bei Spielszenen stell ich auf “Sport”, was wohl zu kürzeren Belichtungszeiten führt, aber beeinflussen kann ich mit dieser Kamera da nichts.
Jetzt zum Thema „Panorama“:

Schalker Feld (2007)

Fotos FC Barcelona - CA Osasuna (2005)
Die Kamera bietet keinerlei Unterstützung im Bereich „Panoramafoto“. Diese Panoramen sind daher alle frei Hand gemacht, und können so mit jeder beliebigen Digitalkamera erzeugt werden. Denn das Geheimnis ist nicht die Kamera, sondern einerseits die Abfolge der Aufnahmen, andererseits die nachher verwendete Software.
Es gibt auch hier mehrere Alternativen, ich hab mich damals schon entschieden für PTGui, weil’s relativ günstig (50€) und problemlos zu bedienen war. Damit werden aus „beliebig vielen“ Einzelfotos die Panoramen zusammengerechnet. Bei meinen Stadionaufnahmen sind es meist 5 Fotos, manchmal 7, selten bis zu 20, wenn auch das Dach komplett mit drauf soll.
Also, so mach ich’s:
Hinter der Linse der Kamera liegt irgendwo der Chip, auf dem der Fokuspunkt des Objektivs sein müsste. Um diesen Punkt herum (den ich also nur schätzen kann) dreh ich die Kamera und mache Bild um Bild. Am besten dreh ich immer nur so weit, wie’s in der Ferne irgendwelchen markanten Dinge gibt, die ich nachher in der Software zum Verknüpfen gebrauchen kann. Im “Hintergrund” deswegen, weil das zu viel besseren Ergebnissen führt als irgendwas im Vordergrund. Bei meinen Fotos aus Stadien sind das oft die entfernten Flutlichtmasten und Werbebanden. Niemals irgendwas Bewegliches nehmen (Bäume zB nur im Notfall).
So hab ich also zwei, drei, zehn oder zwanzig Bilder, die irgendwie zusammenpassen. Die können auch aus mehreren Schwenks bestehen (wenn ich in der Arena das Dach mit drauf haben will zB, dann brauch ich zwei Schwenks, und muss natürlich drauf aufpassen, dass die Bilder sich nicht nur links-rechts sondern auch oben-unten überlappen)
Für Landschaften oder Architektur ist das natürlich hervorragenden geeignet, weil sich da keine 25 Mann auf’m Platz und zig Zuschauer ständig hin und her bewegen, und Fahnen durchs Bild schwenken. Solche Dynamik sorgt später im Panorama dafür, dass Bewegliches (Menschen, Fahnen,…) manchmal nur halb oder mehrfach vorkommt. Wie beispielsweise hier, auf diesem Panorama des Plaza Mayor in Salamanca:

Fotos Spanien/Portugal (2006)
Ideal wäre, wenn man die Belichtungswerte an der Kamera einstellen könnte, damit für jedes einzelne Foto die gleiche Helligkeit usw. gilt. Wenn das nicht geht (so wie bei meiner Kamera), dann kann man das nachher durch die Software ausgleichen lassen (das klappt aber nicht immer) - oder beim Fotografieren vor’m Schwenk zuerst auf den 1.Ausschnitt fokussieren (hoffen, dass inzwischen keine Wolke auftauchte) und mit dieser Einstellung zurückschwenken und knipsen.
Musste ich mit der alten Software-Version von PTGui die Verknüpfungspunkte noch mühsam manuell definieren, so geht das inzwischen ratzfatz: Ich sag der Software, welche Fotos sie laden soll, und die arrangiert die Fotos dann automatisch. Hab ich früher von Bild zu Bild mindestens drei Punkte definiert, und danach aus Faulheit aufgehört, so erzeugt die Software 20 und mehr solcher Punkte und ist dabei um das Hundertfache schneller als ich. Das Ganze dauert ein paar Sekunden, und ermöglicht das Erstellen von Panoramen, die ich per Hand nie und nimmer hinbekommen hätte.
Hier mal ein Beispiel aus dem Niedersachsenstadion in Hannover:

Fotos Hannover 96 - FC Schalke 04 (2007)
das sind 10 Fotos, zwei davon eine halbe Stunde früher aufgenommen als die anderen.
Mit der alten Software-Version war’s mir unmöglich die Dachkonstruktion samt Himmel zusammen zu bringen ,hauptsächlich weil die Fotos in zwei Ebenen übereinander liegen - bei der neuen Version war keinerlei manueller Eingriff nötig, anstelle der mind. 36 Verknüpfungen, die ich in der alten Version “per Hand” hätte erstellen müssen, wurden hier über 700 Punkte errechnet und für das Panorama verwendet.
So - die Software hat also die Verknüpfungspunkte selbsttätig erstellt - Im nächsten Schritt kann ich dann nochmal korrigieren (fast nie nötig) und das Panorama ausrichten - das ist schon eher mal notwendig, damit der Horizont stimmt, das Panorama also „gerade“ liegt, und die Vertikalen am Rand möglichst vertikal sind. Es gibt hierzu sehr gute Tipps im Internet (einfach nach PTGui und Panorama suchen).
In der alten Version der Software habe ich noch Belichtungs- und/oder Farb-unterschiede der Fotos ausgleichen lassen, in der neuen ist das nicht mehr möglich, aber dafür funktioniert das Überblenden sehr viel besser. Wenn man allerdings Fotos zusammenlegt, die mal in praller Sonne, mal im Schatten aufgenommen wurden, dann wird’s schwierig.
Das Panorama wird dann generiert, wobei ich die Höhe des fertigen Bildes vorgebe - je kleiner, desto schneller ist die Software fertig.
Dies hier ist das Ergebnis einer solchen Rechnerei - etwa drei Minuten hat der gesamte Prozess gedauert, vom Laden der 9 Fotos bis zum fertigen Panorama.

Borussia Mönchengladbach II - Fortuna Düsseldorf (2006)
Als letzten Schritt nehme ich irgendein Bildbearbeitungsprogramm (ich hab ein uraltes PaintShop), schneide das Bild zurecht, verkleinere es auf brauchbare Größe. Ich nehm’ immer eine Größe um 750pix Höhe (weil das auf meinen Bildschirm passt). und eine Kompression, die zwar die Qualität stark mindert, aber dafür das Gesamtfoto unter 1MB Speicherplatz drückt. Wird das Foto beim Verkleinern unscharf, dann schärf’ ich’s per Software nach.
Normalerweise ist damit alles erledigt - aber manchmal enthält das fertige Panorama in diesem Stadium Artefakte, die mich stören. Beispielsweise sieht man in dem obigen Beispiel einen Herrn, links im Vordergrund mit blauer Jacke, dessen Kopf ganz unangenehm gespalten ist. Wenn mich sowas zu sehr nervt, dann nehm ich im Bildverarbeitungsprogramm einen Ausschnitt aus einem der Originalfotos (also in diesem Fall einen „heilen Kopf“ und korrigiere das manuell durch Überkopieren.

Borussia Mönchengladbach II - Fortuna Düsseldorf (2006)
Das sieht dann so aus, und jetzt muss man schon genau hinschauen, um die Korrektur zu bemerken. Wie man sieht, hat mich das selbe Problem auf der rechten Seite des Panoramas und bei den geschwenkten Fahnen nicht so gestört.
Wer „perfekte“ Panoramen haben möchte, der müsste schneller sein mit seinen Fotos (den Menschen weniger Zeit geben, sich zu bewegen), die Belichtung fest einstellen können, und nachher eventuell mehr manuell korrigieren. Für meine Panoramen reichen so etwa 5 Minuten mit allem drum und dran - und mir ist das Ergebnis so meist gut genug.
Tipps und Kommentare werden aber gerne entgegengenommen!
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Hallo!
In deinen tollen Berichten habe ich immer mal wieder gelesen, dass du Probleme hast, deine Kamera oder die Akkus dafür mit in irgendwelche Stadien zu bekommen. Weißt du zufällig, wie das bei ner handelsüblichen Spiegelreflex (Konica Minolta Dynax 7D)aussieht? Wird da auch vermutet, man würde die nur zum Werfen mitnehmen wollen, oder schalten die Securities dann auch mal das Hirn ein? Wäre super, wenn du mir nen Tip geben könntest, ich will diese Saison zum Auswärtsspiel nach Stuttgart und meine Handykamera ist mir dann doch zu unprofessionell, aber Fotos wollte ich trotzdem schon machen.
Danke,
Joni
Hi Joni,
ich hatte eigentlich erst in letzten Wochen solche Probleme. In Düsseldorf beim Länderspiel der Griechen (da kam man mit einer Spiegelreflex wirklich nicht rein, mit meiner RitschRatschKlick schon), in Wattenscheid, und in Wuppertal, aber da ging´s nur um die zusätzlichen Akkus.
Wie das mit deiner Dynax aussieht, die ja schon Semiprofessionelle Bilder macht (nehm ich an. Hab selbst eine uralte Minolta 800, deren Dias immer noch um Welten besser sind als alles, was ich digital so sehe) das weiss ich nicht, aber abgesehen von den Ordnern in Stuttgart würde ich wohl auch Bedenken haben wegen des Gästeblocks da unten. Da geht´s gewöhnlich eng zu, und auch auf Sitzplätzen wird gestanden - persönlich würde ich eine teure SLR möglichen Bierduschen usw nicht aussetzen wollen. An deiner Stelle würde ich beim VfB einfach mal anrufen.