Mensch kann das Leben kompliziert sein! Als vor einigen Monden eine Einladung zu einer Hochzeitsfeier bei uns in den heimischen Briefkasten flatterte und die Regierung mich darum bat, diese als „total wichtig“ in meinen Jahreskalender einzutragen, war es noch lang, lang hin bis zum zweiten Bundesligaspieltag der neuen Saison, unserer Meistersaison und ich machte mir noch nicht allzu viele Gedanken über diesen Termin. „Bis dahin“, so dachte ich mir, „würde einmal mehr noch viel Wasser die Weser herunterfließen und bis dahin würde ich mich schon, aalglatt, wie sonst auch allzu oft, aus der Hochzeitsnummer herauswinden können“. Denkste! Da hatte ich die Rechnung ohne die Wirtin gemacht. Einige Monate – und die Geburt einer Tochter später – fehlen mir irgendwie die Argumente um meine Auswärtstour nach Bremen durchzubekommen. Zugesagt ist halt zugesagt. Wie auch immer. „Willst Du heute lieber mit zur Hochzeit und dafür am Mittwoch nach Madrid, oder lieber heute nach Bremen und am Mittwoch Fernsehen schauen?“ Erpressung ist das! Frauen können ja so gemein sein – zumindest wenn es um die Familie (und gegen den Fußball) geht!
Ich entscheide mich, schweren Herzens, dann doch für Madrid. In Bremen war ich immerhin schon ca. 104 Mal. „Und wenn ich direkt von Bremen aus zu der Hochzeit fahre?“, versuche ich noch einen letzten Trumpf aus dem Ärmel zu zücken. „Kannste ja mal versuchen“, grinst mich der Chef de Mission schelmisch an. „Hauptsache Du bist pünktlich um 20Uhr da!“.
„Das wäre doch gelacht wenn ich das nicht schaffe“ denke ich noch lecker bei mich selber bei und ergreife den letzten Slomka – äh Strohalm – und begebe mich zielstrebig an die Planung. „Warum hat die Dame des Hauses denn gerade so gegrinst?“, geht es mir noch so durch den Kopf. „Wo findet die Hochzeit von Anke und Jens denn eigentlich statt?“.
Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung und werfe zum ersten Mal seit Monaten einen Blick in die Hochzeitseinladung. Abrupt rutscht mir das Herz in die Hose. Sofort ist mir klar: „Adios Bremen – das wird nichts“. Oder habt ihr schon einmal etwas von Mühlhausen gehört? Ich meine, es gibt 134 Mühlhausens in Deutschland. Ich meine jedoch das Mühlhausen in Thüringen. Schon einmal etwas davon gehört? Ich auch nicht! 320Kilometer vom wunderschönen GE entfernt spuckt mir mein „Navi“ aus. In etwa dieselbe Entfernung auch von Bremen nach Thüringen. Da müsste ich ja – trotz weiträumigen Parkverbotes rund um das Weserstadion - direkt am Stadion parken, um Punkt 17Uhr losfahren und dann noch Glück auf Deutschlands verstopften Straßen haben um gegen 20Uhr da zu sein. „Ne, vergessen wir es Oli, beiße lieber in den sauren Apfel, datt schaffst Du nicht. Freuen Dich lieber auf einen schönen Tag in Madrid!“ Bremen oder Mühlhausen? – Hauptsache Madrid lautet das Motto, oder: „Wollste nach Madrid, dann musse nach Mühlhausen!“
Am frühen morgen des 22.08.2008 verabschiede ich noch, mit einer kleinen Träne im Auge, die Schildkrötenbesatzung fröhlich gen Bremen zieht. „Kommt mir ja nicht ohne Punkte heim!“, rufe ich ihnen noch hinterher. „Am Mittwoch bin ich wieder dabei“. Dann geht’s aber mit dem Flugvogel von AirBerlin und nicht mit der Schildkröte der Firma Quinting los. Ich trolle mich heimwärts, packe meine zwei Mädels in die silberne Gasrakete der Marke „Ford“ und los geht’s um kurz nach elf Uhr Richtung Thüringen. Muss wohl das letzte Örtchen kurz vor Russland sein. Oder Polen?
Egal! 320 Kilometer, 56 Starenkästen, eine Still- und eine Wickelpause später rollen wir um kurz nach halbdrei im wunderschönen 25.000Seelen-Ort Mühlhausen, im noch viel wunderschöneren Thüringen ein. Wunderschöne Fachwerkshäuser, Reih in Reih, säumen die Straße. Die Geschäfte, als auch viele Wohnhäuser, scheinen verschlossen, verbarrikadiert. Liegt hier Samstags etwa der Hund begraben, oder sind dies die unmissverständlichen Indizien für die Landflucht vor Ort? Befinde ich mich hier gar am Ende der Welt?
Zügig bringe ich meine zwei Mädels zum Hotel, denn ich selbst habe seit mindestens zwei Stunden nur noch eines im Kopf: „Hoffentlich haben die vor Ort wenigstens eine Premiere-Sportsbar oder ähnliches“. Mir kommen so langsam meine Zweifel. Premiere, DSL, Kabel – hoffentlich kennen die das hier! Spontan geht mir durch den Kopf, wie lustig ich das teilweise immer wieder finde, wenn zum Beispiel in Foren Threads zum Thema „Wo kann ich auf Teneriffa (oder in Peking, Rio – watt weiss ich wo) Schalke schauen?“ eröffnet werden. Hätte ich so etwas doch nun auch mal gemacht! Bei mittlerweile fast 80.000 Vereinsmitgliedern, über 1350 organisierten Fanclubs und geschätzten sechs Millionen S04-Symphatisanten bundesweit wird sich doch auch im pittoresken, kleinen Mühlhausen eine kleine Sektion abtrünniger Richtiggläubiger befinden, oder? Ich merke, dass ich viel zu schlecht vorbereitet losgefahren bin. Unter den zürnenden Blicken der zwei Mädels verabschiede ich mich mit den Worten: „Bis später, versuche jetzt irgendwo Fußball zu schauen“ und begebe mich zielstrebig Richtung Hotelbar.
Die erste schwere Enttäuschung erwartet mich. „Premiere, watt issn dett?“ raunzt mich, wie zu befürchten, die Dame an der Rezeption im tiefsten Thüringer Dialekt an („thüringeln“ die Thüringer eigentlich, so wie die Sachsen auch „sächseln“?). Freundlich versuche ich ihr, mit Händen und Füßen, unter Zuhilfenahme aller mir möglichen Gesten, zu erklären worum es geht. „Päääääggyyyyyyyy“ ruft die Dame ihre Adjutantin zur Hilfe. „Da müssen sie runter in den Ort fahren“, sagt diese mir freundlich. „Da wird manchmal Fußball gezeigt. Fragen sie sich einfach durch!“.
Na prima. Danke. Mittlerweile ist es schon nach 15Uhr und ich rase, während sich halb Schalke mittlerweile im Weserstadion sicherlich schon warm singt um die nötigen Punkte für die Schale zu holen, mit über 100 Sachen in den eigentlichen, historischen Ortskern hinein. Wie schon gesagt, scheint ein echt schöner Ort zu sein. Aber dafür habe ich gerade nun wirklich keine Zeit. Gemütlich schlendern Rentnerpaare durch die Straße während ich hektisch umherirre und irgendeine offene Kneipe suche. Was ist denn hier los? Hier liegt ja der Hund begraben! Die Zeit rennt – gegen mich. Ich stelle meine Gasrakete irgendwo im absoluten Halteverbot ab und bestreite meinen weiteren Weg zu Fuß. Die Leute – ich denke alles Eingeborene – schauen mich allesamt wie einen Extraterresten an sobald ich die drei Worte: „Fußball – Schalke – Premiere“ nur in den Mund nehme. Egal welcher Leidenschaft und Passion der Mühlhausener (TH) in seiner Freizeit nachgeht: Es wird nicht Fußball sein!
Kurz vor halb, kurz vor Anpfiff in Bremen und ich irre immer noch hektisch und hilflos durch die Geisterstadt umher, wie ein kopfloser Salamander. Ich flippe gleich aus! Gerade als ich schon anfangen möchte zu weinen und zu meinem Auto zurück möchte, um zumindest im Radio etwas vom Spieltag mitzubekommen, sehe ich aus dem Augenwinkel heraus eine Eckkneipe, vor der eine Schiefertafel hängt auf der handgeschrieben mit Kreide steht: „Alle Fußballspiele hier life“. „Hauptsache live denke ich noch, ich bin gerettet“ und stürze panisch in die Kneipe hinein.
Erneut trifft mich der Schlag. Zumindest der Qualm. Dichte Rauchschwaden ziehen mir entgegen und nehmen direkt Besitz von all meinen Kleidungsstücken ein, setzen sich umgehend in meine Poren fest. Eine Giftwolke, die eine Mischung aus (in Westdeutschland verbotenen) Tabaksorten und 04 Jahre altem Frittierfett für Thüringer Würstchen sein muss. So muss es in Peking in spätesten drei Tagen wohl auch wieder sein. Ich bleibe hart und tapfer und kämpfe mich durch bis zur Theke wo der Wirt mich schon grimmig, wie in einem schlechten Gangsterfilm, anschaut. Übermäßig freundlich frage ich: „Kann ich mir in ihrem Hause jetzt gleich ein Bundesligaspiel auf Premiere anschauen?“. Der Patron deutet mit seinen Wurstfinger in eine mir unbekannte Richtung. „Danke, und einen Kaffee bitte“ murmele ich noch und kämpfe mich durch den dichten Nebel in die mir zugewiesene Ecke. Durch die tief hängenden Wolken hindurch erahne ich ein flimmern. Ein Fernseher etwa? Ich folge dem magischen Schein der altbewährten Leuchtröhre, nähere mich langsam aber sicher dem 20cm x 20cm Fernseher und plötzlich trifft mich erneut der Schlag. Lieber Gott, was habe ich nur getan? Was habe ich nur verbrochen? Bin ich heute nicht schon genug bestraft worden?
An einem großen Tisch sitzt, alleine und einsam, sein halbleeres Pilsglas vor ihm stehend, ein Kerl mit einem von Kippenglutlöchern zerfressenen, löchrigen Zeckentrikot und starrt auf dem Bildschirm. „Smolarek“ steht auf dem dreckigen Lappen hinten drauf. Ich setze mich dazu, sage kurz „Hallo“ - doch der Kerl würdigt mich keines Blickes, starrt weiterhin gebannt auf die Mattscheibe. Schade, sonst hätte er noch gesehen das ich eine wunderschöne Schalke-Kappe aufhabe.
Um Punkt 15.30h sitze ich nun im tiefsten Thüringen in einer üblen Spelunke, schaue mit einer Zecke zusammen auf einen Minifernseher und frage mich, was ich der Welt nur antagen habe. Ich gebe mir einen kurzen Ruck: „Du willst bestimmt das Spiel gegen Bayern sehen?“ frage ich. Erstmalig mustert mich der Kerl und schaut dabei, zwangsläufig, auch auf mein königsblaues Erkennungsmerkmal. Scheint ihn aber gar nicht zu interessieren. Wahrscheinlich so ein Durchschnitts-Doofmunder, einfach nur Sympathisant von schwarz-gelb weil er von irgendetwas – aus Bayern doch Sympathisant sein muss, warum weiß er jedoch selbst nicht. „Mich würde eher das Spiel in Bremen interessieren“ sage ich. „Können wir zumindest die Konferenz schauen?“ frage ich nett. Die Zecke zuckt gleichgültig einmal kurz mit den Achseln, schaltet vom königsblauen Signal-Iduna-Park zur Liga-Konferenz um und schaut wieder auf die Kiste. Ich habe gewonnen, kann zumindest ein kleinwenig Schalke schauen! Ganz auf Schalke zu schalten wäre auch dreist gewesen, oder? Fairplay ist halt unsere Stärke (so das Jubiläumsmotte des SFCV). Mit dem Kerl werde ich mich darüber hinaus nicht mehr viel unterhalten müssen. Ein doppelter Teilerfolg!

Die erste Schaltung kommt direkt aus Bremen. Marcel Reifs Kommentatorenstimme ertönt. Gibt’s was Schlimmeres? Mensch werde ich heute bestraft! Zero-Berto ist aus Brasilen wieder da, spielt – wie sonst auch - jedoch nicht. Rafinha, der seine ersehnte Medaille in Peking nun gewonnen hat, ist noch gar nicht wieder zurück. Feiert wahrscheinlich noch zwei Wochen lang Bronze im verlängerten Verlängerungsurlaub an der Copacabana. Etliche Klagen laufen da noch, kein Mensch – zumindest kein Fan ohne mindestens null-vier Semester Grundlagenkenntnisse in „Juristik“ – blickt da noch durch, Viel schlimmer das Ganze noch als bei jeder schlechten Eigentümerversammlung. „Engelhaar“, „Fa-Fahn“ und Jones fehlen verletzungsbedingt - und auch unser Manager hat sich nun nahtlos ins Lazarett eingereiht. „Datt kommt halt davon, wenn man mit seiner Omma im Hühnerstall zuviel Motorrad fährt!“ Gute und schnelle Besserung Jungs, Chefmanager!
Nach der ersten Schaltung zum eigentlichen Topp-Spitzenspiel des Spieltages, darf ich mir mit meinem neuen Freund so Knaller wie HSV-KSC, Hoffenheim-Gladbach und Berlin-Bielfeld antun. Zeit für mich, um ein kleinwenig über mein unmenschliches Schicksal zu sinnieren.
Ich bin immer noch fassungslos! Da betrete ich die allerletzte Hintereckkneipe am Arsch der Welt und wer sitzt da bereits vor dem Fernseher? Die wahrscheinlich einzigste Zecke im ganzen Osten. Der Super-GAU. Ne, gibt’s ja gar nicht. Der GAU!!! Immer noch schweigen wir uns an. Die zweite Einblendung aus Bremen. Ich schwitze an den Fingern, so nervös bin ich. Westermann wird brutal von Boenisch weggegrätscht. Ohne Konsequenzen für den Ex-Schalker. „Kaku“ wird direkt am Strafraum gefoult. Der Schiri deutet an das dies kein Foul war. Alles wie immer. Plötzlich ertönt ein schriller „Tooooooor in Dortmund“-Ton aus der Fernsehkiste. Ich erahne eine emotionale Regung bei meinem Tischnachbarn. Die Zecken sind in Führung gegangen. Zufrieden bestellt mein neuer „Kumpel“ noch ein Bier. Ich starre weiter vor mich hin, will nur nach Hause, will zur Schildkröte, will nach Bremen!
Jedes Mal wenn irgendeiner der wahnsinnigen Premiere-Reporter „Tooooooor in…“ in den Fernseher brüllt bleibt für ne Sekunde mein Herz stehen. Das ist ja noch Schlimmer als alles andere was ich jemals in meinem Leben erlebt habe! Van Bommel sieht in Doofmund die Ampelkarte. Für dieselben Fouls an uns gab es in Bremen gerade nicht einmal ansatzweise Gelb. Die Zecke gegenüber von mir scheint hochzufrieden. Wenigstens lässt sie mich in Ruhe und zwingt mir kein Gespräch auf. Adressen für eine weitere Brieffreundschaft werden wir heute sicherlich keine mehr austauschen.
Dann ist Halbzeit auf den Plätzen. Von dem was ich habe mitbekommen können scheint es ein flottes Spiel an der Weser zu sein. Schober wohl herausragend, gut für sein Selbstbewusstsein für Mittwoch!
In der Halbzeit dann der nächste Schock. Beflügelt von der Halbzeitführung scheint mein Tischnachbar einige seiner Spochtskameraden motiviert und überredet zu haben, doch noch vom Minigolfturnier weg zum „Public Viewing“ zu kommen. Und so betreten auf einmal drei weitere Genossen im Doofmund-Shirt die Kneipe. Wohl ebenfalls echte Modefans, tippe ich. Verdammte Scheiße, was ist denn in diesem Ort nur los? Da scheine ich ja in ein echtes Zeckennest gestochen zu haben!
Die zweite Halbzeit beginnt. Unser Tisch, ein Bild für die Götter: Vier Doofmunder und ein Schalker sitzen zusammen und schauen sich die Ligakonferenz an. Gespannt lausche ich den Worten der schwatzgelben. Interessant! Sehr interessant! Ahnung vom Fußball im Allgemeinen, als auch von ihrer KgaA, haben sie jedenfalls eher nicht. Die machen sich die ganze Zeit nur lustig über den Petric-Zidan-Wechsel. Ich stimme freudig mit ein, gieße fleißig immer wieder heißes Öl ins Diskussionsfeuer. „Jo, datt is wie auf Schalke damals, als Jochen Seitz gegen den Lincoln getauscht wurde, ein lahmer Käfer gegen nen Porsche“. „Was sagt ihr denn zu den erneuten roten Zahlen in der Jahresbilanz?“. Ich glaube, die haben immer noch nicht gemerkt das ich ein Blauer bin.
Dann wieder „Toooooooor in Dortmund“. Die Jungs schauen gebannt auf die Kiste. Die Bazen haben ausgeglichen. Wer hätte gedacht, dass ich mich jemals noch so über ein Bayern-Tor freuen würde! Für mich, als Schalker, eigentlich das Topp-Ergebnis. Dann plötzlich auch „Tooor in Bremen“! Ich ahne Böses! Frings hat nach Özil-Vorarbeit getroffen. I break together! Ein totaler Scheißtag bahnt sich an. Das königsblaue Ergebnis interessiert die schwatzgelben Jungs nicht im geringsten. Nicht das die auf einmal noch `ne Fanfreundschaft wollen… .

Trübe blicken wir alle drein. Die Zeit verrinnt. Marcel Reif und seine Kommentare machen mir immer wieder Angst. Bremen scheint das Spiel halbwegs im Griff zu haben. Wobei das nichts heißen muss, immerhin gibt es nichts was Reif auf der Welt mehr hasst als den FC Schalke 04. Immer wieder blicke ich auf die Uhr. 17Uhr, 17.05Uhr, 17.10Uhr. Der erste Dämpfer für uns gleich im zweiten Ligaspiel? Um 17.11Uhr röhrt dann eine Stimme „Toooor in Bremen“ durch den Fernsehapparillo. „Bitte, bitte lieber Fußballgott, lass es ein Tor für die Blauen sein!“. Ich drücke feste die Daumen, es tut schon weh. Dann die erste Premiere-Kameraperspektive aus Bremen. Hintertorkamera, mitten auf Matthias Schober mit der Rückennummer 33 gehalten. Und der streckt jubelnd die zwei orangefarbenen Trikotarme gen Himmel. „Jaaaaaaaa“ entfährt es mir. Ausgleich in Bremen, Ausgleich für die Götter in königsblau, Ausgleich für den geilsten Club der Welt. Überraschend schauen mich die vier Zecken an. Damit hatten sie jetzt nicht gerechnet. Jubel, Emotionen, Fußball – wie geht’s das zusammen?
In der Wiederholung sehe ich, wie Höwedes Wiese mit einem Kopfball nach einer, wie sollte es auch anders sein – Standardsituation - fast überwindet. Wiese kann den Ball jedoch nur abklatschen lassen und Westermann netzt mit einer weiten Grätsche den Ball zum 1:1 ein und zieht jubelnd von dannen. Heikos Ausgleich, der Treffer, der uns den 1904. Punkt in der ewigen Bundesligatabelle beschert. Herrlich, oder? Drucke ich mir morgen erst einmal aus und schaue mir das dann eine Woche lang ununterbrochen an.
Tja, und dann ist auch schon Schluss. Schiedlich-friedlich trennen sich die Blauen von den Bremern 1:1. Sicherlich eher ein Punktgewinn denn Punktverlust für uns auf dem Weg zum Titel. Und auch die anderen Ergebnisse in den anderen Bundesligastadien sprechen heute nicht unbedingt gegen uns. Ich werfe, nachdem ich meinen Kaffee und meine Apelschorle bezahlt habe, noch ein nettes „schönen Abend noch, Glückauf“ in die Fußballrunde und ziehe von dannen. Jetzt noch ein wenig Hochzeit feiern und morgen dann schnell wieder heim. Moralische Vorbereitung auf Madrid. Hierhin, nach Mühlhausen in Thüringen, komme ich sicher nicht so schnell noch einmal zurück. Es sei denn der geilste Club der Welt hat hier mal ein Auswärtsspiel im DFB-Pokal. Nicht das die morgen auf einmal im Lostopf sind…

9 Antworten zu “Bremen oder Mühlhausen – Hauptsache Madrid…!”
  1. Hömma oda wat sagt:

    Hätte nur noch gefehlt, datte die Hochzeit verpasst hättest, weil dich ostdeutschen Zecken zum Eimer Rotkäppchensekt eingeladen haben.
    Brüll…
    Ne, bei uns war au langweilig…
    Schrei mich wech….
    Dafür bin ich aber auch gleich der Fahrer

  2. Roman sagt:

    Grandios, Olli!

    Übrigens: Thüringen soll - an sich - ganz schön sein. Jedenfalls schöner als Homburg ;-)

  3. haiko2201 sagt:

    Oli in Mühlhausen gibts ne Bowlingbahn mit einer 3×2m Leihnwand und lecker Bier.
    Habe da mal ein Mittwochsspiel gesehen. Im März oder so…
    Jaja komme auch rum…

  4. haiko2201 sagt:

    wennste mal nach Braunau kommst, da gibts Admiral Sportwetten. Oda komm nach mich ;-)

  5. DanielG sagt:

    Schön geschrieben. Danke!

  6. Susi sagt:

    …das ist ja mal wieder echt cool geschrieben :-O)

    bussi aus hamburch :-O)

    susi

  7. Dieter sagt:

    Suuuuuuper Bericht Oli!
    Lach ich hoffe wenigstens dat bissken Hochzeitsfeiern hat dir den Tach noch gerettet.
    Gruß
    Dieter

  8. Kiki1904 sagt:

    Glückauf!!!

    Supi geschrieben! Weiter so…!
    Viel Spass in Madrid…!!
    LG Kiki

  9. blue sagt:

    Ey Oli….

    wenn wir uns das nächste Mal sehen, mußt du mir sowas von einen ausgeben für die kleinen Spitzen gegen die Thüringer :-)

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