Apoel Nikosia - FC Schalke 04 1:4
Geschrieben von: mberghoefer in Europapokal, Profis (2,501 views)Das Telefon klingelt. Es ist 16 Uhr an diesem Mittwoch, seit ungefähr sieben Stunden bin ich wieder in Deutschland, nach einem Auswärtssieg im fernen Nahen Osten und einer schlaflosen Nacht auf Flughäfen und in rasenden Ungeheuern. Die folgenden sechs Stunden hab ich an der Arbeit meine letzten Reserven aufgebraucht, den Akku völlig entleert. Das Telefon klingelt immer leiser, die Welt wird dunkel - und zum allerersten Mal im Leben schlaf ich am Schreibtisch ein. Ich werd wohl alt…

Doch von vorne: Wir können uns nur einen Tag Urlaub leisten, und müssen mangels Angebots von “Vereinsseite” diesmal mit “handgemachtem Tagesflieger” Vorlieb nehmen. Das heisst: Am Montag, direkt nach der Arbeit geht´s los. Das Abenteuer “24 Stunden Zypern” beginnt!
Vom Büro zum Düsseldorfer Flughafen sind´s nur ein paar Minuten, und begeistert entdecken wir dort schon die ersten Schalker als uns das Taxi auf den Bordstein vor Terminal B spuckt. “Alte” Bekannte wohin das Auge reicht. Ein gutes Dutzend Blaue, darunter Andrea, mit der zusammen wir diesmal die Expedition durchführen. Inne Drogerie werden noch Ohrenstöpsel gekauft, für “falls jemand an Bord höllisch schnarcht”, und am Security-Check wird gezwungenermaßen alles Flüssige ausgetrunken oder weg geworfen.
Drinnen wird das eben entsorgte Wasser wieder neu erstanden. Doppelt so teuer jetzt, aber immerhin begleitet von einem netten Spruch: “Hoffentlich haben sie viel Geduld mitgebracht. Was hier in den letzten Tagen los war, mit Verspätungen und so…”. Oha - da macht mir das Mädel jetzt schon Angst. Wir fliegen mit Czech Airlines nach Prag, haben dort gut ein-einhalb Stunden Zeit bis der Anschlußflug nach Larnaka abhebt. Da darf nix dazwischen kommen, auch wenn mit Papa Rakovsky, dem Vater eines Schalker Nachwuchskickers, der in Prag arbeitet, jemand in der “Goldenen Stadt” bereit steht, auf seinen Nasa-Terminals jede Flugbewegung überwacht und uns notfalls Asyl gewähren will, falls alles schief geht. Darf nix schief gehen!
Statt “19:15” wird inzwischen schon “19:35” als neue Abflugzeit gemeldet, aber diese Uhrzeit verstreicht, ohne dass sich jemand am Gate blicken lässt. Hab Bauchweh. 20 Uhr vorbei, jetzt wird´s langsam aber richtig eng. 20:30 Uhr. Ein halbwegs interessierter Herr der Airline meint: “Es sind 18 Passagiere auf dieser Maschine, die weiter nach Larnaka wollen. Wahrscheinlich wird man in Prag auf sie warten - wenn nicht, dann kümmert man sich vor Ort um sie”. Danke! Sehr beruhigend! Ich zittere vor Furcht, dass wir´s nicht auf die Insel der Götter schaffen und uns stattdessen eine deprimierte Nacht mit Pilsner Urquell um die Ohren hauen werden (hätte zwar auch was, aber kein Vergleich zu “Europapokal”!).
Um kurz vor 21 Uhr sind wir dann endlich in der Luft, ein witziger “Kapitän” erklärt uns über die Monitore, wie der Gurt funktioniert, und der echte Kapitän avisiert unsere Landung in Prag exakt fünf Minuten nachdem der Flieger nach Larnaka schon abgehoben haben wird. Mir ist schlecht. Da hilft auch der nagelneue Airbus mit phantastischer Beinfreiheit und der feine Service an Bord nix: Ich bin nervös wie vor´nem Elfmeter!
Kurz vor der Landung: Die Stewardess sagt durch, an welchem Gate welcher Anschlussflug auf uns wartet. “A5” für Larnaka - kaum ausgestiegen, werden die ersten, die so in freudige Hoffnung versetzt wurden, enttäuscht: Der Anschlussflieger nach Ostrava hat entgegen der Behauptung eben im Flieger nicht gewartet, ist längst weg. Und wir? Da stehts: “Final Call” - und A5 ist ganz am anderen Ende des Flughafens, dazwischen noch eine Security- und Passkontrolle. Wieder geht das erst in Düsseldorf erstandene Getränk den Weg in den Mülleimer und dann sitzen wir wirklich, wirklich, wirklich, in der Maschine nach Zypern. HURRAAAAA!
Die Leute im Flieger gucken etwas genervt, haben immerhin bald vierzig Minuten auf uns gewartet, aber sie sagen nix. Offensichtlich kommen da fast zwanzig Fußballfans, mit denen legt man sich besser nicht an. Jetzt geht´s endlich los! Die Ohrenstöpfsel sind sicher verstaut im Gepäckfach, werden gegen Schnarcher eh nicht gebraucht und hätten gegen die in den Reihen vor uns loskrähenden Säuglinge auch keine Chance. So klein und schon Vielflieger… Nach ein paar Minuten haben sich die Zwerge an die Höhe gewöhnt und schweigen, nur noch unser Nachbar wird nicht müde, auf seinem Sitz herumzuturnen. Als Slavia-Fan will er alles über unseren kommenden Sieg wissen, und erzählt das dann seinen Söhnen in der Reihe vor uns weiter. Manchmal muss er sich auch über die Lehne werfen, um den Stammhaltern das nächste im Dunkel unter uns schimmernde Licht zu zeigen. Ist aber wirklich ein prächtiger Anblick, besonders die vielen kleinen Inseln und Dörfchen entlang der türkischen Westküste. Dann das große Rhodos, und endlich nur noch Wasser. Stundenlang brummts eintönig vor sich hin während irgendwelche Stummfilme a la “Verstehen Sie Spaß” über die Bildschirme flimmern, dann endlich taucht sie auf: Zypern, die Insel der Götter!
Im Nordteil, dem türkisch besetzten, sind weniger Lichter als im Süden, beinahe wie damals zu Zeiten der Mauer, als Dunkeldeutschland seinem Namen alle Ehre machte. Jetzt also Zypern, die geteilte Insel. Wir landen Ortszeit 3 Uhr Nachts, durchqueren die kleine Eingangshalle und schlendern zu “Hertz”, wo der nette Mann schon wartet um unseren Mietwagen rauszurücken. 850 € Selbstbeteiligung, hmmm. Es ist halb vier in der Früh, ich bin arg müde, hier fährt man auf der falschen Straßenseite, es ist ratzeduster, und in gut zwölf Stunden werd ich das Gefährt im Schalke-Trikot vor ein Stadion steuern, dessen Fans sich im Internet mit Hakenkreuz-Choreos und mit Ausstellungen von erbeuteten Gästeschals und -trikots hervortun. Ob nicht auch “0€ Selbstbeteiligung” geht? Der gute Mann guckt skeptisch. Nebenbei muss er dauernd eine sehr lästige Fliege abwehren, und das hier ist ihm auch ein bissel lästig. Ob ich schonmal auf der falschen Seite gefahren wäre? Ja, bin ich. Ist auch nichtmal gelogen. Na gut, dann gibts “150€ Selbstbeteiligung” für 9€ extra. Gekauft!
Ein “beinahe silberner” Renault Megane wärs, wir würden das Geschoss am Ende des Parkplatzes schon finden. Draußen vor´m Terminal trifft uns erstmal der Schlag. In Düsseldorf waren´s rattenkalte 9 Grad - hier empfangen uns super schwüle 26 Grad und ein Kiosk, bei dem´s jetzt erstmal was zu trinken gibt. “Nur 3€, billig!” ruft ein junger Schalker fröhlich, als er endlich die Bierdose in der Hand hat. Die meisten hier wollen sich die restlichen Stunden bis Sonnenaufgang irgendwie und irgendwo um die Ohren schlagen. Wir haben ganz in der Nähe ein Hotel aufgetan, und da geht´s jetzt hin.
Dauert aber.
Die Karre hat keinen normalen Schlüssel sondern nur so´ne Art Chipkarte. Die muss man irgendwo reinschieben, aber wo? Ist ratzeduster im Auto, und der erste Versuch scheitert kläglich. Krieg das Plastikteil kaum wieder raus aus dem Spalt zwischen Armaturenbrett und Motorhauben-Hebel. Uff. Der erste Stress ist überstanden, da beim Schaltknüppel flutscht das Teil problemlos rein, den Starterknopf gedrückt - und los!
Unser “Hertz-Mann” hat mir einen ganz tollen Straßenplan gemalt. Könnte von Picasso sein. Eine einzelne geschwungene Linie, locker aus´m Handgelenk auf ein A4 Blatt geworfen. “And here you turn right, and there you turn left!” - und das wär´s dann. Na super. Schon nach dreihundert Metern die erste Überraschung: Die fahren nicht nur auf der falschen Seite hier, nein, im Kreisverkehr geht´s linksrum! Das ist mal so richtig komisch, aber ohne Zögern stürze ich mich und meine Passagiere in den nicht vorhandenen Verkehr und überstehe das Abenteuer schadlos. An der Ampel rechts abbiegen, und dabei wieder auf der linken Spur ankommen, noch so ein Stunt, bei dem die beiden Mädels im Auto am liebsten quietschen würden. Ich auch. Geht aber.
Jetzt, hier irgendwo muss doch das Hotel sein. 30km/h darf man fahren, 30km/h fahr ich, und werd von einem 911er eingedost, der mit mindestens 120 Sachen rechts an uns vorbei brettert. Wahnsinn. Rechts überholen ist hier aber Vorschrift, darfste nicht meckern. Da entdeck´ ich nebenan am Strand eine Wohnanlage, die den Namen meiner Frau trägt! Verblüffend, das muss doch ein gutes Zeichen sein! Und wahrhaftig - direkt gegenüber ist das Hotel - ich steh ja schon direkt davor! Hurra!
Auf einem staubigen Fleck wird der Franzose zurück gelassen, und dann bekommen wir unsere Schlüssel. Nichts von dem, was laut “HRS” eigentlich kostenlos zu erhalten sein müsste, gibt´s. Nix zu trinken, kein “leckerer Obstsalat” und “HighSpeed Internet” schonmal gar nicht. Egal, die Telefonnummer war ja auch falsch, wie ich am Freitag noch bei der Überprüfung der HRS-Reservierung festgestellt hatte. Da rettete mich ein Anruf beim Bürgermeisteramt in Larnaka und ein Fax (weil „online könne man momentan sowieso nix im Hotel reservieren“, da nützt auch die ausgedruckte HRS-Bestätigung nix) - bis dahin hatte ich noch befürchtet, es werde uns wie einst in Lissabon ergehen, als wir nach einer HRS-Buchung vom Taxi abgesetzt wurden vor einer entkernten Hotel-Ruine. Ne, hier ist alles klar. Es ist vier Uhr - ich will nur in´s Bett.
Zimmer ok, Klimaanlage einschalten (wie zum Teufel geht das?? Schatzi!!!!!), und ab in die Falle. Das Mobiltelefon hat zwar Empfang, zeigt aber eine völlig hirnrissige Uhrzeit, ist wohl vom Flug verwirrt und momentan als Wecker unbrauchber. Muss also ohne gehen.
Draußen, direkt gegenüber, rauscht das Meer. Schöööön!!
Dienstag, 16.September
Um fünf Uhr war ich nochmal wach. Irgendeine neue Reisegruppe ist polternd im Hotel eingefallen, aber ansonsten hab ich gute drei Stunden durchgeschlafen, als ich von der Matratze springe: Heute gilt´s: Auswärtssieg!
Die Dusche gibt einzelne, vor Einsamkeit ganz depressiv gewordene Wassertropfen ab. Gar nicht so einfach, sich mit so einem Gerät richtig frisch zu machen, aber irgendwie geht´s. Frühstück gibt´s bis zehn, wir sind eine Stunde vorher da und ziemlich allein. Das Essen sieht komisch aus, besonders die Wurst - aber es schmeckt richtig lecker, und wir schlürfen den wunderbaren Kaffee, schauen hinaus auf den in hellstem Sonnenschein liegenden Strand, von dem das Mittelmeer mit tausend Zungen immer wieder ein Stückchen weg leckt. Verlockend!
Eine halbe Stunde später treibe ich durch´s kühle Nass, das gar nicht so kühl ist. Sind bestimmt schon dreißig Grad, und das Wasser hier lau wie “Badewanne”, nur salzig ohne Ende. Brrrrr. Aber ist das grandios! Zwei Stündchen lang schwimmen wir im Mittelmeer herum, auf der Suche nach dem Schaum, aus dem Aphrodite geboren wurde (ist zum Glück woanders) und staunen über die ab und zu im Tiefflug vorbei schwebenden Passagierjets. Da drüben ist die Landebahn des Flughafens. In gut 18 Stunden heben wir von dort wieder ab.
Jetzt erstmal den dieses Jahr ausgefallenen Sommer genießen. Auf den Liegen des Nachbarhotels flezt´s sich völlig ungeniert. Die kosten nix, wenn wir uns unauffällig benehmen - so der hilfreiche Tipp unseres Portiers. Im Minimarkt um die Ecke haben wir was zu trinken besorgt und jetzt werden Pläne für den Tag geschmiedet. Meine Holde Hellenin und ich waren vor Ewigkeiten schonmal auf Zypern, müssen hier eigentlich nix mehr sehen. Andrea hat genau wie wir auch keine Reiseführer gelesen, also geht´s heute ganz locker zu. Keine Pläne, kein Stress.
Auf´m Meer treiben ein paar Boote, da hinten in der Ferne sieht man die östlichen Strände Larnakas, wo Dirk und andere Schalker schon ein paar Tage auf das Spiel warten. Wie auch in Agia Napa, der Touristenhochburg, die nochmal dreißig Kilometer weiter weg ist. Hinter uns sind ein paar Bauarbeiter in aller Ruhe damit beschäftigt, extra für uns einen nagelneuen Zebrastreifen auf die Küstenstraße zu malen. Sieht nicht so aus, aber die werden tatsächlich bis Mittag damit fertig sein. Inzwischen sind´s über 35 Grad, und der Asphalt kocht. Mit bloßen Füßen rennt man da besser nicht zurück in´s Hotel.
Nochmal wird geduscht (soweit das geht), der Rucksack gepackt, mit verständnislosen Blicken die unbrauchbaren Jacken über den Arm geworfen, und dann sind wir unterwegs. Den guten Mann an der Rezeption frag ich, wo man denn heute nacht nach´m Spiel in Larnaka vernünftig essen könnte, und der antwortet, die meisten Restaurants hätten nur bis ungefähr 22 Uhr warme Küche, aber es gäbe da “special Clubs”… Mit Blick auf meine beiden Begleiterinnen will er mir die aber wohl lieber doch nicht empfehlen…
Ein letzter Blick auf die prähistorische Pay-TV-Anlage (ein Fernseher in der Lobby, von 1492, mit Münzeinwurf. Wahrscheinlich nur für Drachmen, die “Alexander, der Große” noch benutzte), ein vergebliches Fragen, ob man hier im Hotel wenigstens irgendwo online für den Rückflug einchecken könne, und das war´s. Wir sind weg.
Ziellos kurven wir durch Larnaka, einfach so der Nase nach. Man muss ja mal sehen, was es hier so gibt. Aha, so sehen also Tankstellen aus. Und Kioske, die gibt´s wie Sand am Meer. Und Zeitungen, Zeitschriften ohne Ende. Ampeln durchfährt man prinzipiell bei Dunkelgelb, und auch leichtes Rosa stört nicht weiter. Im Kreisverkehr hat wahrscheinlich der Vorfahrt, der schon drin ist, wie ich dem Zögern der Anderen entnehme. Und “rechts vor links” gilt, obwohl hier falschrum gefahren wird. Auch witzig.
Das Auto ist rechtsgelenkt, also links geschaltet - und leider kein Automatik. Das geht trotzdem ganz passabel, nur der vierte Gang schummelt sich gerne mal dazwischen. Macht nix, einmal rühren, passt. Nur, wieso piepst die Karre wie blöde, wenn ich nach links blinke? Meistens jedenfalls, aber nicht immer? Über ein paar Kreuzungen hinweg wird experimentiert, aber wir kommen nicht dahinter, was das soll. Na - Hauptsache die Karre fährt! Irgendwann verfranzen wir uns ordentlich in einem östlichen Industriegebiet und entscheiden: Auf nach Nikosia!
Eigentlich heisst die Stadt ja “Lefkosia” - und wird auch von allen so genannt, nur irgendwelche alten Kreuzritter aus Frankreich haben die damals umgetauft. Wieso, das weiss kein Mensch, aber so gesehen passt´s ja. Nikosia also. Eine feine Autobahn führt nach Norden, wir durchqueren eine sandige, leicht hügelige Landschaft. Die grausligen Temperaturen da draußen lassen in der wüstenähnlichen Landschaft kaum was Grünes am Leben. Was Königsblaues vielleicht auch nicht, aber wir haben ja eine 1A-Klimaanlage. Hundert Sachen sind erlaubt, und weil ich nicht rausfinde, wie man die am Lenkrad befindlichen Knöpfe für den Tempomat dazu bringt, zu funktionieren, bin ich mal zu langsam, mal zu schnell. Die häufig auftauchenden Schilder zu “Radarfallen”, auf denen uralte Hasselblad-Kameras abgebildet sind, werden ignoriert, je nachdem was die anderen Autos hier so machen. Noch immer fällt es mir schwer, den Abstand nach links richtig einzuschätzen, deswegen wird kilometerlang mit dem Randstreifen geübt. Das gibt so schöne Summtöne, wenn man mit dem Reifen drauf kommt, und sogar kleine Hüpf-Tänzchen, wenn man ihn deutlich überquert und die Noppen am Fahrbahnrand überrollt. Für meine weltbeste Ehefrau ist das nix, und das lass ich dann lieber. Hat aber Spaß gemacht!
Der Verkehr auf der Rennbahn ist nichts Außergewöhnliches und stört sich auch nicht an den zahlreichen Baustellen. Ein paar Minuten lang versuchen wir, dem Radio skurrile lokale Klänge zu entlocken, aber entweder ist der Empfang miserabel oder der Sender spielt denselben Pop-Einheitsbrei, den´s bei uns zuhause auch gibt. Also wieder aus das Ding. In Windeseile sind die knapp 40 Kilometer überbrückt, und da hinten tauchen die Hügel im Norden hinter Nikosia auf - darauf riesengroß die mit Steinen ausgelegte türkische Flagge. Die Luft flimmert in der Hitze, und es sieht fast aus, als würde sich der Berg mit seiner Fahne darauf im Wind wiegen.
Links taucht wie erwartet (“Google Earth”sei Dank) das Stadion auf, und wir verlassen die Rennbahn, um schonmal abzuchecken, wie man da nachher hinkommt und wo man am besten parkt. Wir umkurven das fein geschwungene Dach der Haupttribüne, rollen bis ganz hinten über die Parkplätze unter der Nordkurve, und fahren dann die Rampe hinauf direkt zu den Kassenhäuschen und Blockeingängen am Stadion. Staunend passieren wir Stacheldraht-Anlagen, wie man sie zuletzt an der Grenze zur DDR gesehen hat - wozu brauchen die sowas rund um ein Fußballstadion? Offensichtlich wohl, um Fangruppen auseinander zu halten. Das kann ja heiter werden.
Direkt vor der Südkurve, wo ein paar Helfer eben sauber machen, stell ich den Wagen ab. Drei Schritte nur, und wir sind im Stadion - das Tor ist nämlich offen, und wer könnte da widerstehen? So finden wir uns also in der berüchtigten Kurve der Apoel Ultras, zum Glück ganz allein. Die Sitze hier sehen ziemlich mitgenommen aus. Ausgebleicht von der Sonne, zugeweht vom Steppensand, und zertreten von Fan-Stiefeln. Ein schönes Stadion, ziemlich neu. Wird bestimmt ein schöner Abend!
Draußen liegen entwertete Freikarten herum - offensichtlich von gestern abend. Ein griechischer Sänger hat hier konzertiert, weshalb das Abschlußtraining der Schalker im direkt nebenan liegenden Nachwuchsstadion stattfinden musste. An den Kiosken studiere ich schonmal den Aushang, und finde darauf keine Bratwurst. Deprimierend, aber jetzt hab´ ich Hunger. Auf in die Stadt!
Die fünf Kilometer bis in´s Zentrum der geteilten Hauptstadt legen wir über breite Straßen zurück, die immer mehr zu Baustellen mutieren, bis wir uns schließlich im Umleitungsgewirr völlig verirren - per Zufall entdecke ich einen Rest der alten Stadtmauer und erkenne da hinten das berühmte Museum, in dem wir vor vielen Jahren schon mal waren. Das “Holiday Inn” kann nicht weit sein, und mein Schatzi blättert wild im Touristenheft, das ein paar Straßenkarten enthält. Da links, der alte Grenzübergang vor dem die Mütter mit ihren Klageschildern immer warteten, und hier, tatsächlich: das gesuchte Hotel!
Direkt gegenüber liegt ein großer Parkplatz, wo der Renault sich jetzt mal drei Stunden lang ausruhen darf, während wir den Nobelschuppen entern in der Absicht, die berühmte Dachterasse mit Pool und Café zu überfallen. Von dort oben, das wissen wir noch, hat man einen phantastischen Blick über die Stadt. Aber nicht heute - denn das ist inzwischen ein Restaurant da oben, und öffnet erst spät abends. Schade.
Wenigstens gibt´s auch im Erdgeschoss leckere Gastronomie und so futtern wir in einem wunderbar klimatisierten Raum edle Speißen und bereiten uns schonmal mental auf den kommenden Sieg vor. Apropos: Eintrittskarten! Haben wir ja noch keine, müssen wir uns mit Rolf treffen. Der geht nach achthundertmal Klingeln auch ans Telefon, meint, er sei mit der Mannschaft irgendwo im Nichts, 50 Kilometer weg vom Stadion, und käme zwei Stunden vor Anpfiff da hin. Ok, bis später dann!
Frisch gestärkt würden wir jetzt gerne per Internet für die Rückflüge einchecken, aber das geht im Hotel gerade nicht, man schickt uns ein paar Häuser weiter in ein uriges altes “Money-Order-Büro”, das auch Internet-Benutzung anbietet. Einen Euro gelatzt und wir blättern ein bissel im Forum und auf der Schalker Website - aber Online-CheckIn geht nicht. Also die Airline in Larnaka angerufen, was das Problem ist. Dort hat man noch nie gehört, dass sowas überhaupt möglich wäre. Ob wir sicher wären, dass wir bei den Hinflügen Online eingecheckt hätten? Da bleibt dir die Spucke weg. Egal, wir geben auf.
In den Straßen nebenan finden wir eine Fußgängerzone und Andrea ergattert ein Souvenir. Schalke-Schals haben die hier nicht, eine echte Marktlücke. Ok, ist vielleicht ein bissel heiß hier für Schals. Schalke Eiswürfel dann? Die Parkuhr ist inzwischen abgelaufen, bald 17 Uhr - wir entschließen uns, nochmal mit der Karre ein bissel durch die Altstadt zu düsen, gehen im Gewirr der Gassen dabei gänzlich verloren und einer etwas verwirrt guckenden Oma am Straßenrand erkläre ich beim dritten vorbeikommen, dass wir nur die “Zwillinge” von den anderen wären. Die versteht mich aber sowieso nicht.
Mehr per Zufall finden wir trotz meiner überragenden Fahrkünste die Moschee, den Makarios-Palast, die Bischofskirche und das Friedensdenkmal. Man muss mich halt nur machen lassen :-) Die große Makarios-Statue ist leider fast vollständig verhüllt - durch die Ritzen in der grünen Plane hindurch kann man erkennen, dass sie offenbar Opfer von Vandalen wurde. Rot und Gelb bespritzt. Galatasaray-Fans wahrscheinlich…
Es wird Zeit, zum Stadion zu fahren. Als hätten sie´s gewusst, fangen rundherum die Muezzine beider Stadtteile an, von den Minaretten ihrer Moscheen herab eindrucksvoll zum Gebet zu rufen. Himmel Hilf - die Schalker kommen! Klingt super. Ab in´s Auto, rüber zur Stadtmauer und schon stecken wir am Rande der Altstadt im Feierabend-Verkehr - aber wenn man hinreichend drängelt, dann lassen einen die Leute auch vor, und als wir endlich die ersten vier großen Kreuzungen überquert haben, geht´s auch ganz rasch voran.
Um 17:40 erreichen wir das Stadion. An beiden Rändern der Straße stehen die Autos schon in Fluchtstellung - das lässt vermuten, dass die Abfahrt von den Parkplätzen hier gewöhnlich etwas zäh von statten geht. Die Einfahrt zur Südkurve ist jetzt abgesperrt, ein Ordner davor. Ich kurbel´ die Scheibe runter und meine Hellenin ruft dem Ordner was auf “Total-Auswärts” zu, um rauszufinden, wo wir als Gästefans das Auto am besten hinstellen sollten. Der Ordner hat keine Ahnung, ist sowies erstaunt darüber, Schalke-Fans mit Auto vorfahren zu sehen. Im selben Moment quietscht neben uns ein Taxi und raus springen weitere Blaue: DJ Dirk & Co.
Wir parken also erstmal hier und schwätzen ein Weilchen. Dirk bemängelt mein Outfit. Trikot über´m T-Shirt. Meine Frau, die für mein Äußeres zuständig ist, meint, das ginge so. Auf Fotos werd ich später mit Schrecken das Gegenteil erkennen, na warte! Aber jetzt bleibt das erstmal so. Dirk macht sich auch Sorgen um meine schönen, reinweißen Beine. Von wegen “Sonnenbrand” und so. Aber es wird doch bald dunkel ?! Stefan, der letztes Jahr ein feines Buch über seine Erinnerungen, sein “Leben als Schalke-Fan” veröffentlichte, zeigt stolz das eben an der fahrbaren Bude erstandene “Germania”-Bier und will wissen, wieso es von mir immer noch kein Buch gäbe. Weiss ich auch nicht.
Die nette Unterhaltung wird jetzt gestört von ein paar Apoel-„Hooligans“, die uns entdeckt haben und sich ziemlich fies anstellen: Mit ihrem riesigen PickUp-Truck fetzen sie von der Straße hinüber auf einen staubigen Sand-Parkplatz, drehen richtig auf, legen mit dröhnendem Motor vier Pirouetten in den Dreck und erzeugen so einen wahren Sandsturm, der vom böigen Wind direkt auf uns zu getrieben wird. Wir gehen hinter den drei Futterbuden in Deckung und bleiben unversehrt - während jeder, der hier fortan was kauft, sicherlich mit Sandkörnern zwischen den Zähnen heimkommen wird. Das haben die Apoel-Typen bestimmt nicht zum ersten Mal so gemacht. Eigentlich ganz gewitzt.
Wir ziehen hinüber ans Stadion, direkt vor die Heimkurve, wo jetzt viele nach Tickets anstehen und uns skeptisch beäugen. Es fällt aber kein böses Wort. Ein einzelner, einsamer “Fanshop-Transporter” steht auf dem Platz, aber leider haben sie keine Schals oder Wimpel, auf denen beide Vereine genannt werden. Nur ein extra für´s Spiel produziertes Trikot, in Apoel-Orange, mit beiden Vereinslogos drauf. Och nö.
Einige Schalker treffen wir jetzt hier, alle auf der vergeblichen Suche, wenigstens nach Pins. Pustekuchen. Weiter vorne, am Tribüneneingang, werden nur Schalker VIPs eingelassen, daneben in der Stadionkneipe treffen wir weitere Bekannte. Immerhin 78 Schalker sollen´s “auf eigene Faust” hierher geschafft haben… Manche haben inzwischen auch die Eintrittskarten, aber wir suchen Rolf vergebens, und an´s Telefon geht er auch nicht mehr. Jemand erzählt, die Kollegen stünden ganz vorne an der Straße - verdammt - also wieder den ganzen Weg durch die Hitze zurück gelatscht.
Da sind sie! Einer hat die Umschläge mit den Tickets, die Kollegin die Liste mit den Bestellern. “Berghöfer, Berghöfer…? Find ich nicht auf der Liste.”
Das sind so die Momente, auf die freuste dich wirklich. 4000 Kilometer geflogen, die Nacht um die Ohren gehauen, stehste jetzt vor´m Stadion am Ende der Welt und erfährst, dass man leider gar keine Eintrittskarte für dich hat. Normalerweise würde ich jetzt hier ganz langsam und leise wimmernd versterben. Aber heute, weiss ich, brauch ich das nicht. Die Kiste wird eh nicht voll, kauf ich mir eben ne Karte am Schalter - doch halt: Der Herr der Umschläge blättert und deklamiert: “Berghöfer! Da hab ich´n doch!”. Schließlich findet man mich auch auf der Liste, wenn´s Karten gibt, ja, dann muss ich doch da irgendwo stehen! Na also.
Da der Weg vom Gästeblock, der Nordkurve, bis hierher schon so weit war, und wir fast wieder an unserem Auto sind, beschließen wir, die Granate umzuparken. Dann brauchen wir nachher nicht nochmal so weit zu latschen, und außerdem sind wir dann nach dem Kantersieg nicht die einzigen Blauen da oben auf dem Parkplatz vor der Heimkurve. Ist vielleicht besser so.
Tatsächlich stehen auf dem eigentlichen Gästeparkplatz exakt drei Autos, und zwei davon gehören wohl den Ordnern. Hab ich auch noch nicht erlebt. Wir laufen die Rampe hoch zum Block und werden dort um ein Haar von einem Bus überrollt. Lauter “Schalker”, aber ich kenn keinen einzigen davon, wie ist das denn möglich? Ein älterer Herr sieht mein Stirnrunzeln und ruft mir in breitestem Schweizer Dialekt zu, dass sie hier auf Urlaub, aber wirklich Schalke-Fans wären. Es stellt sich heraus, dass dies ein Bus der Ferienanlage “Aldiana” ist. Die Animateure haben ihre Hotelgäste eingesackt und statt “Knie-Stretching im Pool” gibt´s heute offenbar “UEFACup”. Fassungslos steh ich daneben, wie die animierte Bande ihre Deutschland-Fahnen und das “Club Aldiana”-Banner auspackt und fröhlich in´s Stadion einzieht.
“Drüben ham uns die Apoel-Fans eben mit Hitlergruß empfangen” meint einer lakonisch. Sachen gibt´s. Die zahlreich erschienenen Ordner und Polizisten untersuchen die herbeigekarrten Event-Fans ganz genau, überlegen lange, ob “Aldiana” nicht eine rassistische Beleidigung sein könnte. Aber das Banner darf mit rein, wie auch meine alte RitschRatschKlick, die ein erschrockener Ordner in meiner Labberhose entdeckt. Kamera mit reinnehmen, ne das ginge doch nicht, oder? Ich sag, “Doch dat geht. Mach dich ma keine Sorgen nich!” und schreite einfach weiter. Jetzt hat der gute Mann das Problem, entscheiden zu müssen, ob er mich stellt und dafür ein gefährlich aussehendes Blöndchen mit Deutschland-Kappe unangetastet durchflutschen lässt. Er lässt mich ziehen.
In zwei Kiosken wird eben noch aufgeräumt, und bereits die ersten Getränke wechseln den Besitzer. Der erste Blick ins Stadion zeigt, dass hier heute massig Platz sein wird. Vielleicht 6000 Zuschauer, mehr werden´s nicht sein. Wir haben die gesamte Nordkurve für uns allein. Aber halt, so einfach ist das nicht, wie ich bei meiner versonnenen Wanderung quer durch die Kurve feststelle.
“How did you get here - Bus or Plane?” will ein Ordner wissen. “Auto” sag ich, und das erschüttert den Mann. Er gerät arg in´s Grübeln, und ich frag wieso. “Weil die mit Bus hier links auf die Tribüne müssen, die mit Flieger nach rechts!”. Blocktrennung innerhalb der selben Fangemeinde, je nach Anreisegefährt? Sensationell, man erlebt immer wieder mal was ganz Neues. Als Autofahrer gehöre ich in keine zugelassene Kategorie, werde hoffentlich aber trotzdem nicht des Feldes verwiesen. In der Annahme, der Bube meint mit “Flieger” den der Mannschaft sag ich ihm, dass ich hier fast alle Leute kenne, und da wohl keiner in diesem Flieger sass. “Die hocken alle da drüben!”, erklär ich, “Unterm Dach, und mit Schampus und Edelbratwurst und so!” Ein Polizist wird zu Rate gezogen, weil, ich steh grad auf der “Bus-Seite”, hab meine Holde Hellenin aber drüben auf der andere Seite gelassen, wo man mich jetzt eigentlich nicht mehr hinlassen will.
Also geh ich wieder raus, an den Kiosken vorbei, und hinten wieder in den anderen Block. Es dauert eine ganze Weile, und die Beobachtung von drei Völkerwanderungen, bis ich kapiere: Die Ordner ziehen in Reihen auf und verteilen sich strategisch. Zwei Reihen Polizei nehmen ganz rechts und links außen von oben bis unten Platz, und die “Aldiana”-Leute werden geschlossen in die linke Hälfte der Nordkurve verfrachtet. Ah - so ist das gemeint! Die “Harmlosen” nach links, die anderen - also wir - nach rechts.
Vor uns wärmen sich die Teams auf, die Schalker direkt vor unserer Nase. So langsam setzt die Dämmerung ein, es sind noch knapp 30 Grad, aber eine kühle Brise windet sich sacht ins größtenteils dachlose Stadion. Kein Musik- oder Werbe-Lärm, es ist einfach nur angenehm ruhig, warm und schön hier. Nach “Europapokal” kommt´s einem gar nicht vor. Eher wie “Testspiel”, damals in Waalwijk beispielsweise, oder in St.Truiden. Aber es geht doch um was, Mensch, los, werd nervös! Klappt nicht.
Wir schwätzen mit einigen Bekannten. Ah, ihr auch hier? Hätte man sich denken können! Wie, über Budapest? Am Strand geschlafen, nicht so toll, wegen Mücken und aufdringlicher Hunde, oweh. Und ihr? Schon seit Sonntag, Pauschalangebot, nicht schlecht. Nach und nach werden sich die 78 Schalker in den nächsten Tagen verabschieden - die einen so wie wir direkt heute Nacht schon, die anderen bleiben noch ein paar Tage, wollen beispielsweise auch den Auftritt von Manchester City hier, am Donnerstag, noch mit erleben. Da unten hängt die Fahne von “Easy und Anni” - die war, wenn ich mich nicht irre, damals am schwarzen Meer, beim Spiel gegen Trabszon, unrühmlicher Held bei üblen Beinbrüchen. Aber heute wird sie nicht an hohen Betonmauern platziert, sondern hängt brav über´m Geländer. Da passiert dann auch nix.
Die Leute vom Fanclubverband laufen durch die Reihen, fragen jeden Einzelnen, wie er hierher zum Stadion gekommen ist, und wohin er nachher zurück muss. Als klar ist, dass viele noch keine Ahnung haben, wie sie abends zurück an die Südküste kommen sollen, beginnen sie damit, einen Bus zu organisieren, der alle einsacken soll. Saubere Sache! Dann kommt Rolf vorbei und erzählt, er habe eben mit “dem Präsi” telefoniert, und der habe versprochen, er werde Allen, die heute hier dabei wären, das nächste Spiel zur Hälfte sponsoren. “Auswärts und Europa aber hoffentlich?” Na klar. Ui. Da bin ich mal gespannt, was das heissen wird. Tagesflieger für die Hälfte, das wär schon was. Eintrittskarte schon weniger. Die heute hat 33€ gekostet. Also praktisch nix im Vergleich zu den 500€+, die Flug und Auto und so weiter verschlingen…
Inzwischen hat der Stadionsprecher die Mannschaftsaufstellungen verlesen, und in der Südkurve rollen die Ultras Apoel ein großes Banner aus, und heben an zu singen. Und singen und singen und singen und hören nicht mehr auf bis das Spiel vorbei ist. Sehr hübsch. Mein Schatz übersetzt mir manches von dem, was die da drüben, von Trommeln begleitet, von sich geben. Sie lieben ihren Club, egal in welcher Liga und so weiter. Auch wenn mehr als die Hälfte der Melodien bekannt sind, die Rhythmen der anderen Kracher sind betörender als die in unseren Stadien. Nicht ganz so grandios wie das, was wir in einem Länderspiel mal in der Kurve der Syrer erlebt haben, aber immerhin.
Mit einem leichten Rumpeln fällt die Sonne schlagartig vom Himmel und überläßt allein dem funzeligen Flutlicht den Kampf gegen das nahende Dunkel. Das Spiel entwickelt sich an diesem lauen Sommerabend ganz nach unserem Geschmack. Schalke ist klar besser. Total viel besser. Erstaunlich eigentlich, haben die anderen da doch immerhin Roter Stern Belgrad rausgehauen. Aber heute trauen sie sich nichts, und Westermann, Rakitic und Sanchez schießen eine total beruhigende 3:0 Führung heraus. Auf der anderen Seite spielt Fährmann tadellos, und wenn man überhaupt was meckern wollte, dann, dass Engelaar, der endlich wieder spielt, wie in den letzten Testspielen ziemlich schlampige Pässe abliefert und häufig zu träumen scheint wie man´s bisher nur von Großmüller gewöhnt war.
Zur Pause umhüllt uns längst tiefschwarze Nacht. Ein knallroter Vollmond geht im Osten auf, steigt langsam gelber werdend nach oben und wird Zeuge einer kulinarischen Katastrophe. Andrea hat sich was gekauft, das sieht äußerlich nach frittierter Wurst aus, ist aber ganz schrecklicher, kalter Fraß “mit irgendwas”. Ich darf mal probieren und entsorge es in Windeseile. Selbst hab ich mir am Kiosk mit meinem besten Griechisch “Frappé Metrio” geholt, super lecker, und zu essen gäb´s Croissants, wenn mir das komische Ding eben nicht völlig den Appetit verdorben hätte. Meine Ex-Europameisterin futtert ein Sandwich, und das Croissant wird Nachts den Flug nach Mitteleuropa mitmachen. Aufregend für so´n Stück Blätterteig! Ähnlich aufregend die Putzorgie an meinen wunderfeinen ´97er Kärcher-Trikot: Von den staubigen Sitzen hat´s ganz häßliche weißgraue Streifen davon getragen, das geht ja mal gar nicht!
In der zweiten Halbzeit spielt Schalke richtig schlecht. Einfach furchtbar. Überhaupt kein Willen mehr. Nur noch Tänzeln und Ballschieben und so tun “als ob”. Ich fühl mich ein bissel betrogen jetzt. Für 90 Minuten Schalke bezahlt, aber nur 45 Minuten bekommen. Obwohl…. Eigentlich ist dieses “wir schludern jetzt mal rum” ja ganz typisch Königsblau. Natürlich kriegen die anderen so Oberwasser, werden wahrhaftig frech und gefährlich. Rumms, die Pille an die Latte. Klatsch, das Ei in die Maschen - 1:3 nur noch, und was für ein blitzsauberer Angriff das war. Jetzt flippen die Heimfans aus und die Stimmung in deren Kurve wird noch besser. Und selbst der Stadionsprecher freut sich, meldet endlich mal, dass ein Tor gefallen ist. Kurz darauf läuft eine Kopie dieses Angriffes, und wir können von Glück sagen, dass hier nicht das 2:3 fällt. Dann rettet Fährmann zweimal hervorragend und ich werd langsam richtig sauer - bis die Pfeiferei beginnt.
Nein, nicht die Schalker pfeifen. Die Zyprioten. Halil Altintop wird eingewechselt, und Türken mögen sie offenbar nicht so. Halil zahlt´s ihnen heim, mit einem wunderschönen Heber macht er das 1:4 und damit den Sack endgültig zu. Fährmann darf sich nochmal auszeichnen, wird dabei von Höwedes unterstützt, als Rafinha völlig übermütig im eigenen Fünfer den Ball blind mit der Hacke zum Gegner spielt - aber dann ist´s vorbei.
Schalke gewinnt das UEFACup-Hinspiel auf Zypern mit 4:1, das dürfte im Rückspiel nicht mehr schief gehen. Moment mal. Wisla Krakau? Ach, ne, wenn´s so liefe, gäbs diesmal wenigstens noch Verlängerung… Jetzt kommen die Helden, wieder beinahe zögerlich, in die Kurve. 60 Aldiana-Clubreisende und 78 Schalke-Fans jubeln ihnen zu, und Sprechchöre wie “Wir wollen die Trikots” werden von der halben Mannschaft so beschieden, dass sie ihre verschwitzten Klamotten in die Menge werfen. Halil bedankt sich ausdrücklich bei drei Türken, die extra aus dem Nordteil herüber kamen um ihn anzufeuern, und Toto will wissen, ob er und ein Kumpel in unserem Auto mitgenommen werden können bis irgendwohin, wo ein Taxi fährt. Schwierig, weil hinter mir wegen meiner langen Stengel kein Platz ist für Füße. Aber wir können´s versuchen, mal sehen was so ein rechtsgelenkter Renault mit Pieps-Manie aushält!
Blocksperre gibt´s heute keine. Super. Draußen machen die Animateure von ihren Schäfchen Gruppenfotos am Bus (anstatt im Stadion - was soll dat denn?) und kopfschüttelnd laufen die Schalker daran vorbei. Wir ziehen ziemlich spät hinab zum Auto, das völlig vereinsamt auf dem großen Parkplatz steht. Ein Bus rollt gerade an, und der Fahrer stoppt, als er uns die Rampe herab kommen sieht. Ah, das ist der “frisch organisierte” Bus, der die Schalker gen Süden bringt. Nein, wir müssen nicht mit. Kirsche wird vom Busfahrer befragt und der winkt, beruhigt den Fahrer und dann rollen sie davon. Ich ruf Toto an, wo er denn steckt. Im Bus, aha. Sicherlich die bessere Wahl, wenn ich mir ansehe, wie wir drei jetzt hier in der Kiste hocken.
Die Abreise ist genauso problemlos wie alles andere. Keine bösen Fans, kein Gestänkere, nur ein paar Minuten Stau bis zur ersten Kreuzung und dann sind wir auf der Autobahn, passieren nochmal das hell erleuchtete “GSP”-Stadion und rauschen gen Süden. Gegen 22 Uhr erreichen wir in Larnaka eine Tankstelle, wo ich lerne, wie man den Automaten bedient und ruck zuck die Karre wieder auffülle - knapp einen Euro der Liter. Kann man sowas im Handgepäck mitnehmen? Zehn Minuten später rollen wir die Strandpromenade an, wo eben auch der Bus seine Ladung Schalker abwirft.
Sie hören unser Rufen nicht, schauen mit großen Augen hinüber auf die Fünfzig, Sechzig großen Promenaden-Cafés, in denen viele Leute sitzen und auf zahlreichen Großbildschirmen die heutigen Championsleague-Partien verfolgen. Während wir im Schritttempo die Promenade entlang kriechen, rechts die Kneipen, links Strand und Meer, bleibt hinter uns der Bus stecken. Parken ist hier verboten, aber die Straße ist beidseitig zugestellt von Autos, und an einer Stelle ist es einfach zu eng für den Bus. Da haben wir ganz schön Glück gehabt…
Erst ganz am anderen Ende finden wir eine Lücke, stellen das Geschoss ab und erobern ein Restaurant. Ist eigentlich offenbar ein Fischhaus, aber wir schwätzen mit dem Chef, und der will uns was Hausgemachtes fabrizieren, das nicht auf der Karte steht. Bifteki auf zypriotisch, in zwei verschiedenen Variationen. Dauert ein Weilchen aber schmeckt super lecker. Dazu das Bier, dessen Reklame wir im Stadion die ganze Zeit im Rücken hatten. Auswärtssieg im Rucksack. Das Leben ist herrlich.
Gegen 23:30, als wir gerade zu Ende gefuttert haben, sehen wir über´m Meer ein einsames Flugzeug verschwinden - das muss die AirBerlin-Maschine sein, mit der die Mannschaft jetzt nach Hause fliegt. Haben die´s gut! Wir flanieren derweil noch einmal den Strand entlang, bleiben hier und da stehen, wo ein paar Schalker sitzen, oder wo der Jubel gerade besonders laut ist: Famagusta hält in Bremen ein 0:0, und die ganze Insel ist mit fieberndem Herzblut dabei. Da interessiert die Teilung kein Schwein mehr, und so muss das auch sein. Als der Schiri abpfeift springen die Leute glücklich jubelnd auf, und ein paar Minuten später kommen die ersten tiefergelegten Assikarren mit lautem Gehupe die Promenade entlang. Kennt man irgendwo her.
Wir sind wieder am Auto. Ein letzter Blick zum Strand. Es ist zu dunkel, um das Wasser sehen zu können, aber unter den Palmen liegt offenbar manch einer, der heute kein Hotel braucht - oder sich keines leisten kann, denn Obdachlose gibt´s auch hier.
Inzwischen ist es Mittwoch, der 17.September. Wir erreichen den Flughafen eine halbe Stunde nach Mitternacht und auf den letzten Metern hat Andrea zu aller Überraschung das lang ersehnte „Heureka!“-Erlebnis: „Ich weiss jetzt, wieso es piept, wenn nach links geblinkt wird!! Das ist die linke Seite von der Abstandswarnung, die meldet, ob was im Toten Winkel ist!“. Wahrhaftig! Wann immer ich links blinke, fängt das Gepiepe an, wenn ich beispielsweise an einem Verkehrschild vorbei komme. Gute Idee, bescheuert umgesetzt. Na, wenigstens geben wir das brave Auto also im Wissen ab, dass alles heile ist. “How was the match” will der gute Mann von “Hertz” wissen, freut sich mit uns. “Und wo ist deine Fliege?” will ich wissen - “heute nicht da!” ruft er just in dem Moment, wo das Mistvieh sich an mir vorbei zwängt und sich auf seiner Glatze niederläßt. Seinen bösen Blick beantworte ich mit: “It came from Europcar!” und deute anklagend in die grüne Bude am anderen Ende der Halle, wo ein junger Adjutant ganz erschrocken guckt.
Bei Czech Airlines sitzen drei Mädels an den Schaltern, die Älteste davon meint, dass man erst ab 1 Uhr einchecken dürfe, aber die Jüngste lächelt so nett, die hilft uns sofort. Danke, bist ein Schatz! So langsam werd´ ich müde. Und kalt ist mir auch, denn der Flughafen ist klimatisiert - auf der Toilette wird Katzenwäsche betrieben, die Arme und Beine pappen vom Tag in der Hitze ganz erbärmlich, und das muss irgendwie weg, bevor lange Hose und Hemd wieder angezogen werden. Halb-, eigentlich sogar Dreiviertelnackt steh ich also auf´m Flughafenklo und versuche die verdammte Wasserhahn-Automatik dazu zu bringen, mir einigermaßen konstant frisches Nass zu spenden. Wo sind eigentlich die altbewährten Hähne geblieben, die man einfach aufdreht und fertig? Gottseidank gibt´s hier nicht nur die ebenfalls so tollen modernen Handtrockner-Föhns, sondern auch Papier aus´m Spender - auch wenn „Abtrocknen“ mit 4 Quadratzentimeter großen Papierfetzen, die sich bei Berührung mit Wasser sofort auflösen, kein besonderer Spaß ist: irgendwann ist es (zur deutlichen Erleichterung anderer Fluggäste, die mal müssen müssen) geschafft und frisch gestylt trete ich wieder in´s Freie.
Einigermaßen präsentabel nehmen wir Drei so in der Abflugzone Platz, in einem Café, in dem auch geraucht werden darf, und wo auf acht großen Fernsehern immer mindestens drei Fußballspiele von heute gleichzeitig laufen. In den nächsten zwei Stunden sehen wir so das Massaker, das Atletico in Eindhoven anrichtet (meine Fresse ist der Aguero eine Granate - war der gegen uns auch schon so gut? Hab ich wohl verdrängt…), die unglaubliche Rennerei zwischen Marseille und Liverpool, und den Sieg von Barca gegen Sporting. Nebenan, auf der Tafel eines Wettanbieters lese ich, dass Schalke heute hoher Favorit war, hätte ich nicht gedacht. So hoch wie Chelsea oder Rom aber auch nicht - und grad die Italiener sind mal richtig auf die Nase gefallen. Unser Tschechischer Nachbar vom Hinflug hatte gemeint, sein Slavia Prag wäre gegen “irgendeine rumänische Mannschaft” rausgeflogen. Ich glaub, die haben heute eben mal den AS Rom im eigenen Stadion weg geputzt.
Um kurz vor 3 Uhr sind wir an Gate 5, wo einige Schalker herum liegen. Nebenan, an Gate 4 steht noch die Ankündigung, dass von hier die Maschine des FC Schalke 04 abflöge. Die müssten gerade jetzt, in diesem Moment, in Münster landen…Seufz… Ein Grüppchen Blauer aus RheinMain ist gut drauf, und wir halten witzige Schwätzchen. Einer von ihnen hat einen Schal der Apoel Ultras - wie er da ran gekommen ist? “Getauscht!”, sagt er, und das wird wohl stimmen.
Um 3:30 Uhr heben wir ab, nur minimal verspätet. Die Maschine ist nicht ganz so neu, aber trotzdem wieder bequemer als Lufthansa und Konsorten. Trotzdem, und obwohl ich eigentlich ziemlich erledigt bin, kann ich nicht schlafen. Der Blick von oben auf das Lichtermeer Istanbuls ist gigantisch, aber danach geht´s irgendwo über Rumänien, da gibt´s kaum was zu sehen. Also träume ich vor mich hin, erinnere mich an diverse Stadien in den letzten Wochen, Parkstadion, Wuppertal, Österreich, Madrid, Arena, mein Gott, alles irgendwie schon so lange her, dabei wars doch erst neulich… Wieder fallen mir die Drecks-Klopper in Uniform ein, die in Madrid nach´m Spiel auf Leute eindroschen, die einfach nur in ihr Hotel wollten. Kein Wunder dass ich nicht schlafen kann, wenn ich mich wieder so aufrege. Vom Zähneknirschen wachen fast die Leute auf! Aber was für ein Kontrast war Nikosia! Alles ruhig, alles schön. Hätten nur gerne ein paar mehr Blaue da sein dürfen…
Wir überschreiten wieder die Zeitzonen, gewinnen eine Stunde - um 5:40 lokaler Zeit sind wir in Prag. Wahnsinn, ist das kalt hier! Heute mittag noch 37 Grad, jetzt nur noch sechs. Da gehste kaputt! So langsam geht die Batterie alle. Ich friere nicht nur wegen der Kälte, laufe x mal hin und her, döse auf den kalten Sitzen ein bissel, bis endlich Boarding ist und der leicht verspätete Flieger die Stadt an der Moldau verläßt. Direkt über die Altstadt geht es hinaus - ein letzter Blick auf´s Stadion von Sparta, und da hinten das riesige Strahov, dann verschwindet die Welt unter Regenwolken. 60 Minuten Flug bis Düsseldorf, tatsächlich nicke ich fünf Minuten vor der Landung endlich ein, werd vom Gehoppel sofort wieder wach.
Zuhause! Das also war der Trip zum Auswärtssieg in Nikosia, eine richtig angenehme Reise, lauter nette Leute dabei und unterwegs getroffen. Hab´s besser überstanden als gedacht, aber das Härteste kommt ja erst noch… um 9:30h steigen wir am Flughafen in ein Taxi, schnell heim, ne richtige Dusche, einen Mörder-Kaffee einkippen und dann aber ab an die Arbeit.
Beim angenehmen Schaukeln auf der Fahrt den Kennedy-Damm hinab les ich Jürgens Nachricht, geschrieben gestern als wir auf dem Weg zurück nach Larnaka waren: “Na? Topfit? Spiel schon lange vorbei und immer noch kein Fotobericht online! Hier schonmal der Titel: ´Schlaflos in Nikosia´!”
Recht hat er. Nur noch ein paar Stunden, aber dann…
Knapp 250 Fotos und Panoramen zum Ausflug nach Zypern finden sich hier.



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Phantastisch!
…mehr gibt’s da nicht zu sagen.
UND:
meine Güte! Schreib ich erbärmlich wenig über die U19 Spiele. Verglichen mit den Berichten von Toko, Oli, Andreas (Turnierbericht U17) und dem Eigentümer dieser Site…….
[... supe bericht wann kommen bilder? ...]
[... Laaaaaaaaanger Bericht und wie immer grandios!
Wann kommt denn nun das Buch? ...]
[... verrücktes schalke ...]
[... Sehr guter Bericht. Macht Spaß zu lesen! ...]
[... Einfach bekloppt der M.B. ;-) ...]
[... Ich hoffe das kann man irgendwann mal in Deinem Buch lesen Matthias. ...]
[... dito
einfach genial ...]
[... Danke Matthias!!!!! Wieder mal mehr als genial, Kopfkino, alles!!!!!!! ...]
[... immer wieder Lesenswert!! ...]
[... muaha ich fänds genial, die ganzen berichte in form eines buches
supeeeeeeeeeeeeer bericht, einfach toll deine berichte zu lesen! ...]
[... Danke! ...]
[... Sehr gut Wieder mal geil Aber sooooooooo viel Text ... ...]
[... Super Bericht, Danke! ...]
[... Besonders "lustig" die Situation vorm Stadion, um die Eintrittskarten abzuholen! Meine Güte...welch ein Vorstellung; allet passt, aber keine Karten! ...]
[... danke für diesen ausführlichen bericht ...]
SUPER bericht!!! habe noch viel zu lernen :-)
DANKE … (sollte reichen, oder ? )
Moin :-)
na - da hab ich dich aber angespornt - oder ?
(Da stand aber noch ein smiley bei !)
Ich freue mich sehr, daß die Reise insgesamt doch so gut für Euch verlaufen ist - hatte schon etwas Bedenken.
Um so besser - da wird man echt neidisch :-))
Bis morgen
Genial, die Berichte sind nicht nur “Buch-würdig” sie werden auch noch immer besser!!!
Matthias,
lass mal die Fotos weg. Das weckt nur Neid. Ich shclag vor, veröffentliche sie am Jahresende 08. Als Weihnachtsschmankerl…:-))
lass dir von einer kleinen germanistik-studentin sagen, dein bericht ist wirklich ganz großes kino… hat viel spaß gemacht ihn zu lesen… Danke! :)
Hab den Link ueber die SML und alles gerade gelesen, ein Buch vom Autor GEKAUFT SOFORT!! Toller Bericht besonders fuer Schalker, die wie ich seit 1 1/2 Jahren schon in den USA leben.
Ich versichere es war genau so wie beschrieben, wenn nicht noch viel, viel besser :-)
Lieber Matthias,
liebste Helenin :-)
mit Euch beiden würde ich jederzeit wieder um die “halbe Welt fahren”!!!!!
Wieder mal ein klasse Bericht! Wie du Erlebtes in Worte fasst, ist wirklich beeindruckend.
Phantastischer Bericht (mal wieder)!
Vielen Dank für die Kurzweile an einem schönen Samstagmorgen!
Jaja, nur weil ich in letzter Zeit hauptsächlich Berichte über due Bochumer U16 schreibe, nennt mich Blue hier nicht beim Namen… ;-)
Jetzt hab ich doch wieder meinen Samstag Morgen Einkauf verpasst. Egal, ich konnte mich nicht lösen von dem Bericht!
Matthes, schick mir mal die ISBN-Nummer Deines Buches rüber, brauche nen 628-Seiten-Wälzer für meinen nächsten Urlaub…
Da hab ich dich tatsächlich unterschlagen, smyrkel. Sorry. das liegt an den Depressionen, die ich krieg, wenn ich Matthias schreiberische Qualitäten zur Kenntnis nehmen muss.
Ich überlege schon, ob ich demnächst Donnerstags schon losfahre, mich in einem schlechten Hotel einmiete und dann über Hoyerswerda, Mühlhausen, Suhl und Niederroßla nach Scholven fahre, um auch mal einen so schönen, witzigen, informativen und langen Spielbericht zusammenzukriegen. Wobei viel erleben ja nicht heißt, dass man’s dann auch noch so schön erzählen kann. Ich übe weiter.
[... toller bericht wie immer. die fotos würde ich mir auch gerne ansehen ...]
[... Toller Bericht. Slavia Prag ist übrigens gegen Fiorentina rausgeflogen. ...]
[... Wie immer sensationell. Dein in die Wiege gelegtes Talent verblüfft mich jedes Mal aufs Neue. ...]
Danke, für den versüssten Sonntag morgen !
Nach dem gestrigen KK-Bashing mal wieder rettet mir dieser Bericht das WoE.
dirk
[... (SV Werder) hui schön, darauf hab ich schon gewartet - gleich mal ranmachen und lesen... ...]
[... (SV Werder) wie immer großartig
bedankt für rund ne halbe Stunde Unterhaltung ;-) ...]
[... wie immer sehr geil ...]
[... habe gerade in maladie deinen bericht gelesen. einfach nur schön.
und danach die zerfleischungstatsachen hier im forum gelesen. einfach nur grausam.
dein bericht hat viele tolle sachen und ist in der gesamtheit grandios, aber am liebsten ist mir das vorbereitungsbad vor häusern und die croissant sache. und und und.
beste grüße an einen der weltbesten fans. ...]
Ein Super Bericht =)
[... Man hat mal wieder das Gefühl selbst mit dabei gewesen zu sein
SUPER! ...]
[... ...mal wieder grandios geschrieben
und ich wiederhole mich gerne: wann kommt denn dein Buch endlich heraus?
KBWG, Stefan ...]
danke für den tollen bericht, genauso wars und nicht anders … besonders die angst in prag hängen zu bleiben ist wieder total da …
[... jo sehr gut ...]
[... Wie immer bestens. Wann kommen denn die Bilder? ...]
[... Mach das Buch, jeder Verlag nimmt die Berichte mit Kußhand...du hast inzwischen so viele tolle Berichte verfasst. Ein "Best of" in zeitlicher Reihenfolge auf Papier verfasst, wäre ein "muss" im Bücherregal.
Meiner Meinung nach besser als "Mein Leben als Schalke Fan" und selbst dieses Buch hatte schon Klasse. ...]
[... richtig und titel FUSSBALL IST UNSER LEBEN (Das Original) ...]
[... ganz tolle sache deine fotoberichte!! besten dank.... sach ma, machste das hauptberuflich?? wenn ja meld dich falls nen praktikanen suchst... ...]
[... Wie immer Spitze weiter so ...]
[... schafften es gerade einmal 200 Schalker auf meist abenteuerlichen Wegen nach Nikosia ...]
[... DANKE....!!!! ...]
[... Alle Deine Berichte sind klasse!
Aber dieser stellt für mich einen absoluten Höhepunkt dar. Weltklasse. Du vermittelst einem so dermaßen das Gefühl, selbst dabei gewesen zu sein. Geil. ...]
[... schöner Bericht, Vielen Dank ...]
[... (->Auswärtssieg!) ...]