„Mannschaft ohne Leidenschaft - Management, das Leiden schafft!?“
Geschrieben von: Oli4 in Europapokal, Profis (2,328 views)
Die 77. Spielminute im Gruppenspiel unseres FC Schalke 04 gegen Manchester City. Es steht 2:0 für die Insulaner. Gespenstische Ruhe im weiten Rund der ehemaligen Donnerhalle. Lediglich in der Südkurve feiern die Scheichs ihren ungefährdeten Auswärtssieg. Optimale Ausbeute bei minimalem Einsatz. Reicht für uns. Locker! Vor einer Viertelstunde brachte der gemeine Pöbel es noch zu drei, vier lautstarken „Müller raus“- Rufen. Hat man sicherlich auch im Fernsehen gehört – wie peinlich! Hoffentlich zieht das nicht noch ein Stadionverbot für die Schreihälse nach sich. Aber selbst dafür, für eine Wiederholung der Schreiattacke, ist in der 77. Minute die Kraft bei den meisten Fans – bei den wenigen die noch zugegen sind – nicht mehr da. Vielleicht reicht es gleich noch einmal für ein klitzekleines Pfeifkonzert nach Abpfiff. Wenn man denn darf. Ansonsten kollektive Starre. Lethargie. Fassungslosigkeit. Zumindest musste heute niemand die Hosen runterlassen. Außer die Mannschaft natürlich. Sie hat sich heute hemmungslos vor uns entblößt. Das gibt aber sicherlich kein Stadionverbot. Oder? Kann man da nicht was machen?
Und dann kommt doch wieder ein kleinwenig Stimmung bei uns im Block auf. Die letzten zehn Minuten werden durchgefeiert. „Wir sind stolz auf unser Team – FC Schaaaaaaaaalke!“ – der Rest des Stadions stimmt mit ein. „Der S04, der S04, der EssssNullllllVier…ist wieder da…!“ – der Rest des Stadions stimmt mit ein. „Oh wie ist das schön. Wo ist Helmut schön? Mensch den hat man lange nicht gesehen – den Schön, den Schön…“ – alle rocken mit. „Hinter mir brüllt jemand „Eurofighter, Eurofighter, Hey, Hey!“ – nur wenige stimmen mit ein. Es wäre unseren alten und echten Eurofightern gegenüber nicht fair. Blasphemie! Ob der Manager heute die sarkastische Note in den Gesängen des Fans erkennt? Gegen Nikosia hatte er da doch kleinere Deutungsschwierigkeiten. Und auch die englischsprachige Stadionsprecherin knüpft plötzlich nahtlos an die Leistungen der elf Junges auf dem Platz ein und betitelt die Manchester-Fans bei einer Durchsage als Manu-Fans. Au Backe, was für ein Lapsus. Dagegen war „Schalke 05“ von Carmen Thomas ja ein Kindergeburtstag…
Dabei hatte der Tag doch so gut angefangen. Zu Gast in der Donnerhalle heute Manchester City. Als das Los vor einigen Wochen gezogen wurde war die Freude bei einigen unserer Leute im Supporters Club groß, besteht doch seit einigen Zeiten eine intensive und ehrliche Fanfreundschaft mit „den Citys“. Das kann ein toller Tag werden – das sollte ein toller Tag werden – das wird ein toller Tag werden. Da waren wir uns sicher. Das man uns dann ein von einem Investmentunternehmen aus Abu-Dhabi aufgeblasenen Club als europäischen Topclub zu verkaufen versuchte um somit einen Topzuschlag von 5€ für dieses Spiel erheben zu können, war natürlich eher eine Farce. Eine fadenscheinige und vorgeschobene Begründung um den Zuschlag zu legitimieren. Da hatte sich wohl irgendwer in unserem Management vertan. Manchester United sind „die Großen“, nicht Manchester City. City hat in den vergangenen 50 Jahren noch weniger Titel gesammelt als wir – und das sind auch schon nicht viele. 2002 waren sie zwar Meister – aber nur in der zweiten Liga! Und nur weil Mr. Bean bekennender City-Fan ist wird man dies wohl kaum als Legitimation anführen können, oder? City mag zwar der reichste Club der Welt sein, der erfolgreichste ist es aber sicherlich nicht. Aber wer will sich da noch echauffieren. Dafür gab es ja auch einen feinen Gutschein für den Fan-Shop in Höhe von 5€. Kriegt man zwar nicht viel für, aber das dann aber immerhin…
Dann ist der große Tag gekommen. Manchester hat, wie auch schon Paris St. Germain vor einigen Wochen, sein halbes Stammteam daheim gelassen. Auch Topstar Robinho. „Ob es jetzt wohl auch den Topzuschlag zurückgibt?“ wird überall gefrotzelt. Nein, mit dieser plumpen Aktion hat der Verein sich selbst keinen Gefallen getan! In der Innenstadt steigt die große Fanfete, Hunderte von Engländern schlurfen leicht alkoholisiert durch die Innenstadt und fragen jeden dritten Passanten auf der Bahnhofstraße nach einem Ticket. Ein feucht-fröhlicher Nachmittag, eine friedliche Fanfete. Das irgendwelche Engländer später die eine oder andere Straßenbahn auseinandergenommen haben sollen – verbuchen wir es unter „Kollateralschäden“. Ein angenehmes Europapokalflair wehte heute durch Gelsenkirchen. Allerdings brachte Manchester die Europapokalstimmung nach GE. Die sind noch heiß auf Europa, das spürte und fühlte man!
Das selbe Bild dann an der Donnerhalle. Feucht-fröhliche und ausgelassen feiernde Engländer überall, während sich der Schalker an sich doch eher mit leicht verzogenem Mundwinkeln, grimmiger Miene und ein kleinwenig Bauchweh den Weg zum Stadion erkämpft. Mag an der frühen Anstoßzeit an einem Wochentag liegen, könnte aber auch am Verein an sich liegen. Ja, doch, da liegt der Hase im Pfeffer. Schalke im Spätherbst 2008 macht einfach keinen Spaß. (Vor-)Freude auf Fußball sieht irgendwie anders aus. Ich kenne das noch und weiß wovon ich rede. Von früher…
Ab in die Donnerhalle. Das Dach ist zu. Da fliegen den Engländern gleich sicherlich die Ohren weg. Die Halle wird beben wenn wir uns heute frühzeitig den Einzug in die nächste Runde des UEFA-Cups sichern. Die werden uns gleich noch kennen lernen, Erfolg kann man nicht kaufen! Leidenschaft, Einsatz und Herzblut scheinbar aber auch nicht. Leider!
Die zwei Teams haben furchtbar hässliche Trikots an. Bei Manchester ist es mir ja noch egal, aber warum wir uns auf europäischer Bühne seit Jahren mit Trikots schmücken die mit unseren Vereinsfarben, die wir doch eigentlich mit Stolz tragen müssten, so rein gar nichts zu tun haben kann ich einfach nicht begreifen. Dafür werde ich meinen 5€ Gutschein sicherlich nicht hergeben. Was kostet so ein Trikot heutzutage eigentlich? Kriegt man für 5€ zumindest noch den bestickten Kragen, den wo „Blau und Weiß ein Leben lang“ (oder so) drin steht?
Und dann geht es los. Denkste noch… und schaust machtlos zu wie die Jungs da untern sich gelangweilt den Ball hin und herspielen. Und selbst das klappt nicht einmal. Ein Fehlpassfestival aller erster Güte. Die ziehen meinen Verein vor laufenden TV-Kameras und einem Millionenpublikum vor der Flimmerkiste voll durch den Kakao. Lustlos, kreativlos….soll ich eigentlich alles zum hundertsten Male wiederholen? Ich schäme mich. Ich schäme mich wirklich – und ich sage das nicht gerne – Nein, nicht für meinen Club, sondern für das was die Leute – die nicht einmal königsblaue Trikots tragen - da unten auf der Wiese im Namen meines Clubs abliefern. Können sie nicht? Wollen sie nicht? Ich weiß es nicht, will es auch gar nicht wissen. Würden wir alle unseren Job so machen, dann hätten wir keine Rezession oder Weltwirtschaftskrise, sondern dann wäre Armageddon. Weltweit! Gott schenke uns ganz viel Kraft um auch weiterhin so tapfer durchzuhalten…
Das Spektakel geht weiter. Die Blauen legen ein Höllentempo vor, da wird einem schwindelig auf den Rängen. Selbst Didi Hamann, mittlerweile knapp über 50 Jahre jung, lacht sich den Arsch ab und läuft Rakete Rakitic ein ums andere Mal die Pille ab. Ich glaube, Tanne Fichtel würde heute auf dem Platz auch noch eine gute Figur abgeben. „Der Thor trifft datt Tor“ nicht, lallt etliche Reihen hinter mit jemand als Kaku mal wieder den Ball verstolpert. Das ist der, mit dem wir vorzeitig bis 2025 verlängern möchten. Der „Laller“ liegt im Unrecht. Wir kommen erst gar nicht vor das Tor. Nicht einmal ansatzweise. Oh je, schlimm, schlimmer, grausam, grausamer, Schalke 04….
Klatsch, klatsch steht es plötzlich 1:0. Für Manchester. Nach einer „Verkettung unglücklicher Umstände“. Ich nenne es lustlose, schlampig-pomadige Abwehrarbeit. „So ist Fußball“, sagt Huub immer. Aber Huub sagt auch immer: „Notfalls müssen die Jungs den Ball auf die Tribüne wemmsen!“ Aber das war früher. Die City-Fans in der gegenüberliegenden Kurve können ihr Glück kaum fassen und freuen sich kaputt. Und irgendwie gönne ich es ihnen auch ein kleinwenig. Aber noch ist Hoffnung, noch ist nichts verloren!
Die Trotzreaktion. Das Aufbäumen. Der unbändige Wille sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen. Sieg oder Blut am Pfosten. Grätschen für die Ewigkeit. Der Stoff aus dem Filme geschrieben sind. Aber Filme sind Fiktion. Schalke heute, dass ist die Realität. Standfußball im Zeitlupentempo. Ein hartes Tackling, ein grenzwertiger Zweikampf? Ein neckisches, verstecktes Foul? Im Film ja, aber nicht in dem Film in dem ich gerade bin. Im falschen!
Pause. Halbzeit. Ach wäre doch nur schon ganz Ende, Feierabend! Jeder der in seinem Leben einmal einen Mannschaftssport betrieben hat weiß, dass man nur in den seltensten Fällen einfach so einen Hebel umstellen kann. Sei es zum Guten, sei es zum Schlechten. Jeder der Schalke-Fans ist weiß, das so etwas auf Schalke schon einmal gar nicht geht. Und somit stirbt heute selbst die Hoffnung nicht zuletzt - es gibt gar keine mehr. Dementsprechend die Stimmung in den Arena-Promenaden. Lediglich Matthias kann ich mit einer Kleinigkeit eine winzige Freude bereiten. Wenigstens ein Schalker heute der im Stadion für den Bruchteil einer Sekunde mal ein kleines Lächeln auf den Lippen hatte.
Als das 2:0 für Manchester fällt ist die ehemalige Donnerhalle vielleicht noch zu gut Zweidritteln gefüllt. Der Rest steht bei Bier und Bratwurscht in den Promenaden und palavert. Über den Samstagsausflug in den Zoo, den nächsten Skiurlaub, Omas Rückenleiden, den Fauxpas des Chefs bei der Weihnachtsfeier – und einiger wenige auch über die guten alten Zeiten. „Damals, früher auf Schalke. Weißte noch?“ Die Promenade, für viele einfach die bessere Entscheidung. Nette und liebe Leute die man trifft, die einem in den letzten 20 oder 30 Jahren ans Herz gewachsen sind, mit denen man einen gemeinsamen Nenner – den S04 - hat. Aber die Zeiten, in denen man voller Hingabe, mit feuchtem Handrücken und gerötetere Nasenspitze zeitig auf seinem Platz war um sein Team zu supporten und um ja nichts zu verpassen, sie gehören der Vergangenheit an. Ich weiß nicht wie oft ich das schon gesagt und geschrieben habe. Definitiv spielt in meinen beiden „Blau und Weiß ein Leben lang“- Büchern dieses Thema eine zentrale Rolle. Aber scheinbar interessiert es niemanden. Ich halte es für die gefährlichste Entwicklung, die seit Jahren andauert, die wir auf Schalke miterleben müssen. Wenn die Leute nur noch anfangen rein mechanisch – weil es schon immer so war und auch immer so sein wird „auf den Platz“ rennen, dann ist das ein verdammt schlechtes Zeichen. Es ist ein Gefühl der Ohnmacht, Leere, Enttäuschung, Verzweiflung und vor allem der Emotionslosigkeit, was sich rasend schnell verbreitet. Herzblut und Leidenschaft werden zuhause gelassen, die Identifikation geht flöten, Lethargie und Gleichgültigkeit nimmt im Stadion Platz. Die „Generation Parkstadion“ schwelgt nur noch in Erinnerungen an die gute alte Zeit und hat irgendwie den Spaß am Fußball, den Spaß an Schalke 04 verloren. Aber den lassen wir uns so leicht nicht völlig nehmen, wir werden anfangen uns wehren - so langsam wird aus der Lethargie die man uns aufgezwängt hat, die mittlerweile übergeht in Häme, Spott und Hohn nämlich Wut! Und Wut ist ein nicht zu verachtendes Gefühl, eine Emotion! Eine sehr explosive…
„Müller raus, Müller raus“ skandiert die Südkurve auf einmal. Oha, dass die Südkurve etwas anstimmt kommt ja auch nicht allzu oft vor. Fast das gesamte Stadion stimmt mit ein. Erst die Gegengerade, dann auch die Haupttribüne – dann zum Schluss auch die Nordkurve. Ich beobachte die Leute. Sie haben Schaum vor dem Mund. Die Köpfe sind hochrot, die Halsschlagadern geschwollen wie Bratwürste, die Augen fallen fast aus dem Kopf. Emotionen. Gefühlsregungen. Schalke 04 halt! Der Rest, also die, die nicht in den Promenaden stehen oder rufen, sind auf der Flucht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bloß ganz schnell ganz weit weg von hier…
Ein Trauerspiel in blau und weiß weiterhin auf dem Rasen. Jeder blamiert sich so gut er nur kann. Da eiern Spieler, ohne Sinn und Verstand, konzept- und orientierungslos über den Platz, die eigentlich doch mal gute Fußballer waren. Oder? Das ist nicht „mein“ Schalke! Das ist ein Irrenhaus, dazu noch eine Ansammlung von unmotivierten „Besserverdienern“, egoistischen Individuen, die zufällig mein Vereinsemblem auf der Brust tragen. „Wir wollen euch kämpfen sehen“ wird einmal zaghaft in der Kurve angestimmt, aber die meisten Fans winken schon ab uns stimmen erst gar nicht mit ein. Macht eh keinen Sinn! Die nächste Stufe – und davon sind die Jungs da unten heute nicht weit entfernt – ist die Schalker Höchststrafe: „Wir sind Schalker – und ihr nicht!“. Lange dauert es nicht mehr….
„Leistung – Loyalität – Leidenschaft!“ Das sind die drei Grund- und Eckpfeiler unseres Clubs. Ich lache mich schlapp! Auf dem Rang sicherlich, aber auf dem Rasen da unten?
Dann ist endlich, Gott sei Dank, Schluss. Ein gellendes Pfeifkonzert der vielleicht noch 20.000 Fans – wenn überhaupt – prasselt auf die Häupter der lustlosen Protagonisten nieder. „Mannschaft ohne Leidenschaft - Management, das Leiden schafft!“ Wer hat den Lappen eigentlich derzeit im Keller liegen? Mensch müssen wir den in den vergangenen Jahren oft rausholen….
Selten habe ich in meinem Leben als Schalker miterleben müssen, dass eine Schalker Mannschaft in einem nicht ganz unwichtigen Spiel dem Gegner mit so wenig Maloche, Kampf, Adrenalin, Leidenschaft und Herzblut entgegen getreten ist, sich so wehrlos seinem Schicksal gefügt und sich der drohenden Niederlage nicht entgegengestemmt hat. Und, ich möchte dem hinzufügen: Es gab schon viele, sehr viele, wesentlich limitiertere Schalker Mannschaften, die ich gesehen habe, die gegen vermeintlich übermächtige Gegner angetreten sind. Aber eines konnten sie immer! Sie konnten sich dem Applaus der königsblauen Massen gewiss sein, die dem Team die Möglichkeit gaben, erhobenen Hauptes das Schlachtfeld zu verlassen. Ihr seid da heute ein traurige und unrühmliche Ausnahme. Es war so wenig heute, lieber Marcelo! Sag das deinen Jungs bitte! Es war kaum wahrzunehmen. Und so wird aus meiner Donnerhalle so langsam, aber sicher eine Trauerhalle. So sind wir sicherlich für lange Zeit nicht mehr „Chef im eigenen Haus“.
Und ich befürchte, dass unser Europapokalspiel am kommenden Mittwoch bei unseren Freunden aus Enschede für einige Zeit unser letztes auf der internationalen Bühne sein könnte. Für eine Zeit die wesentlich länger andauern könnte, als uns das allen sicherlich lieb ist. Und ich sage das im vollen Ernst – und nicht gerne. Ich habe große Sorge, sehr große Sorge. Vor allem, weil heute – meiner Meinung nach - überhaupt keine neue Situation entstanden ist, sondern wir schlichtweg und einfach in ganz kleinen Schritten – aber konstant – immer weiter auf den „Worst Case“ zuschlittern. Und da können wir uns alle den Mund noch hundertmal fusselig reden und noch tausendmal auf die Negativentwicklungen hinweisen – es hört doch eh keiner zu. Vielleicht ab heute doch - noch ist es nicht zu spät, aber es wird allerhöchste Zeit!
Der Weg zur Bahn wie leergefegt. Fand heute eine Europapokalspiel auf Schalke statt? In der Bahn trösten City-Fans einige zerknirschte Schalker. So weit ist es also schon gekommen. Morgen gehe ich, in aller Seelenruhe, erst einmal meinen Topzuschlag im Fan-Shop einlösen – und ich werde nicht einen Cent draufzahlen. Versprochen!
PS: „Wir stehen jetzt in der Pflicht und müssen uns beweisen“ steht am morgen nach dem tage Null schon auf der Vereinshomepage. Und täglich grüßt das Murmeltier. Nichts gelernt…!?

“neulich“ erst in der Arena… wie oft denn noch?


Einträge (RSS)
Hallo Oli4,
danke für deinen Bericht. Genauso hab ich es auch empfunden und bin bis zum Schluß geblieben, da ich durch Staus die ersten 15 Minuten “verpasst” habe. Einfach auch um die Stimmung auf zu nehmen, da ich ja 280 km weit weg wohne und dadurch natürlich nicht immer auf dem Laufenden bin. Das Forum ist oft keine gute Plattform und die homepage macht immer einen auf think positive. Ich sehe unseren S04 auch da hin taumeln. Hatte
letztens noch die Parole nicht zu unken ausgegeben, aber das
muss ich leider wohl doch zurück nehmen. Es sieht düster aus. Was stimmt denn da nicht auf Schalke? Da ist was, was nicht zu sehen ist, aber zu spüren?
Ratlose, enttäuschte und besorgte Gedanken
in Rheinhessen
Frank
[... Da hat der Oli4 wahr...
Zitat:
Ich halte es für die gefährlichste Entwicklung, die seit Jahren andauert, die wir auf Schalke miterleben müssen. Wenn die Leute nur noch anfangen rein mechanisch – weil es schon immer so war und auch immer so sein wird „auf den Platz“ rennen, dann ist das ein verdammt schlechtes Zeichen. Es ist ein Gefühl der Ohnmacht, Leere, Enttäuschung, Verzweiflung und vor allem der Emotionslosigkeit, was sich rasend schnell verbreitet. Herzblut und Leidenschaft werden zuhause gelassen, die Identifikation geht flöten, Lethargie und Gleichgültigkeit nimmt im Stadion Platz. Die „Generation Parkstadion“ schwelgt nur noch in Erinnerungen an die gute alte Zeit
...]
[... top wie immer ...]
[... Wie immer Top-Berichte, danke dafür. ...]
[... Zitat:„Mannschaft ohne Leidenschaft - Management, das Leiden schafft!?“
„Wir stehen jetzt in der Pflicht und müssen uns beweisen“ steht am morgen nach dem tage Null schon auf der Vereinshomepage. Und täglich grüßt das Murmeltier. Nichts gelernt…!?
Die bange Frage, die bleibt: Werden jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen oder wird weiterhin alles schöngeredet? Es muss im Management etwas passieren.
btw: sehr treffende Zustandsbeschreibungen ...]
[... Danke mberghoefer,danke Oli4!
Das hätte ich besser nicht schreiben können!Eure Berichte haben meine Gefühle komplett wiedergegeben! Ich danke euch! ...]
[... Ach Oli, was soll ich dir sagen? Das du in allem Recht hast? JA hast du, und das ist die traurigste Erkenntnis... Trotz allem, ich musste lachen, manchmal, weil du es geschafft hast, trotz der Misere, in der wir uns befinden, einfach einen guten Artikel zu schreiben, der mir voll und ganz aus der Seele spricht... Das macht einen guten Schreiber wohl aus. Selbst in der größten Not noch die passenden Worte zu finden... ...]
Danke OLI4 für deinen Bericht. Habe ih gerade erst gelesen. Er ist so zutreffend, aber trotzdem musste ich gerade über einige Passagen echt lachen, nicht in lächerlichem Sinne, sondern weil es stimmt. gestern noch habe ich im Stadion die Krise auf “Rakete Rakitic” bekommen und über dessen Grundschnelligkeit mich “erfreut”, da bringst Du Tanne Fichtel aufs Feld. Und hast recht, die alten Herren wären das “Tempo” gestern auch gegangen. Nur mit dem Unterschied, dass Leidenschaft, Herz und Wille mit dabei gewesen wären.
Danke für diese Passagen, die waren echt sehr erheiternd obwohl die Lage wirklich sehr sehr ernst ist. Hoffe nur, das wird auch von anderer Stelle erkannt und gehandelt.
Der Bericht trifft die Situation genau, humorvoll geschrieben, aber des Pudels Kern getroffen. Ist Leidenschaft etwa eine hinterlistige Krankheit mit der man(n) sich nicht infizieren möchte? Der Begriff Eurofighter kommt ja nicht von ungefähr, aber da war die Mannschaft am gestrigen Millionen Lichtjahre von entfernt! Diese Bezeichnung muss man sich verdienen, die gibt es nicht geschenkt! Mal sehen, was die Mannschaft den Fans am 03.12. schenkt!? Glück Auf!
Moin Olli… Der Bericht sagt wohl aus was alle denken! Wieder einen Urlaubstag verplempert und 1000 km umsonst gefahren, ich gehe da nicht mehr hin sagte ich im Auto noch. Aber Sonntag sind wir wieder da, weil es eben unser Verein ist! Verdient haben sie es nicht! Aber was soll man machen, die letzten 12 Jahre ging es auch immer irgendwie weiter…
Gruß aus Schleswig Holstein an alle, alles wird gut irgendwann…
Hallo Oli,
danke für diesen Text..
Ich schreibe ja auch immer wieder ein paar Zeilen für unsere Fan Club Page, nur am Tag 1 nach ManCity, kann ich mich dazu irgendwie nicht aufraffen. Bin ich doch vollig Siegessicher nach GE gefahren und hatte ein grinsen wie schon lange nicht mehr im Gesicht. Selbst die durch 3 Hammer Staus längste Anreise aller Zeiten, konnte mir meine Vorfreude nicht nehmen.. Und dann das..
Nach den Spielen gegen Atlético Madrid dachte ich noch, was wollen wir in der Kohle Liga und gegen Real spielen, wenn es nicht einmal gegen Atlético. Nun mussten wir feststellen das es nicht einmal, im UEFA Cup für die zweite Mannschaft aus Manchester reicht. Ich hoffe nur das die Vereins verantwortlichen die Zeichen der Zeit erkannt haben und die richtigen Entscheidungen treffen. Nicht das wir sonst in einem Jahr feststellen müssen, das es auch gegen die 2ten Mannschaften aus Hamburg und München nicht reicht..
Ich weis nicht wie oft ich in den letzten Jahren, aus GE zurück kehrte und mir dachte, bis auf das Spiel war es mal wieder super… Und von daher passt der Kommentar am Schluss super: Und täglich grüßt das Murmeltier.
Glückauf
Moin Oli4 !
Respekt für deinen ausführlichen Bericht hier! Trifft den Nagel genau auf den Kopf bzw. beschreibt nur zu gut einen zur Zeit am boden liegenden Fußballverein bei der Fahrt durch´s Jammertal des Fußballsports!
Wenn sich “unsere Jungs” auf dem Rasen mal so viel Mühe und Gedanken machen würden wie du das hier in dem Bereicht getan hast, dann wären wir wohl jetzt da, wo z. Zt. ein kleiner Dorfverein steht!
…Schalke 04 halt! Der Rest, also die, die nicht in den Promenaden stehen oder rufen, sind auf der Flucht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bloß ganz schnell ganz weit weg von hier…
Ich war einer davon! Ja ja ja aus Überzeugung! Noch nie bin ich in fast 26 Jahren, die ich dem S04 nun hinterher fahre, so früh aus dem Stadion verschwunden (geflüchtet). Unzwar sofort nach dem 0:2.
Was ist mit diesem Verein nur los? Richtig! Nicht nur das die Trikots nicht wirklich was mit königsblau zu tun haben, was hat die Einstellung der Spieler mit S04 zu tun?
Aber nicht nur die der Spieler! Andy Müller…ACHTUNG…ein Eurofighter…sagt doch tatsächlich im Doppelpass - “Wir müssen endlich mal den Gedanken Meisterschaft aus den Köpfen der Leute bekommen”
Hallo Andy!!!! Worauf warten wir den nun über 50 Jahre? Darauf das wir wieder fünfter werden?
Also nicht nur die Einstellung der Spieler gleicht einem Trümmerfeld! Von Dir Andy hätte ich weit aus mehr erwartet!
ICH BIN MAßLOS ENTTÄUSCHT !!!!!!!
Was ist mit unserem S04 nur los? Jede Woche das gleicht rumgestolper!
Der Verein ist in einem Umbruch! Fred sieht sogar, wo auch immer, jede Woche Fortschritte!
Sind nur wir alle blind?
Was einen immer noch hoch hält - richtig Oli - sind die Jungs in GE, die man schon so viele Jahre immer wieder trifft um dem S04 zu sehen.
Im Moment liegt die Freude aber eher vor dem Spiel. Sich in der Kneipe mit den guten alten Kumpels zu Bier und Poker treffen bevor es dann zur Arena geht.
Vor fast 26 Jahren war mein erstes Spiel auf Schalke:
FC Schalke 04 - Rot Weiß Oberhausen (3:0)
Dieses Gefühl werde ich nie vergessen.
Ich habe die Hoffnung aber nicht aufgegeben, dass dieses Gefühl einmal wiederkehrt. Auch nicht, dass ich es doch noch erlebe ein mal Meister zu werden!
Trotz der Enttäuschungen der letzten Jahre!
Warum? Weil ich ein Schalker bin…..EIN LEBEN LANG !!!!!!
“Glück Auf”, Mark aus Olpe !!!!!!!!!!
Moin Oli4,
ich weiß gar nicht was ich sagen soll!!!!!!!!!!!! Unser Charly weint im Himmel. Dein Bericht irgendwas hinzuzufügen ist zwecklos, denn es ist alles gesagt. Früher, in der 2.Liga, hatten die Gegner Respekt vor uns Schalker. Egal, wo man hinkam. “Mann, die Schalker kommen!” Und heute???? Nur noch Hohn und Spott. Das tut weh. Jetzt in Leverkusen oder daheim gegen Gladbach, da war noch ein bisschen Respekt da, dank Charly. Am besten, wir werfen die ganze Mannschaft samt Management in die Köttelbecke.
Man sieht sich am Sonntag. Vielleicht sehen wir eine Trotzreaktion von der Mannschaft. Ich hoffe es für uns Schalker. Ich glaube immer an das Gute.
Gruß
GAGA04
Alles wird gut!!!!!!!!!!!!!
Bei aller Enttäuschung gegenüber der Mannschaft und der Mehrzahl der Spieler am gestrigen Donnerstag, darf eines nicht übersehen werden:
Die Wurzel des Übels liegt bei den “politischen” und “sportpolitischen” Verantwortlichen des Vereins:
Schnusenberg mag ein guter Finanzjongleur sein - von Fußball versteht er nichts.
Tönnies hat mit vielen rücksichtslosen Aktionen ein bemerkenswertes Wirtschaftsimperium auf die Beine gestellt - von Fußball versteht er nichts.
Peters kann ich nicht einschätzen.
Während der mangelnde Fußballsachverstand bei diesen zwei bzw. drei notfalls noch ertragen werden könnte, muss man feststellen, dass die nächste Feststellung die wirklich verheerende ist:
Manager Müller sitzt an der Schlüsselstelle des Vereins - von Fußball versteht er überhaupt nichts.
Seine Transferergebnisse sind verheerend. (Ausnahmen bestätigen die Regel)
Mit Slomka hat er den schleichenden Niedergang eingeleitet und trotz verheerender inhaltlicher Ergebnisse fast zwei Jahre weiterlaufen lassen. Jetzt kommt es dazu, das alles kulminiert. Es ist so, als würden einige Kredite, die man in den vergangenen Jahren aufgenommen hat, alle au einmal und kombiniert fällig werden - nur, dass es nicht (primär) um Geld geht, sondern um die sportliche Nichtentwicklung einer Mannschaft.
Die Lösung? Alles andere als einfach. Jedenfalls kann es nicht sein, dass eine Mannschaft, die das zeigt, was wir seit Wochen sehen, unmöglich den zweithöchsten Bundesliga-Etat (53 Mio. ?) verschlingt.
Es kann daher nur heißen, so meine Sicht der Dinge: Einen Schnitt machen. Verkaufen, was zu verkaufen ist. Ein neues, junges und hungriges Team aufbauen (Spieler wie z.B. Höwedes, Zambrano, Fährmann, Kenia und einige bewährte Spieler, die auf dem Transfermarkt nicht so viel hergeben, halten) und eine neue Mannschaft mit Anstand aufbauen.
Zu allererst: Müller in die kasachische Steppe abschieben…
In ihm sehe ich nun einmal den Vater des Misserfolgs.
Äääääähhhh, Olli,
Du hast mein Herz, meine Seele, voll wiedergegeben.
Danke dafür.
Qzorra
[... Oh mein Gott, das ist mit Abstand das Beste, was ich hier seit einer halben Ewigkeit gelesen habe! Es drückt meine Gefühle in Verbindung mit Schalke vollkommen aus! Der Mann hat Recht! Wir müssen aufwachen, uns wehren! Auch wenn wir wissen, Herr müller wird wieder einmal nicht zuhören und seine eigene völlig entfremdene Meinung bilden! "Mannschaft ohne Leidenschaft - ,ein Management das Leiden schafft! ...]
[... Vorallem das mit dem parkstadion ... da lief es mir kalt den rücken runter .. ich war schon 2001 gegen die turnhalle und bis es heute noch mehr!! ...]
[... Zitat: Oh mein Gott, das ist mit Abstand das Beste, was ich hier seit einer halben Ewigkeit gelesen habe!
Da stimme ich dir zu, wirklich super geschrieben.
Zitat: Und da können wir uns alle den Mund noch hundertmal fusselig reden und noch tausendmal auf die Negativentwicklungen hinweisen – es hört doch eh keiner zu.
Und das ist das Schlimme! Im Grunde genommen sind wir Fans machtlos dagegen. ...]
[... Sind Wir das? Ich glaube nicht! ...]
[... Komplett nicht, aber solange der Vorstand unsere "Gebete" nicht erhören möchte ist die Situation aussichtslos. ...]
[... Mein Gott ! Besser kann man es nicht beschreiben, DANKE !!!!!!!!!! Aber wir sind nicht machtlos.
Es müssen nur alle an einem Strang ziehen. Gruß ...]
[... Danke für den Beitrag! Besser kann man die Gefühle eines echten Schalkers "der Parkstadion Generation " nicht ausdrücken. Hoffentlich wird es wieder so. ...]
[... Mannschaft ohne Leidenschaft??? Eher .... "Mannschaft, die Leiden schafft"! ...]
[... Zitat: Es müssen nur alle an einem Strang ziehen.
Und das is das Problem !!! Es reicht nicht, das sich nur ein paar wennige im Stadion mit ein Mini-Transparent bemerkbar machen. Wir alle Schalker müßen unseren Frust aüssern, z.B. mal den Sponsoren bescheitstoßen das wir als potenziellen Kunden dieses nicht länger gut heißen können.
Ich glaube das der Vorstand, bzw. Aufsichtsrat den Sponsoren mehr ein Ohr schenkt, als uns den niederen Fan ! ...]
[... Wenn die Donnerhalle mal bei einem Spiel leer bleibt, oder sagen wir mal....15000 Unentwegte da sind, sollte auch der Letzte auf Schalke gemerkt haben, dass etwas ganz gewaltig schief läuft. Leider wird es so nicht kommen. Ansonsten ein geiles Anfangspost. Exakt beschrieben. Klasse. ...]
Danke Oli
Mein Gefühl in Deinen Worten…
Seit einiger Zeit ist es besser Deine Berichte statt dem Gegurke aufn grünrn Rasen zu folgen.
Sonntag im Sch(w)abenland
Danke für diesen Beitrag - er trifft es wirklich. Habe auch im Stau gestanden, ne halbe, oder ganz große Krise bekommen und erst zur 15 min in der Arena eingetroffen. Voller Erwartung, Freude etc. pp. Was dann da aber abgeliefert wurde - grausam. Klar bleibt man bis zum Schluss, stimmt noch “Königsblauer S04″ an… aber an support war in der 2. Halbzeit nicht mehr zu denken, ich war einfach Fassungslos wie sich unser S04 verkaufte.
Also nochmal Hut ab für deinen Artikel!
Guter Bericht. Alles genannt! Die Beobachtungen stimmen.
Hallo 0lli!
Aber eine Frage: Ist es o.k., ( so ) die eigene Mannschaft auszupfeiffen. Die waren nachem 0:1 vorallem verunsichert! Pfiffe, und dann war es noch mieser!
Weili
Weili, frag ich mich auch. Hab weder die Müller raus Rufe mitgemacht ,noch gepfiffen,
aber ich war zu paralisiert um überhaupt was zu tun. Falsch finde ich die Pfiffe nicht,
denn für ein lebloses Spiel kann man sein Team auch auspfeifen. Man hofft halt irgendwie eine Reaktion zu erzeugen, die wachrüttelt.
Was mich auch völlig schockt, ist die Tatsache, dass die Mannschaft nach einem Rückstand meistens aufgibt und gar nicht daran denkt und glaubt es wieder umbiegen
zu können. Das ist ein Rätsel. Es ist auch kein Führungsspieler da, der die anderen Spieler einfach auf dem Platz auch mal zusammenstaucht oder antreibt und sich daraus
der Kampf und Siegeswille entsteht. Nix, alleine die Körpersprache hat schon gezeigt,
das wird nichts und da kommt auch nicht mehr.
Deshalb geht man auch immer wieder ins Stadion, um den Moment mitzuerleben, wann
das passiert. So geht es mir jedenfalls. Weil ich einfach nicht glauben kann, das da nichts geht
Morgen bin ich nicht dabei, aber ich hoffe für alle Schalkefans die mitfahren, dass es
in Stuttgart zu diesem Moment kommt.
Glückauf - Frank
[... Hier auch noch was: (->Auswärtssieg!) ...]
Hallo Oli mein Freund
das was du schreibst ist mehr als die wahrheit
die letzten jahre wurde das geld nur rausgeworfen
es hat doch kein spieler richtig eingeschlagen
mir stinkt es jedesmal wenn ich 500 km einfach fahre sehe dann so eine leistung
das wenn unser eins bei seinen arbeitgeber abgibt dann bekommt er ne abmahnung oder ne kündigung
normaler weise müssten mann sich sein geld für spiel benzin usw. zurückholen
grüsse oli von der fam. (norbert )
[... Für Schnusi: die Bestandsaufnahme
Sehr geehrter Herr Schnusenberg, sehr geehrter Herr Tönnies,
wir dürfen uns nicht länger von Spieltag zu Spieltag quälen und bei jedem positiven Ergebnis erwarten, jetzt würde die Wende kommen. Wir stehen - und das ist Fakt - vor einer extremen Auseindandersetzung zwischen Fans und Vereinsführung, namentlich Herrn Müller. Und das ist ja nicht alles: wir stehen genau da, wo wir vor zwei Jahren schon standen. Wer meint, damals hätte es ja auch zu Platz zwei gereicht, sollte sich mit dem Umstand vertraut machen, dass diese Saison eine andere Punktezahl von Nöten sein wird, um Zweiter bis Fünfter zu werden, als das 2007 und 2008 der Fall war.
Es ist an Dramatik nicht zu überbieten, denn es geht um nichts anderes als die Zukunft unseres Vereins! Es geht nicht mehr darum, ob ein Müller Verdienste um den Verein hat oder einige Profis mal ab und an eine Bude machen oder zufällig ein Schalker Trikot tragen. Es geht um UNSEREN Verein. Ich kann doch nicht sehenden Auges unseren S04 ins Verderben rennen lassen mit Leuten wie Andreas Müller.
Wenn wir - und das halte ich für sehr wahrscheinlich - mit zwei bis max. drei Punkten + u.U. einem Weiterkommen im UEFA-Cup in die Winterpause gehen, dann ist das schon fast gut angesichts der Gegner und unserer Verfassung. Ich traue z.B. Doofmund locker zu, die letzten beiden Spiele zu gewinnen. Ist nur ein Szenario, aber jeder kann ausrechnen, wie dramatisch der Punkteabstand zu Platz 5 anwachsen kann.
Ich weiß nicht, wie viel ich Mirko Slomka in dessen Interview Recht geben soll, aber offensichtlich sind doch die Aussagen, Müller sei nicht alleinverantwortlich für die Transfers, falsch. Wie sagte Slomko sinngemäß: "Eines habe ich gelenrt, ich werde nie wieder einen Transfer gestatten, bei dem ich den Spieler nicht wenigstens selber gesehen oder im Training gehabt habe." Die Fehlleistungen von Müller samt Scouting-Abteilung nehmen immer dramatischere Formen an. Wie die letzte Saison zeigte, trifft Müller unter Druck die schlechtesten Entscheidungen. Das ist eine schwere Hypothek für uns alle hinsichtlich der Transfers, die für den Winter angedacht sind. Das ist keine Polemik: Man darf gespannt sein, welcher Berater eines mittelmäßigen südamerikanischen Spielers sich zu Weihnachten oder als verspätetes Weihnachtsgeschenk im Januar über eine satte Provision freuen könnte.
Es gibt keine erkennbare positive Entwicklung innerhalb der Mannschaft. Ob ich Fred Rutten da raus nehme? NEIN! Aber er trägt die geringste Schuld an diesem Kader und damit an der maximalen konstanten Leistungsfähigkeit der Mannschaft.
Was sind die Fakten? Meine Meinung:
- es haben sich verheerende Seilschaften innerhalb des Kaders und des Vereins gebildet. Allein das ist Grund genug, mit dem ganz großen Besen in Management, Abteilungen Scouting und Öffentlichkeitsarbeit sowie Kader auszukehren. Von Müller zu erwarten, dass er das noch leisten könnte, ist ein Riesenfehler. Da macht man den Bock zum Gärtner. Denn…
-…Müller hat die Missstände selber maßgeblich zu verantworten.
- Müller hat einen Berg an Handlungsbedarf aufgetürmt, der allein schon aus finanziellen Gründen in diesem Jahr nicht mehr zu beseitigen sein wird. Nicht nur wegen der Person Müller steht aus tatsächlichen, vertraglichen und praktischen Gründen zu befürchten, dass das selbst bei einer sofortigen (und überfälligen) Trennung von Müller im Sommer nicht abschließend geregelt werden kann.
- Dazu passt, dass derzeit nicht viel dafür spricht, dass Höwedes an den Verein weiter gebunden werden kann. Wenn ein potenzieller 25 Mio.-Mann ablösefrei geht, dann ist allein das an Fahrlässigkeit nicht zu überbieten, zumal man den Betrag hinzu addieren muss, den man in einen Spieler mit ähnlicher Perspektive investieren müsste. In diesem Fall nehme ich Rutten VOLL mit ins Boot, denn der müsste den Spieler längst viel stärker eingebunden haben…
-…es sei denn, er kann selbst als starke Persönlichkeit die sich über Jahre gebildeten leistungshemmenden Strukturen des Kaders und Verbindungen zum Management über Berater etc. nicht aufbrechen. Es spricht nicht wenig dafür, dass das der Fall ist.
- Müller hat reichlich Spieler verpflichtet, anscheinend jedoch vollkommen ohne Konzept. Ein systematisches Vorgehen bei Management und Scouting und entsprechendes Briefing scheint beiderseits nicht zu existieren
- Der Kader ist hinsichtlich Kreativität erschreckend unterbesetzt. Fehler in der Beurteilung von Grundfähigkeiten z.B. von Spielern wie Grossmüller, Ze Roberto, Rakitic oder in dem Umgang mit Talenten wie Özil (wenn der auch schlecht beraten wurde), tragen nicht unwesentlich dazu bei.
- Die meisten Spieler sind charakterlich nicht in der Lage, sich der Situation zu stellen und versagen regelmäßig, wenn es am meisten drauf ankommt. Ein 3:1 gegen Gladbach als Neubeginn zu feiern, ist halt an Blauäugigkeit nicht zu überbieten. Die Quittung für derlei Überschwang folgte auf dem Fuße!
- Es sind maximal eine Hand voll Spieler vorhanden, die die Fähigkeit zum Identifikationsaufbau mit den Fans und dem Verein besitzen. Auch diese Soft-Skills sind wesentlicher Bestandteil einer qualitativ hochwertigen Arbeit des Managements.
- Es werden mit vollkommen undurchsichtigen Motiven Verträge mit Spielern wie Asamoah verlängert. Ich halte auch das Angebot an Kuranyi für so eine Geschichte, aber um beim Thema zu bleiben, sollte diese Diskussion jetzt mal Außen vor bleiben. Asamoah kostet nicht nur Geld, sondern diese Verlängerung ist auch hinsichtlich einer Neuorientierung des Kaders und dem dringenden Bedarf daran, Seilschaften und lähmende Strukturen zu durchbrechen, eine Katastrophe.
- Bordon ist ein Kapitän, der als Leader versagt hat. Böse ausgedrückt könnt man sagen, er habe mehr Interesse daran, dass die Spieler zu seinen Bibelstunden kommen, als dass er seinen Mitspielern in den Hintern treten könnte. Seine Körpersprache nach Gegentoren ist für einen Führunsspieler ein Hohn, er wirkt - vielleicht derzeit auch aus familiären Gründen, aber auch schon vorher - überfordert mit seinem Amt. Wenn er im Sommer die Karriere wegen seiner Mutter beenden sollte, wäre das vor allem hinsichtlich der dringend notwendigen vollkommenen Neu-Entwicklung der Mannschaft beinahe ein Segen. Es sei denn, er würde sich wie Krstajic mit einer Rolle als back-Up begnügen.
- Wir haben seit mehreren Jahren den zweithöchsten Etat der Liga. Und wenn wir die Kriterien Identifikation der Fans, Spiel- und Charakterstärke, Konstanz der Leistungen und sukzessive Weiterentwicklung des Kaders in Bezug setzen zum Status quo, dem finanziellen Einsatz bzw. den sich daraus ergebenden Möglichkeiten, dann steht am Ende schlichtweg ein Müller`scher Offenbarungseid.
Die Quintessenz: Die entsprechenden Korrekturen vorzunehmen dürfte Unsummen verschlingen und es steht zu befürchten, dass der Verein in Ermangelung des sportlichen Erfolges in dieser Saison dazu nicht in der Lage sein wird. Was diese Fehlentwicklung nachhaltig für den Verein und die einstmals rosigen Aussichten bedeutet, dürfte wohl auch den noch am positivsten denkenden Fans mittlerweile überdeutlich werden. Ich hoffe, das gilt auch für Sie.
Diese Erkenntnis ist für einen Schalke-Fan schlimm, zumal man sich über den BVB in den letzten Jahren köstlich amüsieren durfte (zumindest solange unsere Spieler keine Meisterschaft in Dortmund verspielten). Aber man kann sich ihr nicht entziehen: Man muss das Dortmunder Modell dieses Jahres als Vorbild nehmen für unseren Weg der kommenden Jahre. Wenn man jetzt und so schnell wie möglich auf „Reset“ drückt, die Notbremse zieht und die richtigen personellen Entscheidungen trifft, kann man – noch - von einem höheren Level aus der Negativspirale rauskommen. Für den, der es noch nicht gemerkt hat: wir befinden uns schon mitten drin im Strudel und
WIR BEWEGEN UNS mit ansteigender Geschwindigkeit auf den WORST CASE zu! Davon bin ich überzeugt!
Wer Sie es mit anderen Worten lesen möchten:
(->Auswärtssieg!)
Denken Sie daran: Sie sollten mehr Gutsverwalter des FC Schalke 04 sein denn Gutsherr. Und sie sollten endlich verantwortlich handeln. Der S04 ist weder Ihr Spielzeug noch reduziert sich der Verein auf Aufsichtsrat, Vorstand und Kader. WIR, die Fans, sind der S04. Sie sind uns gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet, nicht wir Ihnen gegenüber.
Man würde es Ihnen am liebsten zuschicken, aber der Verdacht liegt nahe, dass sie es eh nicht Ernst nehmen. Es schreibt ja auch nur ein Fan... ...]
[... Interview mit Oli Kruschinski
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Kruschinski: Die Ehemaligen nutzen die Situation nun aus. Auf einmal sind Assauer und Slomka redselig. Dabei sind auch sie mitverantwortlich für diese Situation. Der mehr als glückliche Einzug ins Champions-League-Viertelfinale hat doch im letzten Jahr vieles an Problemen nur kaschiert.
(->Auswärtssieg!)
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