Im Sommer 1998 wurde in Herten bei einem Wettbewerb “Schreiben gegen den Haß” der Beitrag der Klasse 6a der Martin-Luther Schule besonders gewürdigt. Es ist dieses ordentlich gebundene 26seitige Buch, das untertitelt ist mit “Ballwechsel bei Meyers, Fans und Hooligans”.
Es beginnt mit einer Erzählung zu einem Streit zwischen Geschwistern, ausgerechnet auf einer Geburtstagsfeier. Weil der Bruder wieder mal nur Schalke im Kopf hat und sich über Eintrittskarten ins Parkstadion mehr freut als über solche zum Turnfest. Der Papa ist schuld, hat den Sohnemann mit dem königsblauen Virus angesteckt - und zum Glück lässt sich der Ärger bald schlichten und ist sogar ganz ausgeräumt, als die ganze Familie mit zum Schalke-Spiel darf.
Das allerdings beginnt mit einem ziemlichen Schrecken, weil sich böse Hooligans schlimm prügeln und den Kindern Angst machen. Das folgende Revierderby wird durch einen Anderbrügge-Kopfballtreffer gewonnen, aber überschattet durch die Randale, die Tags drauf die Schlagzeilen in den Zeitungen bestimmt.

Töchterchen Meyer schreibt einen Leserbrief und bekommt daraufhin eine Antwort vom FC Schalke 04, eine Einladung in die Geschäftsstelle, wo man sich mit ihr über das Problem von Gewalt im Fußball unterhalten will. Natürlich geht die ganze Familie mit, und alle sind ordentlich aufgeregt. Man trifft sogar berühmte Spieler, kann Autogramme bekommen und es kommt noch doller.

Tatsächlich wird ein Interview mit Ingo Anderbrügge geführt, das hier im Buch auch wiedergegeben ist - das wird also wohl keine Fiktion sein. “Ja, ich bin seit 10 Jahren hier, ich habe Höhen und Tiefen erlebt. Ich war 9 Jahre lang Stammspieler, und die Fankurve ruft meinen Namen. Ich glaube, ich bin beliebt, habe eine gute Lobby bei den Menschen hier.” sagt Anderbrügge beispielsweise, wünscht sich für den FCS04 noch “den DFB-Pokal oder die Meisterschaft” und verweist ausführlich auf die gute Fanbetreuung beim FC Schalke und ganz besonders auf das Schalker Fanprojekt, deren Vertreter überraschend am nächsten Tag in der Schule vorbeischauen und mit der Klasse über ihre Aufgaben und ihre Arbeit reden. Und da sind die Kinder endlich mal begeistert von der Schule und freuen sich schon auf ihre gemeinsame, gewaltfreie Auswärtsfahrt mit dem Fanprojekt zum Karlsruher SC.
Für eine Sechste Klasse ein ziemlich gutes Buch, finde ich. Flott geschrieben, und schön und bunt bebildert.
(mberghoefer, Juni 2009)
Daten zum Buch:
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Titel: Familie Fußballfan
Autor: Klasse 6a der Martin Luther Schule in Herten Preis: gibts keinen ISBN: - Erscheinungsdatum: 1998, war aber nie öffentlich erhältlich Umfang: 26 Seiten Abbildungen: Zeichnungen und einige Farbfotos Einband: gebunden, A4 |




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