“Minderheitenmehrheit”: JHV auf Schalke
Geschrieben von: mberghoefer in FC Schalke 04 (2,623 views)
Sonntag früh, endlich scheinen die Gewitter am Himmel mal Ruhe zu geben, und da hoffen wir natürlich, dass es auch auf der Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 ohne Blitz und Donner abgehen wird, als wir uns auf den Weg in den Pott machen, wo wir ziemlich staunen über die vollen Parkplätze an der Arena und den zügigen Einlass…
Es sind mehr Eingänge offen als sonst, Mitgliedskarte ins Drehkreuz, Identität nachgewiesen und schon hat man ein Faltblatt zur Agenda und einen Umschlag mit Abstimmungskarten in der Hand - die sind numeriert. War das schon immer so? Ich geh nochmal zurück und schau, ob diese Nummer auch auf dem Zettel steht, den ich beim Empfang unterschreiben musste. Muss ja nicht jeder wissen, wie ich abgestimmt hab … aber ne, da steht keine Nummer. Ok.
Knapp zehn vor 11, wir haben also noch Zeit, den Fanshop zu überfallen. Um endlich mal mehr als “nur” 1500 Mitglieder zur Versammlung zu locken, ist der heute geöffnet und bietet 30% Rabatt auf alles - selbst auf Bücher, und da mir morgens eingefallen ist, dass ich ja noch “Arena-Baustein”- und “UEFACup”-Gutscheine einlösen kann, wird alles Lesbare eingesackt (leider ist aber nicht alles, was es sonst im Fanshop gibt, zu finden. Hätte mein eigenes Buch beispielsweise auch gerne mal günstiger gekauft, aber vielleicht galt das Angebot ja nur für Publikationen vom S04 selbst…?) Vor der Gegengeraden werden eine Reihe Zelte abgebaut, wahrscheinlich hat hier die Mannschaft bis vorhin noch Autogramme gegeben, auch das “neu” in diesem Jahr. Ich find’s gut, dass der Verein sowas macht. 80.000 Mitglieder, da muss man Interesse für die Mitgliederversammlung bei manchen vielleicht auch erstmal wecken.
Als wir um 11 in die Arena einziehen, werden wir davon überrascht, dass die Veranstaltung schon läuft - man hat einfach schon vorher begonnen. Was haben wir verpasst? Wieso macht man sowas? Find ich nicht in Ordnung, hat irgendwie den Geruch von mangelndem Respekt. “11 Uhr Beginn” heisst “11 Uhr Beginn”. Vor den Blockeingängen stolpern wir noch über die Wahlurnen. Unbewacht. Aber abgeschlossen. der Schlitz zugeklebt mit großen Schalke-Pappern. Heimlich was reinwerfen geht so nicht. Mal dran wackeln … offenbar wirklich leer. Nicht dass ich da Zweifel hätte, aber hat mich eben einfach mal interessiert. Wir setzen uns weit oben irgendwo, werden überrascht von einem kleinen Mädchen, dass uns zwischen die Beine springt und vom Vordersitz einen BVB-Aufkleber abpult, den wir gar nicht gesehen hatten. “So, kannste jetzt zerreißen”, ruft die Mama lächelnd von hinten. Na, dann kann’s ja jetzt los gehen.
Die Begrüßung läuft also schon. Clemens Tönnies gratuliert dem 1.FC Nürnberg zum Aufstieg - aha, diesmal also die wirklichen Freunde, nicht wie letztes Jahr, die Geschäftspartner aus St.Petersburg. Schön. Dann ein Dank an Herrn Winterkorn, den VW-Boss, der “den besten Trainer Deutschlands” (heftiger Applaus) abgeben musste und trotzdem noch als Sponsor auf Schalke auftritt. Jetzt die Ehrungen, sehr viele, die 25 Jahre Mitgliedschaft auf dem Buckel haben - in zwanzig Jahren wird es das im Rahmen der JHV nicht mehr geben, die Bühne ist heute schon fast zu klein. Allen wird die Hand geschüttelt. Wer 50 Jahre “dabei” ist, bekommt Blumen, vielleicht auch mehr.
Bewegende Worte bei der Totenehrung. Besonders genannt und vorgestellt: Charly Neumann natürlich, ein Film mit Szenen aus seinem Leben läuft, dann die Beerdigung. Wieder das Saxophon in der Kapelle, “You’ll never walk alone”, und die Erinnerung an diesen nassen Morgen kehrt zurück. Es ist sehr still in der Arena. Pfarrer Dohm spricht noch einmal sehr ähnliche Worte wie damals, und dann wird an das Leben von Manfred Marx erinnert, dem umtriebigen Chef des größten Schalker Fanclubs, “Königsblau Brilon”, der vor vier Wochen verstarb. Der Vizepräsident hält eine kurze Rede. Hält sich gut, auch wenn es sicher schwer ist.
Gerd Rehberg leitet über zur “Ehrenkabine”, freut sich, dass bei der Erwähnung von Ernst Kalwitzki Applaus aufkommt, der Name also vielen ein Begriff ist. Wieder können die Mitglieder nur über alle Kandidaten gemeinsam abstimmen, und zusammen mit Charly Neumann wird Kalwitzki ohne Gegenstimmen und ohne Enthaltungen in die Ehrenkabine gewählt. “Alle dafür”, meint Tönnies, “Gerald, ja, du auch ?!” - Heiterkeit kommt auf. Erst nach der Abstimmung läuft ein Film über die Kandidaten, was ein bisschen sehr seltsam ist. Gerd Rehberg überreicht dem neuen Trainer/Manager Felix Magath noch ein Geschenk. Eine Schaufel, bemalt mit irgendwas in Blau und Weiß. Soll ein Symbol für Arbeit sein, glaub ich, Arbeit, die hier nötig ist. “Eine Schaufel, oder wie man hier sacht, eine ‘Panne’!” sagt unser Ehrenpräsident Präsident. Magaths erste? “Kann auch als Trainingsgerät verwendet werden”, so Rehberg.
Die Mannschaft wird auf die Bühne gerufen, und die kommt mit einem Elan, da hätte man fast Zeit, sich zwischendurch ne Bratwurst zu holen. Aber wer will das schon? “Kevin!!!” ruft ein kleiner Fan begeistert und Kuranyi winkt fröhlich zurück. Die Bühne steht voll, auch Carlos Grossmüller ist da, Preddy Stevanovic und David Loheider aus’m Nachwuchs, Levan Kenia. Halil Altintop scheint irgendwie angeschlagen, Oberschenkelprobleme? “Ihr müsst gleich ins Trainingslager, hab ich gehört”, sagt Tönnies, “da wolln wir euch nicht länger aufhalten!” und schon ziehen die Profis die Treppen hinauf, was natürlich sofort an Magathsche Trainingseinheiten erinnert und einige Fans zu Anfeuerungsrufen verleitet. Nur kurz kommt Bewegung in die Truppe, dann gehen sie doch gemächlich nach oben, werden auf der Paralleltreppe vom viel schnelleren Bodo Menze abgehängt.
Nochmal auf die Bühne gebeten wird jetzt Peter Neumann, der Sohn von Charly, man überreicht ihm ein Präsent - was es ist, keine Ahnung…
Jetzt der Bericht des Vorstandens, Jupp Schnusenberg übernimmt das. Erstmals seit ewig verkneift er sich bei dieser Gelegenheit das Jammern über die böse Presse, die in Verbindlichkeiten ja das Ende der Welt sieht. Danke, Josef, viel besser so. Er beginnt mit einem Dank an unsere Traditionsmannschaft, an Matthias Herget & Co, die den FC Schalke neulich in St.Petersburg “hervorragend vertreten” habe. Er redet über das “tolle Spiel in Porto”, die Trennung von Mirko Slomka, und über Mike Büskens, Youri Mulder und Olli Reck, die uns damals auf Platz drei führten und auch diesmal wieder einsprangen. “Den Dreien können wir gar nicht genug danken!”, sagt er. Aktuellere Entwicklungen. Rutten wäre kein schlechter Trainer, aber er und die Mannschaft hätten einfach nicht zusammengepasst. “Einen März wie in diesem Jahr braucht Schalke nicht jedes Jahr”. Die Entlassung von Andreas Müller. “Zusammen mit Peter Peters die Arbeit übernommen, wir trugen die gesamte Vorstandslast auf unseren Schultern” - und das Plenum unterbricht mit lautem “Oooooooooh!”, humorvollem Bedauern. “Ja, ja, is schwer!” lacht Schnusenberg zurück. Dann Zahlen, auch nicht leicht. Spielerwerte 42.9 Mio, inklusive Beraterhonoraren. 9.1 Mio Transfererlöse für alle, die uns 2008 verließen - Schnusenberg zählt sie auf, Fabian Ernst ist nicht dabei. War wohl erst im Januar. Die Kommanditanteile an der Arena sind um 12% (?) erhöht worden, jetzt wären davon 77.9% im Besitz des Vereins. Der Anteil von “Infront” an den Vermarktungsrechten der Arena-Werbebanden sei von 25 auf 17.5% verringert worden. Die Stadion Betriebsgesellschaft und die fürs Parkstadion hätten Verlust gemacht, alle anderen Gesellschaften Gewinn. 14.8 Mio Festgeld habe man, dazu weitere 7.5 Mio, die zur Tilgung der Anleihe bestimmt wären. Vereinsvermögen 47.1 Mio. Verbindlichkeiten um knapp 31 Mio auf nun 136.5 Mio gestiegen. Weil man für die Übernahme der erwähnten Infront-Rechte 6.6 Mio ausgab, für Transfers 6.4Mio, 9.3Mio für laufende Kosten brauchte (”Kontokorrent”), und 6.2Mio Forderungen von “verbundenen Unternehmen” habe - an die man aber seinerseits 6.8 Mio an Forderungen ausweise. Kommt in der Summe nicht ganz auf 31 Mio - aber meine Nachbarn hatten grad was Wichtiges zu bereden, hab leider nicht alles glasklar verstanden. Ein Umsatz von 139 Mio, davon 21 Mio Einnahmen aus ChampionsLeague und UEFACup. Dem gegenüber stehe ein Aufwand von 153 Mio (??). Der Überschuss fürs Jahr 2008 beliefe sich auf gut 464.000 Euro. Gut 60 Millionen koste die Profiabteilung, und das sei viel zu viel. In der Saison 09/10 wäre das Ziel, das auf 48 Mio zu drücken (?). Man plane mit einem Umsatz von 106 Mio und einem so entstehenden Verlust von 10 Mio, deshalb sei Kostensenkung absolut notwendig. Wirtschaftlich sei Schalke nach wie vor solide aufgestellt, das habe früher schon gegolten und gelte auch heute. Wie in jedem Jahr lädt Jupp Schnusenberg interessierte Mitglieder ein, sich mit ihm auf der Geschäftsstelle zu treffen und sich die Zahlen genauer erklären zu lassen. “Es macht nach wie vor Freude, gerade dann, wenn’s schwierig wird!” ruft er und spricht dann ein “gutes Wort” aus zu seinen Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle, um die andere Vereine den FC Schalke 04 beneiden würden, denn die würden hervorragende Arbeit leisten, “verstärkt durch die hohe Kompetenz des Aufsichtsrates” (über den insbesondere bzgl. dieser Kompetenz nachher ja noch abgestimmt wird - insofern stutze ich da ein bissel). Jupp Schnusenberg schließt mit einem Klassiker: Er bittet das Plenum um Applaus für seine Mitarbeiter und kann so unter lautem Beifall vom Rednerpult abtreten.
Als nächstes der Bericht des Aufsichtsrates, vorgetragen von Clemens Tönnies. Seit der letzten Jahreshauptversammlung habe es sechs Sitzungen gegeben. Am 25.August 08, am 24.11., dann zweimal im März, Ende Mai und heute früh. Da wundere ich mich. In der gesamten Saison, die spätestens ab Oktober wirklich turbulent wurde, hat der Aufsichtsrat nur eine einzige Sitzung (im November) abgehalten und sich erst im März, als die Entlassungen anstanden, wieder getroffen? Trifft man unterjährig also Entscheidungen per Telefon, dann aber wohl kaum auch in der kompletten Runde? Baut sich so Vertrauen in gegenseitige Kompetenz und Zuverlässigkeit auf? Weiter im Text: Der Wirtschaftsausschuss (Tönnies und Schade) tagte einmal pro Quartal. Die Belegprüfer (Rojek und Zech) halbjährlich. Ein Beteiligungsausschuss sei eingesetzt worden: Buchta und Lange. Man habe die Fusion von Ticket&Secure und der Betriebsgesellschaft genehmigt, alle Verträge gesehen, und eben auch einen mit Felix Magath auf 4 Jahre geschlossen. Eilentscheidungen würden getroffen von Tönnies und Poganaz (der gar nicht von den Mitgliedern in den Aufsichtsrat gewählt wurde sondern vom Aufsichtsrat selbst Co-optiert ist - und das nun auch auf weitere zwei Jahre). Mmmmh.
Jetzt der Ehrenrat. Clemens Tönnies erklärt noch einmal ausführlich dessen Aufgabe und weist darauf hin, dass das “nachher” nochmal wichtig werde. Was ist da im Busch? Der Ehrenratsvorsitzende Dohm sagt, man habe mehr Sitzungen als je zuvor gehabt, sich unter anderem auch wieder mit Ausschlüssen befassen müssen. Neu sei, dass man nun auch die Sitzungen des Wahlausschusses begleite.
Nun würde eigentlich die Aussprache folgen, aber Clemens Tönnies will ein paar “persönliche Worte” an uns richten. Die letzte Saison könne man “in die Tonne kloppen”, die sei “total verkorkst” (Applaus). Man habe Ende 2008 erkannt, dass es so nicht mehr weiter gehen könne und deshalb dann ein Konzept erstellt darüber, wie der FC Schalke 04 nachhaltig erfolgreich sein könne. Man habe gehofft, dieses Konzept mit Andreas Müller umsetzen zu können, aber das klappte nicht. Es sei verdammt schwer gefallen, sich von so einem Mitarbeiter zu trennen, der “19 Jahre” Leistung gezeigt habe, und das “meistens sehr gut”. Nach der Entlassung haben man “erstmals keinen aus dem Hut gezaubert”, was zu recht zu Unverständnis bei den Fans geführt habe. Aber mit “Trainerhopping” sei man eben nicht weitergekommen. Zu Recht habe man Prügel eingesteckt, und die Außendarstellung sei “ein Drama” gewesen (viel Applaus). Von “selbsternannten Schalkespezialisten” hätte man sich “Chaos Truppe” und “Idioten” schimpfen lassen müssen. “Da könnt ihr ruhig applaudieren!” ergänzt Tönnies hier - wen er genau mit diesen “Selbsternannten” meint, das ist mir nicht klar. Könnte jeder sein, auch ich, obwohl die erwähnten Begriffe wohl kaum von mir stammen. Aber die “Selbsternannten” sind sich ja auch nicht immer einig. Vielleicht isses aber auch einfach Kritik an “Internet” oder “Presse” oder was-weiss-ich… “Ich war mir früh mit Magath einig”, setzt Tönnies fort, “aber der wollte Deutscher Meister werden, da musste ich die Schnauze halten!”. Magaths Auftrag sei es “durch harte Arbeit, das steht bei uns ganz oben drauf, mit Maloche das Ziel zu erreichen”. Deshalb wolle er die Aufbruchstimmung dämpfen (deshalb??). Sonst würde die BILD-Zeitung bald fragen “Tönnies, wat is jetzt mit die Schale?” - und dann fügt er an: “Wir werden die holen in den nächsten vier Jahren, aber bringt uns nicht um, wenn’s erst im vierten Jahr ist!” - das gibt Applaus, aber deutlich durchsetzt mit Lachern, weil viele diese Ansage doch nicht ernst nehmen. Die Presse wird den Spruch allerdings sicher nicht vergessen. “Ich habe Felix Magath versprochen dass wir alles tun und ihn unterstützen, egal wie unpopulär auch manches sein mag” sagt Tönnies und beendet seine “persönlichen Worte” mit einem “Danke schön, dass sie es so lange mit mir aushalten, es ist nicht immer einfach, macht aber unheimlich Spaß!”
Felix Magath jetzt am Rednerpult: “bin etwas kleiner, muß die Mikros runter stellen”. Er sei stolz darüber, wie er empfangen wurde. “Was hier gesagt wurde ist nicht so ganz die Realität, der FC Schalke 04 war in den letzten Jahren einer der besten Vereine der Bundesliga”. Man müsse im Sport, wie überhaupt, Geduld haben. Es könne immer mal passieren, dass irgendetwas nicht funktioniert. “Ein Verein, der in der Bundesliga vorne landen will, der braucht jede Unterstützung”, das erntet viel Applaus von denen, die gemeint sind. “Habe heute erlebt, dass das Verhältnis zwischen Fans und Mannschaft doch nicht so schlecht ist, wie ich von Außen den Eindruck hatte. Gut, es war auch etwas Häme dabei, aber die ist nicht notwendig - sie wissen, wofür ich stehe!” Beim Trainingsauftakt habe ihn erschreckt, wie sich die Mannschaft präsentierte. Alles zu verhalten. Das habe ihm mehr graue Haare eingebracht. Aber schon am Freitag und Samstag sei die Mannschaft deutlich positiver und williger aufgetreten. Es sei eine gute Mannschaft, mit der man berechtigt hohe Ziele in Angriff nähme. Internationalen Fußball, und wenn es optimal läuft die Rückkehr in die Spitze. “Ich glaube auch deswegen, dass ich hier gut hinpasse - Arbeit, man verlangt zu recht harte Arbeit”. Felix Magath bekommt viel Applaus, wegen der großen Hoffnung, hier und da auch Euphorie, vielleicht ein bisschen mehr als es die Rede verdient hätte - aber nur ein winziges bisschen, denn da redet einer, der vorher denkt und (nach meinem Eindruck) auch sehr scharf kalkuliert, wo nötig auch die eigene Emotion. “Professionell” nennt man das wohl, und das ist Felix Magath ganz bestimmt. Und der ist nicht nur so, der wird wohl auch so handeln, selbst wenn’s mal nicht allen (mir oder dir zum Beispiel) gefallen wird.
Jetzt also die Aussprache. “Schlage vor, wir begrenzen die Redezeit auf drei Minuten” sagt Tönnies, und bügelt leisen Widerspruch aus vorderen Reihen ab. War wohl doch kein Vorschlag.
Friedhelm W. beginnt mit einer flapsigen Bemerkung: “Man merkt dass du einen PR-Berater hast, Clemens. Deine Rede ist schon viel besser”. Unnötig, finde ich, aber hilft sicher gegen eigene Nervosität. Friedhelm dankt den Fangruppen für die “Otto-Choreographie” (die schon vor der letzten Jahreshauptversammlung lag, aber ihm ist der Dank wohl besonders wichtig), wünscht sich mehr Einigkeit unter den Fangruppen und ein Zusammenrücken von Fans und Verein. Er dankt dem Verein dafür, dass er sich bei Todesfällen in der Fanszene gekümmert habe (Anteil nahm), verurteilt die Spuckereien in Bielefeld (”wenn man was zu sagen hat, dann reisst man hier seine Klappe auf”), lobt Rolf Rojek, der sich für alle einsetze und findet “die Kritik” nicht in Ordnung (welche?). Dass Fans die eigenen Spieler auspfeifen findet er ganz mies. “Stellt euch ma vor ihr liegt mit eurem Partner im Bett und ständig pfeift der!”. Ein Brüller. Leider sei Friedhelm auf Premiere angewiesen, könne aber nicht verstehen, dass Marcel Reif noch Schalke-Spiele kommentieren dürfe. (Tönnies und Peters applaudieren heftig) “Hetze ist das!” ruft Friedhelm und erntet vom Plenum viel Applaus. Jetzt rät er Benno Weber (BILD), dem “DSF-Doppelpass” künftig fern zu bleiben. “Du redest da nur Müll, da hab ich ja mehr Ahnung von Schalke!”. Explites Lob spricht er dagegen Clemens Tönnies für seinen Auftritt bei “Doppelkorn” aus, der sei der einzige dort gewesen, der nicht besoffen war. Friedhelm bedauert, dass Olaf Thon (den er vor zwei Jahren arg angriff) nicht mehr für Schalke tätig ist und fleht zum Schluss Rudi Assauer (in Abwesenheit?) an, sich nicht mehr zum FC Schalke zu äußern. “Rudi, ich will dich in guter Erinnerung behalten - aber deine Zeit ist vorbei!”
Peter Wendt als nächstes, hat mit Rudi sein eigentliches Feindbild ja vor Jahren schon verloren, beschränkt sich seither auf eine Art “sanfteren Saisonrückblick”. Redet vielen Mitgliedern zu lang, muss sich nach und nach gegen aufkommende Unruhe wehren. Persönlich finde ich, dass diese Rückblicke von Peter Wendt inzwischen ganz hilfreich sind, denn er erinnert die Leute an dies und das, was so im letzten Jahr vorfiel - und man vergisst ja so leicht … PW kritisiert, dass Müller und Rutten zu spät entlassen worden wären und Magath zwar eine gute Verpflichtung sei, die aber von der Inkompetenz des Aufsichtsrates ablenken solle. Immerhin habe Magath schon Sachverstand bewiesen, als er Neuer als besten Torwart Deutschlands bezeichnete. Zu viel Geld habe man ausgegeben, für Engelaar zum Beispiel. Er fragt, was eigentlich aus der Strafe für Rafinha geworden sei - und Jupp Schnusenberg wird später darauf antworten: “770.000€, Verfahren beim CAS noch anhängig. Falls Brasilien nicht zahlt, dann zahlt es eben Rafinha selbst, so einfach ist das.”. PW meint, Magath sei jetzt Alleinherrscher und der Rest-Vorstand und Aufsichtsrat habe seine Existenzberechtigung verloren (amüsierte Reaktionen bei den Mitgliedern). Die Position des Chefscouts sei falsch besetzt, da müsse der neue Manager noch was tun. Die Entlassung von Mike Büskens sei richtig gewesen (was deutlich verhaltenen Applaus bringt). Am Ende fragt PW Clemens Tönnies direkt, ob er denn bei erneutem Scheitern auch mal eine persönliche Konsequenz ziehen werde (keine Antwort), ruft auf zur Unterstützung des UGE-Antrages zur “Mindestanforderung für Aufsichtsräte: 5 Jahre Vereinsmitgliedschaft” und wünscht sich einen UGE-Vertreter im Aufsichtsrat.
Stefan G.: Orlando Engelaar soll Kohle rausrücken. Der Club soll bei seinem Gastspiel auf Schalke besser empfangen werden, das sei kein x-beliebiger Verein, das wären Freunde. Statt Freibier nach dem letzten Saisonspiel auszuloben solle man lieber die Eintrittspreise wieder senken.
Volker Z.: tritt trotz seiner Behinderung auch dieses Jahr wieder vor das Mikrofon, ist heute sehr schwer zu verstehen. Die Leute kennen ihn mittlerweile, die Reaktionen sind deutlich milder als zuletzt. “DSF meldet immer Scheiße” sagt er, glaube ich, “Halil in die Türkei! Bei S04 steht nix! Wie kommt dat zu tun?”. Ich glaube, er möchte wissen, ob Halil Altintop tatsächlich den Verein verlassen wird. “Neuer ist ein echter Schalker und den geben wir nicht unter 200 Millionen weg!” ruft VZ und tritt mit einem kräftigen “Glückauf!” ab. Erstmals wird ihm heute auch wirklich geantwortet, und das rechne ich Felix Magath sehr hoch an. Der neue Manager sagt: “Im Moment ist der Verkauf von Spielern kein Thema. Ich will erst mit ihnen arbeiten und mir ein Bild machen.” Bravo. An beide.
Frank R.: Erstmal Dank an Buyo, Olli, Youri. “Buyo ganz besonders, der sich mit dem FC Schalke 04 identifiziert wie kaum einer von uns!” Auch an die Rehatrainer, deren Namen er leider nicht kennt, stattet er Dank ab. Kritik äußert er am Vorstand, wegen der schlechten Außendarstellung der Zweiten Mannschaft. Im Kreisel stünde das immer ganz hinten. In Wanne müssten sie spielen. Medial müsse man die Schalker Reserve besser darstellen.
Tobias N.: “Der Verein tut nix dafür, dass das Spiel 90 Minuten hat” - er meint seinen Ärger darüber, dass so viele Zuschauer das Stadion vorzeitig verlassen. Auch gegen City habe man nicht alles gegeben. Er wünscht sich eine Einblendung auf dem Videowürfel: “Echte Schalker bleiben 90 Minuten”
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Günter Reipen: wie schon im letzten Jahr weisst er auch diesmal wieder darauf hin, dass die “Ehrenkabine” seinem Vorschlag zu verdanken sei, was vorher eh schon mehrfach erwähnt wurde. Vielleicht erhofft er sich mehr Legitimität, aber auch so stellt er sich wieder als der mit Abstand beste Redner in der Hütte heraus. Ein klar durchdachter, schlüssig geplanter Text mit Anfang und Ende - und gut vorgetragen dazu. Hut ab. Beim Spiel gegen den KSC, als die Ehrenkabine und ihre Mitglieder auf dem Rasen vorgestellt wurde, da sass er neben Huub Stevens, “einem der nettesten und uneingebildetsten Kerle, die man sich vorstellen kann”, und er habe sich enorm geschämt für die Pfiffe gegen Engelaar, vor dessen Einwechslung. Das sei anders als früher, da habe man bei NvK wenigstens noch bis zum ersten Fehlpass gewartet, habe Huub gesagt. “Ich habe mich geschämt, Teil so einer Fangemeinde zu sein”, sagt Reipen, und bedauert, dass “gerade die, die sich sonst als beste Fans der Welt bezeichnen, sich da schlimmer zeigten als die Kunden des FC Bayern”. Man müsse dahin kommen, dass es in der Arena keine Ultras, Supporters, Rentner usw mehr gäbe sondern nur noch Schalker. Er ruft auf dazu, wieder Spaß daran zu haben, Schalker zu sein. “Wenn wir die Schale holen, dann werden alle anderen Meisterfeiern auf der Welt dagegen wie Kaffeekränzchen im Altersheim sein”. Und “wenn wir Grütze spielen, dann können wir nach dem Spiel immer noch pfeifen - aber ob wir dann lauter sind als Felix Magath?” Reipen zum Ende: “Helft bitte alle mit, dass ich mich nie mehr so schämen muss wie bei dem Blick in das fassungslose Gesicht von Huub Stevens.”
Es folgt die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat - beide mit überwältigender Mehrheit, beim Aufsichtsrat aber unter eindeutig mehr Gegenstimmen.
Die Wahl zum Aufsichtsrat. drei Positionen sind neu zu besetzen, eine davon für nur ein Jahr. 22 Mitglieder waren vorgeschlagen und auch zugelassen worden, vom Wahlausschuss sind die maximal zugelassenen sechs Kandidaten ausgesucht worden, die sich nun vorstellen - zuerst die vier, die für die komplette Periode gewählt werden können, dann die beiden anderen.
Deinert: beginnt mit “Schön, wieder hier zu sein”, was einige ziemlich verwirrt. War er weg? Keine Zeit, kein Interesse für Schalke gehabt? “Habe 2002 (im Alter von 24 Jahren offenbar) ein Beratungsunternehmen für RealEstate-Finanzierung gegründet”. “Will die Arbeit von Marciniak (der nicht mehr kandidiert) fortsetzen”
Kemmer: beginnt mit einem Dank an Günter Reipen, der ihm in vielen Punkten aus dem Herz gesprochen habe. “Bin seit ungefähr 1972 Schalker”, Diplom Ingenieur, BWL. Vor 14 Jahren eigene Firma gegründet, 50 Mitarbeiter inzwischen. “Befasse mich mit Energiesparen, will also dass Gazprom hier weniger Geschäft macht”. Will, dass der Aufsichtsrat “die Schalker ernst nimmt, die über schwindende Identifikation sprechen”. Beklagt dass die “Kommerzclubs” den Herbstmeister, den Deutschen Meister, und einen Pokalfinalisten stellten. “Erfolg kommt nicht zufällig” meint er und meint, man müsse sich klar werden, welche Werte und Ziele wichtig seien. Identifikation und Außendarstellung müssten sich verbessern. Er will, dass der Aufsichtsrat anders wird. (Eine gute Vorstellung, wie ich finde, aber ich rätsle darüber, dass ich viele dieser Sätze schon fast identisch schon woanders las - frage mich also, ob und mit welcher Gruppierung dieser Kandidat zu tun hat…)
Kremers: Ja, der Erwin. Legendär. Ist nicht mehr der stürmische Held von früher offenbar. Redet sanft, ruhig, leise, viel zu zurückhaltend. Von vielen Mitgliedern sei er immer wieder auf dieselben Themen angesprochen worden. International müsse man wieder an die Spitze. Sportlich sei man mit Magath ausgesprochen gut aufgestellt. Der Verein solle seiner sozialen Verantwortung gegenüber der Region und der Jugend gerecht werden. Spieler aus dem eigenen Talentschuppen hoch bringen. Er wolle dem Verein “etwas zurückgeben”, sei qualifiziert, “sportlich tief und breit vernetzt” und habe “20 Jahre unternehmerische Erfahrung”. (Eine seriöse Vorstellung, die auch mal andere Punkte nennt als man sie sonst zu hören bekommt. Nur ein winziger Hinweis auf seine erfolgreiche Karriere als Spieler auf Schalke. Verzichtet also bewusst auf den einzigen emotionalen Vorteil den er hat - und ergibt sich damit)
Lange: seit 9 Jahren im Aufsichtsrat, tätig in der Geschäftsleitung der WAZ. Hält eine klare, deutliche, strukturierte Rede. Bringt “erstens wirtschaftliche Kompetenz” ein, gibt Acht “zweitens auf Werte und Tradition”, und sorgt sich “drittens um Kontrolle des Vorstands - keine Kumpaneien!”. Er fordert ein ausgeglichenes Ergebnis für das nächste Jahr (sagt dabei “09/10″, insofern weiss ich nicht genau, was er meint) und den “Abbau von Altlasten” (auch das ist mehrdeutig). Ganz klar zählt er auf, was mit ihm “nicht zu machen” sei: Eine Änderung des Vereinsnamens (”Verkauf an Sponsor”), “frisches Geld für Ehrenämtler” (wie die im Aufsichtsrat) - falls doch, würde er sofort zurück treten. Und “Börsengang”, da gäbe es ja das abschreckende Beispiel. (Mindestens zwei dieser Punkte stehen m.E. überhaupt nicht zur Debatte, insofern wundere ich mich da sehr. Wird das etwa in den Führungsgremien diskutiert? Oder was soll das sonst überhaupt?). Lange will weiter die von ihm initiierte Stiftung “Schalke hilft!” unterstützen und endet mit “Ich garantiere, dass ich euch und eure Meinungen vertrete”
das waren die ersten vier, von denen also zwei gewählt werden. Die beiden anderen schließen sich direkt an:
Schade: ist seit zig Jahren im Aufsichtsrat, “zuständig für Kostenkontrolle - mit anderen Worten: ich kümmere mich ums Geld!”, “gebe aber auch meinen Rat”, “will Abhängigkeiten abbauen”. (Herr Schade redet inhaltlich keinen Unsinn. Aber die Körpersprache ist eine Katastrophe. Das Tempo noch unter dem von Rakitic und Engelaar (sorry), macht er den Eindruck, er sei gelangweilt von dem Ganzen - und langweilt damit die, die ihn wählen sollen. Wie soll das gut gehen?)
Schollmeier: bedankt sich zuerst beim Wahlausschuss. Eine “große Ehre” sei es für ihn, hier als Kandidat stehen zu dürfen. Ist selbständig als Rechtsanwalt, in einer von ihm mitgegründeten Praxis, die inzwischen über 100 Mitarbeiter hat. Er führe das Unternehmen (?) und man berate andere Wirtschafts-Unternehmen. Zuhause ist er in Ingolstadt. Als er gerade davon reden will, dass er “Schalke helfen” könne, klingelt sein Mobiltelefon. Ein eigentlich unverzeihliches Ende, aber die Stimmung wird lockerer. (Ingolstadt? Wie soll das gehen mit kurzfristigen Aufsichtsrats-Treffen? Ok, da gabs je angeblich eh kaum welche…)
Von den Kandidaten wird jeder seine eigenen Eindrücke und Meinungen haben - ich hätte mir nach der Vorstellung gewünscht, ich könnte oben drei und unten null wählen. Aber das ging ja so nicht. Im ausgeteilten Beiblatt stehen zu den Kandidaten nur winzige Lebensläufe, alle zu 50% identisch, das, was sonst auch auf der Website steht. Keine Hilfe bei der Entscheidung.
Clemens Tönnies verkündet, dass 2470 Wahlberechtigte da wären, 200 nicht wahlberechtigte Mitglieder (zu jung), 22 Medienvertreter und 78 Gäste. Das Wahlergebnis, das später bekannt gegeben werden wird, lautet:
1.Gruppe: Lange 917 Stimmen, Kemmer 884, Deinert 837, Kremers 543
2.Gruppe: Schollmeier 1065 Stimmen, Schade 870
Darüber wundere ich mich. Kann es wirklich sein, dass gut 10% der Wahlberechtigten den einen Zettel ausfüllten, den anderen aber nicht? Oder dass mehrere Hundert Leute auf dem ersten Zettel nur einen Kandidaten anstelle von zwei ankreuzten? Und weit über 500 Stimmberechtigte (20%) haben gar nicht abgestimmt? Seltsam.
Die Wahl zum Ehrenrat steht an. Felix Magath fehlt auf dem Podium, als sich die Kandidaten vorstellen, die man “en Bloc” abnicken wird. “Unser Trainer trainiert wohl draußen die Mitglieder?” fragt Clemens Tönnies in die Runde. Die Vorstellung der Kandidaten, Pfarrer Dohm wie immer, Manni Kreuz erntet Lacher mit seiner Bemerkung “für die, die mich nicht kennen”, Dr. Paziorek erklärt, dass er als Regierungspräsident kein Aufsichtsrat mehr sein dürfe, Ehrenrat aber schon, Dr.Tegenthoff, der von Clemens Tönnies (wenn ich richtig gehört hab) mit mind. drei unterschiedlichen Namen genannt wird (man kennt sich wohl nicht so..), meint, es wäre ja gut, wenn “wenigstens ein Arzt im Aufsichts-, äh, Ehrenrat ist”. Kandidat Volker Stuckmann ist derweil noch fleißig beschäftigt mit der Auszählung der Stimmen zur Aufsichtsratswahl, Clemens Tönnies fragt deswegen die Mitglieder: “Mikro oder weiter zählen?” “Zählen!” ist die vielstimmige und eindeutige Antwort, die von Lachen begleitet wird. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung (Clemens Tönnies nennt: “keine Enthaltung”) wird der Ehrenrat mit allen vorgeschlagenen Kandidaten angenommen.
Tagesordnungspunkt 10: Anträge.
zwei Anträge wären nach Rücksprache zurückgezogen worden, erklärt Tönnies. Drei weitere wären im Kreisel veröffentlicht worden. (Extrem schade, und geradezu ärgerlich, dass die Anträge nicht noch einmal den Mitgliedern in Schriftform ausgehändigt werden. Ein Blatt mehr im Hand-Out hätte genügt. So werden viele im Plenum nicht genau wissen, worüber sie gleich eigentlich abstimmen).
Jetzt die überraschende Nachricht, dass zwei dieser drei Anträge nun doch nicht zugelassen werden. Heute früh hatte man sich noch einmal zusammengesetzt und das beschlossen. “Man” meint damit die Vereinsführung - die Antragssteller wissen davon bisher absolut gar nichts, und das ist schon ein Hammer. Eben noch hatte ich mit jemandem aus dem Visionsausschuss geredet darüber, ob die Mitglieder dem Antrag zur Aufnahme der erarbeiteten Präambel wohl zustimmen würden. Und jetzt gucken wir alle ziemlich baff aus der Wäsche. Also diejenigen von den gut 2500, die überhaupt merken, was hier gerade passiert. Die Präambel also wird aufgrund der Ansicht des Vereinsjuristen für formal inkorrekt erklärt, kann nicht zugelassen werden. Der Punkt “der Verein strebt lebenslange Mitgliedschaft an” sei nicht haltbar, man müsse schließlich auch wieder austreten dürfen, und so ein Punkt werde wohl vom Amtsgericht gekippt. Die Unveränderlichkeit des Vereinsnamens stünde sowieso schon in der Satzung. Diese Punkte waren vor einem Jahr, bei der letzten JHV, schon genannt worden - ein Jahr lang hatte also niemand Zeit, sich das mal anzusehen? Da bin ich echt platt, auch wenn ich mich bestätigt darin fühle, dass ich mich damals vor zwei Jahren nach ein paar Sitzungen nur aus dem Visionsausschuss verabschiedete, weil ich den Glauben daran verlor, dass “der Verein” wirklich will, dass dieser Ausschuss ein Ergebnis erzielt. Deshalb weiss ich nicht genau, was seither gelaufen ist, aber diese plötzliche Nicht-Zulassung ist ein starkes Stück.
Ebenfalls nicht zugelassen, ebenfalls wegen “formaler Inkorrektheit”, wird der Antrag, geschäftliche Verbindungen zwischen Personen innerhalb verschiedener Vereinsgremien für unvereinbar zu erklären. Hier weist Clemens Tönnies darauf hin, dass der Ehrenrat auch heute schon solche Verbindungen überprüft, und dass jedes Mitglied den Ehrenrat jederzeit auffordern könne, hier tätig zu werden, wenn man denn da einen “Verdacht” hätte, dass da etwas nicht ganz sauber liefe.
Felix Magath, der erst jetzt wieder auf der Bühne erscheint, hört interessiert zu.
Jetzt wendet man sich dem Antrag zu, dass “5 Jahre Vereinsmitgliedschaft” zur Voraussetzung für jeden Aufsichtsrat-Kandidaten gemacht werden solle. Dieser Antrag wird nicht explizit nicht zugelassen (!) aber die vorangegangene und kommende Rederei wird bei vielen sicher den Eindruck erwecken, auch dieser Antrag sei jetzt nicht mehr abstimmungsfähig. Clemens Tönnies äußert klar die Meinung(!) des Aufsichtsrates und des Vorstandes(!), dass eine solche Voraussetzung nicht förderlich wäre, und dass man sich doch auf den Wahlausschuss verlassen könne, der ja verpflichtet ist, auf Eignung zu prüfen. Ob man denn wirklich glaube, der Wahlausschuss würde einen Kandidaten “durchlassen”, der dem FC Schalke 04 nicht verbunden sei? Zur Eignung gehöre doch diese Verbundenheit! Die Satzung aber sage klar, dass “allein die Eignung” Grundlage der Entscheidung des Wahlausschusses sein dürfe - und deshalb habe dieser Antrag eventuell Folgen für andere Teile der Satzung, in diesem Fall eben auf den, der den Wahlausschuss betrifft. Und überhaupt, man sei sich nicht sicher, ob so eine Mindest-Vereinsmitgliedschaft dann nicht auch Satzungsgemäß als Laufzeit für andere Gremienmitgliedschaften, beispielsweise eben auch im Aufsichtsrat dienen müsse,…
Aus meiner Sicht wird hier eine ungeheure Nebelwand aufgebaut, da werden Dinge miteinander vermischt, die nichts miteinander zu tun haben und ich glaube, dass zu diesem Zeitpunkt nichtmal mehr die Hälfte der Mitglieder weiss, worüber denn gleich abgestimmt wird. Die Verwirrung wird noch erhöht, indem jetzt erwähnt wird, dass die zwei abgelehnten Anträge (gemeint sind da wohl die “von vornherein abgelehnten”?) sich befassten “mit der Spielstätte für die zweite Mannschaft” und “einer verpflichtenden Traditionstour für die Lizenzspieler-Mannschaft”. Dabei wird geflissentlich das Wort “Glückaufkampfbahn” vermieden, das sicherlich bei vielen Mitgliedern für Emotion und damit auch für mehr Interesse gesorgt hätte. Worum geht es bei diesen Anträgen? Soviel ich weiss, stand ersterer nie im Kreisel, und ich kann mich auch nicht erinnern, ihn sonstwo gedruckt gesehen zu haben - aber ich weiss, dass es darum ging, dass der Verein dafür sorgen möge, dass die Nachwuchsmannschaften wieder in Schalke, und zwar in der traditionsreichen Glückaufkampfbahn spielen mögen. Um Tradition zu erhalten, zu pflegen. Um die Wurzeln zu achten. Wirklich, und nicht nur auf dem Papier. Der zweite Antrag, der zur “Tour”, stand m.W. wirklich im Kreisel (?). Den Lizenzspielern sollte die Heimat und Geschichte des Vereins nahe gebracht werden. Seit Jahren schon wird mit dem Verein darüber diskutiert, und alle finden das “gut” - nur getan wird nichts. Bis heute: die Anträge werden samt und sonders in einem Nebensatz nicht zugelassen. “Satzungsgemäß hat so etwas einzig und allein der Vorstand zu entscheiden”
Es gibt Unruhe hier, Aufregung dort und meiner Einschätzung nach viel Rätselraten bei der Mehrheit, worüber manche hier denn jetzt so unruhig geworden sind.
Auftritt Dr.Paziorek.
Wie schon vor Stunden von Clemens Tönnies angekündigt, jetzt also der Ehrenrat in Aktion. Paziorek erklärt als allererstes, dass der Ehrenrat die Erklärung des Aufsichtsrates (die zu dessen Ansicht über die 5-Jahres-Voraussetzung ist wohl gemeint) in keinster Weise beeinflusst habe. Man sehe hier aber dieselben Probleme und schlage deshalb vor, dass der Vorstand eine Satzungskommission beauftrage damit, diesen Antrag zu prüfen. Rechtzeitig vor der nächsten Hauptversammlung solle die dann ihre Ergebnisse veröffentlichen um dann eine Entscheidung zu ermöglichen.
Die Unruhe erhöht sich. Verschieben um ein Jahr? So wie die “Visionsausschuss”-Geschichte, die eben, nach “so einem weiteren Jahr” abgebügelt wurde? Mit welchem Grund? Jetzt reden mehrere Parteien, und auch mir ist in Windeseile nicht mehr klar, ob diese Kommission sich nun nur mit dem “5-Jahre”-Thema auseinandersetzen soll, oder auch mit den anderen heute früh noch abgelehnten Anträgen. Aus dem Plenum kommt eine Wortmeldung, ein weiterer Antrag, nämlich der, dass über die Anträge abgestimmt werden solle. Das führt zu erkennbarer Hektik bei Dr.Paziorek: “Jetzt haben wir ein Problem”. Ganz unvorbereitet sind die Antragssteller also auch nicht erschienen, aber sie werden keine Chance bekommen. Mit irgendwelchen Juristen habe man sich abgesprochen, heisst es vom Podium, die Formulierung in der Satzung, dass die Mitgliederversammlung mit zwei-drittel Mehrheit Dinge in der Tagesordnung ändern können, gelte wohl nur für die Tagesordnungspunkte, nicht aber für einzelne Anträge. So ganz sicher wäre man sich da aber auch nicht, deswegen wäre es doch besser, jetzt abzustimmen darüber, ob man das Problem an eine zu bildende Satzungskommission abgäbe, die sich dann - natürlich unter Einbindung der Antragsteller - mit dem Thema akribisch befasse. “Unsere Satzung ist Vorbild für viele Vereine”, da solle man nicht so überstürzt Änderungen daran vornehmen. Besser prüfen lassen, meint Dr.Paziorek. Aus dem Antrag des Mitglieds, über die Anträge abstimmen zu lassen, wird so ohne weitere Anhörung eine exakt gegenteilige Abstimmung, denn man fordert auf, die Mitglieder die weißen Zettel heben zu lassen, die der Ansicht wären, man solle das “schwierige Problem” doch durch eine Satzungskommission klären lassen. Und klar: kaum jemand hier, mich eingeschlossen, hat noch den Überblick, welche Probleme genau es denn sind, oder ob es eigentlich rechtens ist, ohne Anhörung der Antragssteller morgens vor der Versammlung die Anträge zu kippen, oder ob es rechtens ist, statt der beantragten “Abstimmung der Anträge” jetzt einfach über “Verschiebung der Anträge” abstimmen zu lassen. Wie immer in solchen Fällen - wer jeden Plan verloren hat oder von dem Gerede müde wurde, der hebt jetzt den Zettel. Hauptsache Ruhe jetzt. Sicher, es werden auch welche bewusst und in voller Kenntnis der Situation so abstimmen, aber ich bezweifle sehr stark, dass es die Mehrheit ist.
Jedenfalls gehen Hunderte weißer Zettel nach oben, die große Mehrheit. Gut Hundert Gegenstimmen gibt es aber auch - und weitere Diskussionen. Matthes steht da vorne irgendwo, als Antragssteller in Person, und wehrt sich. Leider hat er kein Mikrofon, ich höre nur die Antworten von Dr.Paziorek oder Clemens Tönnies, und auch davon nur die Hälfte, denn einige unserer Nachbarn sind des Themas überdrüssig geworden und unterhalten sich derweil über “Wichtigeres”. “Lass es doch nicht auf eine Kampfabstimmung ankommen”, fleht Dr.P. beinahe, “das ist doch auch in eurem Interesse! Ihr könnt euch doch in der Kommission dann einbringen! Wenn das jetzt abgelehnt wird, dann ist es aus, so aber habt ihr ein Jahr und dann ist das gut vorbereitet!” Und dann irrt er sich ein bisschen gewaltig, ich nehme mal an, aus Versehen, als er erzählt, das mache ja keinen Unterschied, denn auf die heutigen Abstimmungen hätte der Antrag doch sowieso keinen Einfluss, in jedem Fall aber für die nächste Hauptversammlung. Eben nicht.
Clemens Tönnies verkündet also, die Mitglieder hätten abgelehnt, dass jetzt über die abgelehnten Anträge abgestimmt werde (was natürlich nur mittelbar stimmt - eigentlich ist den Mitgliedern diese Wahl so gar nicht gelassen worden. Sie stimmten für eine ausdrücklich - gegenteilig zum Antrag - beantragte Verschiebung in eine Kommission)
Ich sitze da und finde das bedenklich. Persönlich bin ich derselben Meinung wie Aufsichtsrat und Vorstand: Eine zusätzliche Voraussetzung einer (beispielsweise) fünfjährigen Vereinsmitgliedschaft für Kandidaten zur Aufsichtsratswahl halte ich für falsch, für kontraproduktiv. Das kann aber nicht bedeuten, dass ich die Mitgliederversammlung so wie hier eben geschehen von der Abstimmung darüber fernhalte. Ich nehme an, die Versammlung hätte dem Antrag zugestimmt (was mir nicht gefallen hätte, aber ich bin eben nur ein Mitglied von 80.000. Mir muss nicht alles gefallen.). Zustimmen ist sowieso immer leichter als ablehnen, erst recht wenn es um sowas wie “echter Schalker sein” und “Tradition” und so weiter geht. Mein Eindruck ist: in letzter Sekunde, heute früh, hat man sich erstmals überhaupt mit den Anträgen ernsthaft befasst und hektisch Strategien gesucht, diejenigen abzubiegen, die irgendwie “unpassend” sind. Ich finde, man hätte vor Wochen schon ernsthaft und professionell die Themen angehen und mit den Antragsstellern diskutieren müssen. Das hier hinterlässt einen ganz faden Beigeschmack.
Über das Grübeln verpasse ich die Hälfte vom nächsten Antrag. Vorgetragen von Pfarrer Dohm, es geht wohl um die Wahrung der religiösen Neutralität. Ich enthalte mich, weil ich leider nicht genug mitbekommen hab. Die Zustimmung ist aber total. Clemens Tönnies nimmt noch einmal den Punkt mit der Glückaufkampfbahn auf, und jetzt, wo der Käse gegessen ist, nennt er sie auch beim Namen. Man habe mit Felix Magath gesprochen, über die GAK und über die Tour für die Spieler. Er wirbt um Vertrauen.
Letzter Tagesordnungspunkt: “Verschiedenes” - Fragen aus dem Plenum also. Diesmal wird niemand übersehen, und wirklich aufmerksam gesucht, bevor irgendwer da unten verkündet, es gäbe keine Wortmeldung mehr. Gut so!
Martin H. macht den Anfang: Er schlägt vor, dass man nächstes Jahr zeitgleich mit der JHV den Kartenvorverkauf für Vereinsmitglieder starten solle, dann kämen noch viel mehr Mitglieder! (was wohl ein Trugschluss ist, denn die Mitglieder ohne Dauerkarten sitzen dann wohl nicht hier sondern zuhause am PC und freuen sich über “Session Error”. Oder haben inzwischen alle schon PDAs?)
Sprecher#2: (wie passend) ärgert sich über die “Session Error”, will mehr Server angeschlossen haben. Peter Peters antwortet darauf, dass es wirklich zu wenig Kapazität gab, dass es aber wohl auch unmöglich sei hier genug Kapazität zu haben, denn der Ansturm in den ersten 5-6 Stunden und der ersten Nacht sei einfach zu gewaltig. Er bietet an, man könne gerne, wenn es soweit ist, mal zu ihm kommen und dann sähe man sich an, wieviele Karten für welche Spiele nach drei Tagen noch zu haben wären. Es gäbe dann nämlich außer für FCB und BVB noch für alle Spiele Tickets.
Sprecher#3: “Wieso immer ganz in blau - wir sind nicht Chelsea!”
Peter Peters antwortet: in der Tat wird Schalke in der übernächsten (10/11?) Saison in Blau und Weiß auflaufen. adidas brauche leider so lange Vorlauf
Ruth: Wieso gibt Clemens Tönnies eine “lebenslange Zusage” an Buyo, Youri, Olli, wenn er doch von Magath längst hätte wissen müssen, dass das nichts gibt?
C.T.: “habe oft gesagt, was ich von allen Dreien halte. Wir haben mit diesen Dreien zwei wertvolle Mitarbeiter” (Kracher!) “Leider wollten sie die ihnen angebotenen Positionen nicht annehmen.”
Ruth: “Welche Position wurde Oliver Reck denn angeboten?”
C.T.: betretenes Schweigen, hilfesuchende Blicke -> Lacher und Buhrufe im Plenum. C.T: “Ach hört doch auf, wat soll dat?”
Felix Magath meldet sich zu Wort, erklärt, dass er sich ja nun leider von sechs Mitarbeitern der Lizenzspielerabteilung habe trennen müssen, und dass zweien davon das von selbst klar war. Es täte ihm auch leid. Oliver Reck sei leider so enttäuscht gewesen, man habe ihm gar kein Alternativ-Angebot mehr gemacht. Schalke müsse zukünftig nicht nur durch Zukäufe die Mannschaft verstärken sondern insbesondere auch aus dem eigenen Nachwuchs heraus, deshalb werde er die Nachwuchsarbeit intensivieren. Mike Büskens und Youri Mulder war die zweite Mannschaft angeboten worden, aber das hätten sie abgelehnt.
Ruth: “Wieso war das nicht schon lange vor Saisonende klar?” (jetzt werden die Mitglieder ungehalten, weil sie meinen, die Frage wiederhole sich - was tatsächlich stimmt. Allerdings fehlt ja auch die Antwort darauf noch.)
F.Magath: “Vor Saisonende hatte ich keine Zeit” - der Fokus habe auf dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit dem VfL Wolfsburg gelegen. Er habe dies aber zum frühestmöglichen Zeitpunkt, also direkt nach seinem Antritt auf Schalke, thematisiert.
B.Siska: “Auf den Tickets der Nordkurve steht groß: ‘Einlass nur für Fans des FC Schalke 04′” - wieso immer wieder Ärger mit den Logenbesuchern darüber, wieso dürfen da Gästefans sein?
Peter Peters: In der Tat ein Problem. Der Logenmieter sucht sich seine Gäste aus, nicht der Verein. Es sind Tageslogen, der Verein spricht mit den jeweiligen “Käufern” über die Thematik, kann aber eben nicht ausschließen, dass der Mieter Fans anderer Vereine in seine Loge einlädt. Im übrigen gäbe es das Problem doch auch in den Sitzplatzbereichen (und sogar in der Nordkurve selbst), wo Dauerkarteninhaber ihre Karten weitergeben, auch an “Fremdfans”. Aber man bemühe sich, beim Thema Logen zu Verbesserungen zu kommen.
T.Lamers: “Hab so einen Hals auf dich, Clemens Tönnies, weil du das Thema Neuer wieder aufgekocht hast! Das war durch! Das ist amateurhafter Umgang mit Medien!”
C.Tönnies: erklärt, wie es zu diesem Spruch mit der “wirschaftlichen Schmerzgrenze” kam - Reporter fragt “gibt es eine?”, was solle man da antworten, es gäbe doch immer eine. “Ihr Hals wird auch wieder dünner, machense sich mal keine Sorgen, der Manu bleibt bei uns!”
Sprecher #7: fragt nochmal nach der “Erlebnis/Traditionstour” für die Profis
F.Magath: “Tradition wird in Zukunft hochgehalten - und das werden sie erleben!”
Sprecher #7: “will ich auch hoffen. Nicht dass es wieder verschoben wird, wie seit 2006 die Visionsausschuss-Themen!”
Sprecher #8: “Felix Magath solle bitte dafür sorgen, dass sportliche Aussagen nur noch von ihm oder von einem von ihm bestellten Pressesprecher getätigt werden”
C.Tönnies: “So ist es vereinbart”
K.Schäfer: “kann man nicht mehr Aktionen für Mitglieder machen? Sowas wie 15% Mitglieder-Rabatt? Wie bei anderen Vereinen?” Im Plenum gibt es hierzu etwas Unruhe, weil die recht junge und ziemlich nervöse Fragestellerin die Worte nicht perfekt findet - meiner Ansicht nach hat sie aber erstens absolut recht mit ihrer Frage und beweist zweitens Courage. Hut ab!
C.Tönnies: (lässt sich leider anstecken von der Heiterkeit im Plenum und antwortet zwar schlagkräftig aber eben flapsig) “habe heute schonmal 30% gemacht! Werden daran arbeiten!” (Ob’s wohl ernst gemeint ist?)
Ruth: will, wie schon früher, “noch einmal auf einen unpopulären Punkt” kommen, sie vertrete da eine “Minderheitenmehrheit” (für mich das Wort des Tages. Ein echter Knüller, weil es zwar ungewollt aber irgendwie perfekt erklärt, wie das vorhin mit der Ablehnung und Verschiebung der Mitglieder-Anträge gelaufen ist). Sie fragt, ob man nicht “Nichtraucherblöcke” einführen könne in der Arena? Das führt zum stärksten Aufruhr des Tages - die Mitglieder sind langsam müde, deutlich über vier Stunden ist man schon da, und jetzt geht’s auch noch ans Nikotin! Überall hört man Witze über diese Anfrage, ernst nimmt sie kaum jemand.
Peter Peters: (kennt die Frage, nimmt sie m.E. auch ernst - schätzt aber die Lage/Stimmung im Plenum jetzt richtig ein und sagt) “habe Verständnis, aber wir sind in einem Fußballstadion. Wenn wir so eine Vorschrift machen muss sie ja auch überwacht werden. Dann müssten Leute des Stadions verwiesen werden, wenn sie trotzdem rauchen. Das würde viel Kraft und Energie kosten, das durchzusetzen, und vielleicht sollten wir die lieber auf etwas anderes richten im Moment. Das müsse er sagen, auch wenn er selbst bekennender Nichtraucher sei und sich immer mal über Jupp (den rauchenden S04-Präsidenten) neben sich aufrege.
Weitere Wortmeldungen kommen nicht. Clemens Tönnies ruft noch einmal nach oben, zu Ruth (deren Namen er nicht kennt): “Sie da oben, die Dame! Wegen der Frage mit Oliver Reck - Ich wollte nochmal sagen, dass wir uns in kleinem Kreis treffen können!” Darauf gibt es einige “Aha!” und “Uiuiui!”-Rufe und viele Lacher, die Clemens Tönnies erst überraschen, und die er nach Begreifen mit einem “Nein!” wegwischt. Er wird sich später draußen wirklich nochmal unter vier Augen erklären, und das ist ok. Jetzt drückt er seine Hoffnung aus, dass man wieder die “Schalker Familie” werde, die man einmal war. Stolz sei er darauf, dass Felix Magath den Schalke-Virus habe, der könne sich sogar vorstellen, hier seine Karriere zu beenden. Jetzt aber ginge es erstmal um gute Kondition, dann mache man auch nicht mehr “in der 88.Minute schlapp” - in diesem Sinne singe man jetzt das Vereinslied!
Und so stehen die in der Arena Verbliebenen jetzt auf und schmettern “Blau und Weiß”. Einige der abgeschmetterten Antragssteller verlassen schon enttäuscht den Innenraum, und Felix Magath wundert sich sichtlich über den Enthusiasmus, den neben ihm Peter Peters und Clemens Tönnies entwickeln, als sie bei “…dann wird der FC SCHALKE niemals untergehen!” die Arme werfen. Noch während gesungen wird, kommt hektisch jemand die Treppen herab gelaufen, spricht mit Ordnern, die wiederum Clemens Tönnies ansprechen, der heftig nickt und dann, als die Vereinshymne verklungen ist, noch schnell ins Mikro ruft: “Halt, wir haben noch was Wichtiges vergessen! Ich muss die Kandidaten fragen, ob sie die Wahl annehmen!” - tun sie, sitzen zum Glück noch in der ersten Reihe und können einfach rüberrufen - ” und dann verkünde ich natürlich noch: ab jetzt Freibier!”
Draußen auf den Fluren ist gar nicht mehr so viel los. Wir palavern noch mit dem ein oder anderen über Wien, wer wann wie hinkommt und wo ist, hauptsächlich aber über die Geschichte mit den verschobenen Anträgen. Die einen halten die Leute vom Ehrenrat, die hier so aktiv wurden, für Ehrenleute, die nix Böses wollen. Andere sind sauer. Und auch ich fahre mit einem Gefühl nach Hause, das mir nicht recht gefällt. Zumindest ist hier nicht so professionell gehandelt worden, wie man’s von einem Verein wie dem FC Schalke 04 erwarten müsste. Ein ganzes Jahr lang weiss man, dass die Hauptversammlung kommt. Für vieles gibt es sehr viel Zeit. Ich unterstelle, dass “wohl gemeint” wird. Aber “wohl gehandelt” wurde nicht. Das stellt für den Moment für mich auch die Sorge um die Finanzen in den Schatten - und da hab ich wirklich Zweifel. Von 60 Millionen auf 48 Millionen. Umsatz auf 106 Millionen, ohne ein einziges Europapokalspiel? Das halbe Jahr 2009 ist ja schon vorbei - wieviel kann da jetzt noch erreicht werden?
Im Schalke-Forum tauchen erst Stunden nach Ende der Versammlung die ersten kritischen Äußerungen über die “MinderheitenMehrheit”, die forcierte Antragsverschiebung auf. Ich bin mal gespannt, was sich daraus noch entwickelt.
So - das war’s. Falls ich irgendetwas falsch verstanden oder falsch mitgeschrieben habe, dann bitte kommentieren. Dank + GlückAuf!
matthias



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Ein toller Bericht - Du must ja gepinnt haben wie ein Weltmeister! Zu den imho unhaltbaren Vorgängen um die Satzungsänderungsanträge gibt’s übrigens sowohl im Schalker Forum als auch im westline-Forum schon Hauen und Stechen…
[... Boah, was für ein geiler, ausführlicher Bericht! Danke für Deine Mühe!!! Auch das unsägliche Szenario um die abgelehnten und weggeschwurbelten Anträge kommt prima raus.... ...]
[... Sehr, sehr guter Artikel. Vor allem weil auch wirklich alle Punkte sehr sachlich beschrieben wurden und nicht nur die "wichtigen" Fakten die man in der Presse oder auf der Homepage lesen kann. ...]
[... sehr guter uns ausführlicher Bericht! Jedem zu empfehlen, der nicht dort war aber auch denjenigen, die dort waren. Gute persönliche Schlussfolgerungen, die wohl viele teilen können!
Ein finanzieller Fakt ist mir noch aufgefallen, der fehlte : Eigenkapitalquote wurde von JS mit 20% angegeben (sank gegenüber Vorjahr um 1%).
Könnte besser sein, war aber auch schon schlechter!
Glück Auf! ...]
[... Das ist ja witzig, ich hab gar nicht Minderheitenmehrheit gesagt, das hat sich vielleicht so angehört, weil ja bei dem Thema schon das Gejaule anfing, ich hab doch Minderheitenmeinung gesagt, oder?
Passt aber auch, denn ich glaube eigentlich sind Nichtraucher schon gesellschaftlich die Mehrheit, in der Arena aber die Minderheit.
Wie merkst du dir das ganze, schreibst du zwischendurch mit? ...]
[... Nene, Du hast eindeutig Minderheitenmehrheit gesagt. Das habe ich auch so gehört und mich amüsiert
Aber ist doch auch keine Schande von Dir, in so einer Situation. Vielleicht melde ich mich bei der nächsten JHV auch mal zu Wort, dann darfst Du Dich gerne auch über meine Wortwahl lustig machen ...]
[... hervorragender Bericht! Umfassbar wie viele Details Du so aufschnappen konntest.
Eine kleine Anmerkung:
Zitat:
Sonst würde die BILD-Zeitung bald fragen “Tönnies, wat is jetzt mit die Schale?” - und dann fügt er an: “Wir werden die holen in den nächsten vier Jahren, aber bringt uns nicht um, wenn’s erst im vierten Jahr ist!” - das gibt Applaus, aber deutlich durchsetzt mit Lachern, weil viele diese Ansage doch nicht ernst nehmen.
Sie war imho auch nicht ernst gemeint. Tönnies sprach auch davon, dass "Magath ihm 'versprochen' habe" die Meisterschale zu holen. Da startete schon das Gelächter, währenddessen CT den von Dir zitierten Satz "aber bringt uns nicht um, wenn’s erst im vierten Jahr ist!" hinterherschob. Solle jetzt keine "böswillige" Korektur meinerseits sein, sondern lediglich ein Hinweis, damit der ein oder andere Schalker diesen Satz etwas anders einordnen kann, und nicht in einem halben Jahr darauf wild gestikulierend herumreitet.
Was die Anträge angeht:
Je mehr ich darüber reflektiere, desto mehr kann ich den Unmut verstehen. Für mich war es die erste JHV (und Gelegenheit vorausgesetzt sicher nicht die letzte, es hat mir gut gefallen). Mein Problem ist, dass ich deshalb die vergangenen Szenarien und Anträge nicht kenne und dies mir natürlich auch zur Beurteilung gewisser Vorgänge fehlt. So wusste ich beispielsweise nicht, dass diese Präambel, die ich persönlich für unterstützenswert halte, schon länger durch den Visionsausschuss, erfolglos geplant worden ist. Ohnehin finde ich die Informationslage darüber äußerst karg. Was den Antrag mit der fünfjährigen Mitgliedschaft angeht, so sehe ich ihn ähnlich wie Du als nicht notwendig / kontraproduktiv an. Ich hatte darüber auch schon hier im Forum in einem anderen Thread drüber diskutiert. In der Tat war ich von dem ganzen Vorgehen die Anträge betreffend, äußerst verwirrt. Irgendwie ging es bei dem ganzen Tohuwabohu für mich nur noch um den eben genannten Antrag, den ich wie gesagt für kritisch erachte. Die anderen Anträge (Präambel, GAK, etc.) sind irgendwie in meinem Bewusstsein in dem Wulst der Diskussionen untergegangen. Je mehr ich drüber nachdenke, desto weniger weiß ich, wie es eigentlich dazu gekommen ist, dass sie abgelehnt wurden. Den Vorschlag, den Antrag in einen Satzungsausschuss zu verlegen hielt ich in dem Moment für sinnvoll. Aber mir blieb auch nicht viel mehr übrig. Ich kenne mich im Satzungsrecht nicht aus, und wenn vor mir einer steht, der sagt, dass der vorliegende Antrag nicht juristisch korrekt ausgearbeitet und in dieser Fassung zu Problemen führen könnte, dann nick ich das erstmal ab, wenn im Gegenzug angeboten wird, das juristische Feintuning vorzunehmen und ihn dann bei der nächsten JHV "verbessert" vorzulegen.
Wenn ich jetzt aber höre, dass z.B. die Sache mit der Präambel ohnehin schon länger "in der Pipeline" liegt, ohne dass was brauchbares draus entsteht, kann ich das Ärgernis der Antragsteller über diese Abfuhr besser verstehen. Die alles entscheidende Frage ist in der Tat, warum diese juristischen Probleme nicht schon vorher den Antragsstellern mitgeteilt worden sind. ...]
[... Zitat:
Die alles entscheidende Frage ist in der Tat, warum diese juristischen Probleme nicht schon vorher den Antragsstellern mitgeteilt worden sind.
Weil dann unbequeme Anträge juristisch korrigiert noch mal gestellt werden könnten und die Mitglieder dann ja tatsächlich die Chance hätten darüber abzustimmen. Das ganze Verfahren der Anträge ist unter aller Sau. Antrag per Einschreiben mit Rückschein eingeschickt, außer dem Rückschein keine Rückmeldung. Da mir nicht klar war, ob ich zusätzlich Redezeit beantragen muss, beim Sekreteriat Peters auf elektonischem Wege Redezeit beantragt, keine Rückmeldung. Ich bekomme nicht in die Birne, warum man sich nicht offen mit solchen Sachen auseinandersetzt. Beispielsweise der Antrag der Wertevermittlung: Was für einen Schaden hat der Verein dabei? Warum will er es nicht? Das einzige was passieren kann ist, dass ein paar Spieler tatsächlich sagen: Jo, toller Club! und sich mehr mit dem Verein identifizieren. Statt sich selber in gutes Licht zu setzen, zu zeigen wie Mitglieder und Fannah man ist und einen Vorschlag, der einem zumindest nicht schadet aufzugreifen, wird alles dafür getan, dass Anträge welche sich auch nur Ansatzweise mit der Schalker Identifikation o.ä. befassen abzulehnen. Was zum Teufel hat der Verein davon? Warum lässt man nicht die Mitglieder entscheiden, was sie wollen und was nicht? Es war glaube ich Magath, der sinngemäß gesagt hat: Jeder der länger als 3 Jahre auf Schalke ist, hat sich so vernetzt, dass Veränderungen nur sehr schwer möglich sind. Wie Recht er damit hat!!!
Edit: By the Way: Erinnert Ihr Euch an die Satzungsänderungen, die vom Verein selber vorgeschlagen waren (letztes oder vorletztes Jahr)? Eine Hochglanzbroschüre mit den Satzungsänderungen gab es auf der JHV, die angestrebten Änderungen wurden ständig und überall publiziert und überhaupt hat man so richtig die Werbetrommel gerührt.
Ich bekomme immer mehr das Gefühl, als seien die Mitglieder in Augen mancher ein notwendiges Übel!
Ich bekomme von Tag zu Tag mehr Wut wegen Sonntag!
AAAAAAAHHHHHRRRRGGGGGGG!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ...]
[... Wenn Du Dich weiter erinnerst, waren die Mitglieder bei einer Änderung auch nicht so einverstanden und derselbe Herr P. (wie dieses Jahr) trat auf und quatschte so lange, bis es nach einer Mehrheit aussah. Gab dabei sogar sein Ehrenwort, meinte das könne man auch im Protokoll reinschreiben, daß er das sagte usw. ...]
sehr gute zusammenfassung!!
bin froh das nicht nur ich ein sehr doofes gefühl nach der jhv am sonntag hatte! die frage ist was macht man nun mit diesem doofen gefühl??
Glück Auf
Danke für die sachliche Zusammenfassung.
Ich wollte Gestern eigentlich auch einen Text zur Versammlung schreiben, der wäre aber wahrscheinlich in übelste Beleidigungen abgeglitten.
Drei Anträge (Präambel, 5-Jahre und wirtschaftl.Verflechtung) kamen von Mitgliedern, die im Visionsausschuß mitgearbeitet haben (Präambel direkt, die anderen indirekt), GAK und Tour für Profis waren uns bekannt.
Die Art und Weise, wie die Vereinsführung mit Mitgliedern umgeht, die sich wirklich Mühe gegeben haben und sich mit bestem Willen einbringen wollten, ist UNSÄGLICH !!!
Der Präambeltext liegt den Vereinsgremien seit ca. 16 Monaten vor und ist sogar von Herrn Dr. Jens Buchta (Aufsichtsratsmitglied) bei einem Gespräch mit Peter Peters, Moritz Beckers-Schwarz und 4 Mitgliedern des Visionsausschußes “abgenickt” worden. Nach diesem Gespräch wurden sogar partielle Änderungen nach den Wünschen von Peter Peters vorgenommen.
Das Thema ist noch nicht durch !!!
Ich bin immer noch stocksauer …
Finde die ZUsammenfassung auch gut.. Allerdings kann ich mich nicht entsinnen, dass die VErsammlung zu früh angefangen habe… Nach meiner Uhr war es PUNKT 11 als der Tonnies angefangen hat…
Ein klasse Bericht, präzise und sprachlich - trotz der fragwürdigen Ereignisse - erfreulich unaufgeregt.
Auch wenn ich die fraglichen Anträge inhaltlich nicht unterstützt hätte, ist ein solches Vorgehen einfach unmöglich.
Danke für Deinen umfassenden Bericht.
Übrigens habe ich nicht auf die Ehrenspielführeraktion hingewiesen, um mich zu legitimieren, sondern um die ganze Geschichte mit Huub einzuleiten und zu erklären.
Aber sonst Danke für Deine Komplimente ;-)
Hoffentlich erinnert sich der eine oder andere nächste Saison noch dran…
Zum Satzungschaos gebe ich Dir 104% recht!
Jo, Matthias,
es ist echt erst um 11 Uhr losgegangen, vorher wurde nur darum gebeten, die Plätze einzunehmen :-)
Die Sache mit den Anträgen sehe ich nicht ganz so. Die Anträge wurden wohl zwei Wochen vor der JHV eingereicht (fristgerecht). Sich da rechtlich ein komplettes Bild zu machen kann da schon etwas knapp sein. Was wäre denn, wenn einer beantragt hätte, (überspitzt), den Vorstand auf zwei Personen zu verkleinern?
Die Mitglieder konnten sich alleine durch die Verlesung der Anträge kein komplettes Bild der Folgen machen. Das Angebot von Tönnies war also schon ok.
Super Bericht,vielen Dank für deine Mühe!
Klasse Bericht! Kannst Du (oder jemand anderes) noch sagen, wie sich lt. Schnusi die 9,1 Mio Transfererlöse zusammensetzen? Larsen, Lincoln, und sonst?
Glückauf
Stefan
[...
Zitat:
Die alles entscheidende Frage ist in der Tat, warum diese juristischen Probleme nicht schon vorher den Antragsstellern mitgeteilt worden sind.
Zitat:
Weil dann unbequeme Anträge juristisch korrigiert noch mal gestellt werden könnten und die Mitglieder dann ja tatsächlich die Chance hätten darüber abzustimmen.
Ich gebe zu, dass auch ich diese Erklärung nicht mehr ausschließen kann. Eine andere wäre jedoch, dass es einfach "nur" unprofessionell abgelaufen ist. Beide Betrachtungsmöglichkeiten rechtfertigen jedoch keinesfalls ein Ruhmesblatt. Besonders bei Dir kann ich Deinen Unmut verstehen. Da setzt man sich für den Verein ein, und handelt nach bestem Wissen und Gewissen und wird dann so abgefertigt und vor vollendete Tatsachen gestellt. Meine "Empfehlung" wäre es, am Ball zu bleiben. Jedoch ist es sicherlich auch so eine Sache, an Treffen mit einem Satzungsausschuss teilzunehmen. Schließlich hat man ja auch noch andere Dinge im Leben zu tun. Zudem ist der Erfolg auch dann ungewiss...
Die Frage, die ich mir noch stelle: Welches Interesse könnte der Verein überhaupt haben so etwas, wie zum Beispiel die Präambel nicht einbinden zu wollen!? Hier hab ich eigentlich keine Antwort drauf. Denn die Punkte der Präambel waren zumindest für mich alle vollkommen in Ordnung, nahezu selbstverständlich und schränken den Betrieb des Vereins nicht ein. Abgesehen von der (wirklich dubiosen) Erklärung, dass das Vorhaben der "lebenslangen Bindung" rechtlich problematisch sein könnte, fällt mir da nur eine Sache ein.
Und das betrifft den Passus, über die Fanstrukturen:
"Der Verein bekennt sich zu den vielschichtigen Fanstrukturen"
Der Verein hat ja bekanntermaßen ein nicht absolut reines Verhältnis zu den UGE. Vielleicht wollte man deswegen einen Passus in der Präambel nicht übernehmen, der einen quasi dazu anleitet sich mit "Andersdenkenden" auseinanderzusetzen, bzw. sich dazu zu "bekennen". Dies ist aber im höchsten Maße im Reich der Spekulationen angesiedelt. Ich weiß auch nicht, ob ich das Denken soll. Ausgehend von der Vermutung, dass der Verein wirklich gewisse Dinge nicht in der Satzung aufnehmen möchte, suche ich lediglich nach Gründen, warum z.B. die Präambel nicht ins Bild der Verantwortlichen passen soll... ...]
[... im Ursprung hieß es: vielschichtigen und kritischen Fanstrukturen
Dies wurde auf Wunsch der Vereinsoberen schon geändert ... ...]
[... Eine Präambel steht feierlich vor bedeutenden Vertrags- oder Gesetzeswerken (wie zB dem Grundgesetz - unsere Satzung wäre also in guter Gesellschaft gewesen Augenzwinkern und leitet diese quasi erläuternd ein, ohne selber verbindlich zu sein. Bedeutung erlangt sie in erster Linie als Auslegungshilfe für die folgenden Bestimmungen.
Wenn Du vor dem Grundgesetz zB liest
"Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben. ..." wird daraus für Verfassungsjuristen deutlich, dass von mehreren möglichen Auslegungen einer Norm im Zweifel die Christliche/friedliche/europafreundliche Variante zu wählen ist.
Und wenn vor unserer Satzung gestanden hätte "die Basis des Vereins sind seine Mitglieder", "der Verein bekennt sich zu den vielschichtigen Fanstrukturen" oder "ehrenamtlche Tätigkeit hat einen besonderen Stellenwert" wären diese Punkte bei etwaigen künftigen Streitereien oder Interessenkonflikte besonders zu beachten gewesen. ...]
[... Das allerdings halte auch ich für problematisch. Den ein oder anderen Chaoten haben wir auch in unserer "vielschichtigen Fanstruktur". Muss der Verein sich auch dazu bekennen? Oder sollte es nicht so sein, dass man sich von diesen (wenigen) Chaoten - für die Fußball nur ein willkommener Anlass für eine zünftige Schlägerei ist - distanziert? Mag sein, dass dieser Passus der Hintergrund für die juristischen Einwände war. Wenn ja, würde ich das sogar verstehen. Aber dann hätte man das auch so rüberbringen können! ...]
[... Zitat:
im Ursprung hieß es: vielschichtigen und kritischen Fanstrukturen
Dies wurde auf Wunsch der Vereinsoberen schon geändert ...
Danke für den Hinweis! Ich persönlich kann aber verstehen, dass der Passus in dieser Form geändert wurde. Wenn es auf Schalke, mehr als bei jedem anderen Verein, etwas genug gibt, dann sind es kritische Stimmen. Für mich verständlich, dass man nicht auch noch eine "Pflicht zur Bekenntnis zur Kritik" in der Präambel haben möchte. Für mich reicht es vollkommen aus, wenn zentrale Themen, wie "der Tradition verbunden" oder "Vereinsfarben stehen nicht zur Disposition" in der Präambel vermerkt sind. ...]
[... Allet klar, danke!
Ich denke allerdings auch, dass da gestern wohl nicht der richtige Moment war, in einem quasi "Handstreich" über einen anscheinend nicht so ganz unwichtigen Teil der Schalker Satzung abzustimmen. Da isset mir persönlich auch ehrlich gesacht lieber, dass da erstmal ausgiebig geprüft wird, welche Konsequenzen eine solche Änderung nach sich ziehen würde. Ich jedenfalls - obwohl ich gestern nicht da war - wäre da auch nicht in der Lage gewesen, mal eben drüber abzustimmen (so wie wahrscheinlich 95% der Anwesenden auch nicht).
Und bevor so einem Antrag aus einer rein emotionalen Regung der Anwesenden (und nix anderes wäre es gewesen) nachgegeben wird, isset jawohl in jedem Fall sinnvoller, den Abstimmern erstmal klarzumachen, welche Folgen ihre Wahlentscheidung hätte... ...]
[... (->Auswärtssieg!) Vielen Dank das hast du wieder Super zusammen gefasst !!!
Obwohl ich bei der JHV dabei war und was den Passus mit den Satzungs - Änderungen oder Ergänzungen angeht,da habe ich zum Schluss auch nicht mehr durchgeblickt,obwohl ich vor beginn der JHV eine Info - Broschüre ( 2 Din A 4 Seiten) von der UGE erhalten habe und ich mich so wenigstens noch etas informieren konnte,aber bei dem Hin und Her konnte man echt nicht mehr durchblicken.Ich glaube da hätte nicht mal mehr ein Jurist durchgeblickt !!!!
Trotzdem werde ich auch im nächsten Jahr wieder dabei sein und den Antragstellern die Daumen drücken,dass nicht alles unter den Tisch fällt,vielleicht können sie uns im laufe des Jahres als ab und zu Infos zum stand der Dinge zukommen lassen,dann kann man evl,doch den einen oder anderen Vorschlag durchbringen !!! ...]
[... Tolle Zusammenfassung zur JHV. Zwar etwas lang, aber mit allen wichtigen Themen wie z.b. Finanzen, Anträge, usw. , lesenswert. (->Auswärtssieg!) ...]
[... (westline/wit): http://www.westline.de/fussball/schalke/index.php ...]
[... Sorry, aber gegen Matthes könnt Ihr einfach nicht anstinken :-) ...]
[... (westline/wit): Jajajaj... ;-) ...]
[... Sehr, sehr ordentlich dieser Text von Matthias Berghöfer ...]
[... Er beschreibt auch das unwürdige Theater um das Wegdrücken des zulässigen Satzungsantrags sehr ausführlich und sachlich. ...]
Tach auch,
ich als Antragsteller Präambel hab gestern durch Abwesenheit geglänzt! Gesundheit, auch in Urlaubsform, ist manchmal wichtiger.
@Jochen: Wenn Du Deine Aussage auf die “einfachen” Anträge beziehst, mag das ggfls. richtig sein. Denn manche Anträge kommen erst so kurzfristig rein. (Vorsicht: Ironie.) Und wie unser Aufsichtsrat (und auch Vorstand?) tickt, hat Matthias hier schön dokumentiert.
Allerdings alle drei Satzungsändernde Anträge waren länger als zwei Wochen bekannt. Guck noch mal in den Kreisel, Ausgabe letztes Heimspiel gegen Hoffenheim, S. 30.
@Matthias, Danke für diesen wunderbaren Bericht!
In Ergänzung: Dr. Peter Paziorek ist als gebürtiger Bueraner heute hier in Münster der amtierende Regierungspräsident. GE gehört bekanntermaßen zu seinem Bezirk. In dieser Eigenschaft könnte er mit Schalker Anträgen z.B. das Schalker Feld betreffend in Interessenskonflikten geraten, wäre er noch im Aufsichtsrat.
Mit einem sehr dickhalsigen Glückauf aus Münster
[... Hier werden die dubiosen Vorgänge um die Vertagung sehr genau beschrieben (->Auswärtssieg!) ...]
[... Gewohnt gut und lesenswert der Bericht von mberghoefer: (->Auswärtssieg!) ...]
@ToKo: bin mehrfach darauf hingewiesen worden, dass Dr.Paziorek nicht “Regierungsrat” sondern “Regierungspräsident” ist und habs geändert. Dank an alle, dies gemerkt haben (persönlich bin ich, besonders wenn ich auf Schalke bin, blind für Titel - da sinn einfach alle gleich königsblau :-)
@Günter: Dank, verstehe jetzt deine Einleitung besser.
@sonja, Jochen: Hab mein erstes Foto um 11:07 gemacht, da sass ich schon ne ganze Weile. War sicher, dass vor 11 begonnen wurde - so steht’s übrigens auch auf der S04 HP, aber da steht ja manchmal auch nicht unbedingt die volle Wahrheit ;-)
@Stefan: Jupp Schnusenberg zählte bei der Erwähnung meiner Erinnerung nach nur all die Spieler auf, die uns in 2008 verließen (Abel, Larsen, Lovenkrands, Rodriguez, Varela usw) Lincoln war doch vorher, oder?
Ein wirklich guter Bericht über die teilweise fragwürdige JHV diesen Jahres! Daumen hoch.
Kleine aber wichtige Ergänzung:
Die forderung des ersten Redners Friedhelm nach mehr Kreativität für die Kurve und Aufforderung mehr zu Erlauben seitens des Vereins bzgl. material, choreo, [..]
@Matthias,
ja Lincoln ging als Vizemeister 2007.
Glückauf
Matthias’ Uhr scheint nach zu gehen, das ist mir aber egal. Ich war nicht vor Ort, fühle mich nun aber gut informiert. Dankeschön!
Der Antrag wurde letztlich nur um 1 Jahr zur Prüfung verschoben.
Auch wenn bei einigen von Euch ein fader Beigeschmack bleibt, glaube ich nicht wirklich, daß dieser Antrag (5 Jahre Mitgliedschaft) tatsächlich abgeschmettert werden kann. Dann müsste man das von den Antragstellern noch mal juristisch prüfen lassen. Andererseits hätte man das auch noch vorher machen können, auch vom Antragssteller, oder nicht ?
Würde übrigens genauso wie MB gegen diesen Antrag stimmen, aber das hat ja mit der Angelegenheit jetzt nix zu tun !
Guter Bericht!
Danke, wenn Du die von mir vorgebrachten Inhalte positiv erwähnst.
Mir ist allerdings nicht ganz klar, welche Gruppierung Du hinter meinen Ausführungen vermutest.
Natürlich habe ich auch Dinge wiedergegeben, über die ich im privaten Schalker Umfeld seit langer Zeit diskutiere. Dabei handelt es sich aber mitnichten um eine Gruppierung oder etwas ähnliches.
Der Handlungsbedarf in Sachen Aussendarstellung und Identifikation ist / war doch offensichtlich!
uk
@ DJ Dirk:
Keiner der Anträge ist von den jeweiligen Antragstellern “mal so eben” gestellt worden. Das sind keine 14-Jährigen, die sich mal eben wichtig machen wollen, das sind Mitglieder, denen der Verein am Herzen liegt und die die Anträge vorbereitet und satzungsgemäß auf den Weg gebracht haben.
Von der Nichtzulassung haben diese Leute erst in der Versammlung erfahren. Eine nachvollziehbare Begründung wurde nicht gegeben, die Möglichkeit seinen Standpunkt der Mitgliederversammlung zu erläutern gab es auch nicht.
Ich glaube nicht, dass die “überwältigenden Mehrheiten” auch nur im Geringsten wußten, was sie beschlossen haben.
Zum Präambelantrag (nicht zugelassen): Am Dienstag sagte Rolf Rojek zu Peter Peters (der sich verspätete und deshalb von Rolf informiert wurde) auf einer Sitzung im SFCV: “Den Antrag des Visionsausschusses haben wir schon besprochen, bei dem ist ja eh alles klar, wir sind jetzt bei dem Antrag …”
(vielleicht nicht wortwörtlich, aber sehr nahe dran)
Fast alle Antragsteller waren an diesem Treffen beteiligt.
Und lass Dir bitte mal von Toko genau sagen, wann das Treffen mir Peter Peters und Jochen Buchta war, auf dem der Text mit “dem steht eigentlich nichts entgegen” kommentiert wurde.
Zur Zeit habe ich den Eindruck, hier wird tatsächlich “verschoben” :(
@Uwe Kemmer,
hörmma ey, Uwe, find ich aber nett, dass hier “der Aufsichtsrat” mitdiskutiert! Sehr guter Ansatz! Weiter so!
@awe
Weiss nicht wieso Du jetzt mir unterschwellig unterstellst, ich würde an den Antragstellern was zu bemäkeln haben. Auch das mit dem Alter und “am Herzen liegen” war überflüssig, habe nix in diese Richtung angedeutet !!!!!!!!!!!!!!!!!!
Aber dennoch meine Frage zum Antrag “5 Jahre” (nur diesen habe ich angesprochen): ist dieser Antrag im Vorfeld ordentlich geprüft worden ? Wenn ja, warum ist dazu später nichts gesagt worden oder direkt während der Ansprache/Allgemein von Paziorek (er hatte ja auch eine Zwischenfrage aus dem Publikum beantwortet und somit zugelassen) ?
Wenn der Antrag jetzt dann nochmals geprüft wird, dann sollte das ja nur im Sinne vom Ehrenrat oder Satzungskommission passieren, letzlich im Sinne des FC Schalke 04 (ich weiss was Du jetzt sagen willst).
Also wird dann eben erst in 12 Monaten bei der nächsten JHV darüber abgestimmt, ob der Antrag durchgeht bei den Mitgliedern.
Wenn dieser NICHT zugelassen werden sollte, dann wissen die Antragssteller, was zu tun ist.
Meine Einschätzung aber ist, daß wenn ernsthaft was dagegen spricht, wird Dr. P. dem Antragsteller eine Alternative vorschlagen.
Ich glaube es ist falsch, den Beteiligten hier etwas zu unterstellen, auch wenn ein gewisser Eindruck entstanden ist.
Diese Satzungskommission hat schon einmal zu einer anderen Gelegenheit viel Arbeit investiert um zu dem Entschluss zu kommen, daß ein gewisser Vorschlag aus Reihen der Vereinsführung abgelehnt wurde, es ging darum die Gremien möglichst zu verkleinern.
Nachtrag aus der Satzung:
(§ 6.4) Anfechtung von Beschlüssen
Die Unwirksamkeit oder Anfechtbarkeit von Beschlüssen der Mitgliederversammlung kann von den Mitgliedern nur unter Beachtung der Rechts- und Verfahrensordnung gem. § 5 der Satzung geltend gemacht werden.
Ein in der Versammlung anwesendes Mitglied muss noch während der Versammlung eine etwaige Rüge bez. der Wirksamkeit von Beschlüssen dem Versammlungsleiter gegenüber vorbringen. Nicht anwesende Mitglieder müssen diese Rüge innerhalb von zwei Wochen nach der Versammlung schriftlich gegenüber dem Vorstand erheben. Diese Bestimmung gilt insbesondere für formelle Mängel der Beschlussfassung.
Vorab: Danke für die ausführliche Zusammenfassung!
Die vermutete Nähe zu einer Fangruppierung (welcher?) würde mich auch interessieren.
Die Vorstellung Uwe Kemmers war ,wie beim Runden Tisch, sicherlich positiv.
Leider konnte sich der damals (Runder Tisch) sehr gut vorbereitete Maik Deinert nicht so positiv vorstellen.
Geschickt verstanden hat es Peter Lange, die kritischen Fragen des Runden Tisches in seine Vorstellung einzubauen.
Die Frage nach dem “Warum” der Erwähnung,von den betreffenden Punkten ,von Peter Lange ,wurde hier zu Recht gestellt.
Ich denke Andreas Schollmeier wird an jeder seines Amtes innehabenden Verpflichtung teilnehmen, da er z.b. mit nur einem Tag Vorlaufzeit es auch zum Runden Tisch geschafft hat.
Wie es zu einer Wahl von P.Lange und U.Kemmer kommen konnte, weiß ich bisher nicht, denn beide stehen für meiner Meinung nach für gänzlich unterschiedliche Auffassungen ihres Mandates…Aufbruch vs. Kontinuität (dies seit 9 Jahre).
P.Lange war auch der Einzige (!) am Runden Tisch, der seine weitere “Qualifikation” nicht näher erläuterte…ebenso vermied er es (bewußt?) gemachte Fehler des Aufsichtsrates zuzugeben!
Schuld hatten grundsätzlich die Anderen (Assauer,Müller, Slomka, Rutten!)
@ DJ Dirk:
Mehr als 2 Monate vor der JHV wurden die Anträge(!) eingereicht.
Mir kann keiner erzählen,dass dies nicht genügend Zeit wäre, die Anträge auf Herz und Nieren zu prüfen…wenn man es denn möchte!
Wird es nun gängige Praxis,dass zugelassene Anträge um ein Jahr verschoben werden?
Ich denke auch,dass eine Menge Leute zu perplex war, ob des Umganges mit der Situation rund um die Anträge, ansonsten hätte es sicherlich vermehrt Einwände gegeben!
“Uwe Kemmer” schrieb:
“Mir ist allerdings nicht ganz klar, welche Gruppierung Du hinter meinen Ausführungen vermutest. Natürlich habe ich auch Dinge wiedergegeben, über die ich im privaten Schalker Umfeld seit langer Zeit diskutiere. Dabei handelt es sich aber mitnichten um eine Gruppierung oder etwas ähnliches.”
vielen Dank für die Klarstellung, Uwe. Direkt im Bericht die Frage nach so einer Verbindung zu stellen fand ich den einfachsten und offensten Weg, eine Antwort zu bekommen, und das hat ja funktioniert.
Generell dazu mal: Ich wollte nicht andeuten, dass ich eine irgendwie geartete Verbindung gut oder schlecht fände, oder dass es sich um “Gruppe X” oder “Y” handeln könnte - mir kam eben vieles so sehr bekannt vor, da hat’s mich einfach interessiert.
[... falls jemand genau Info's zur JHV benötigt, hier sehr gut aufbereitet von Matthias B. (->Auswärtssieg!) ...]
@ DJ Dirk
“Weiss nicht wieso Du jetzt mir unterschwellig unterstellst, ich würde an den Antragstellern was zu bemäkeln haben. Auch das mit dem Alter und “am Herzen liegen” war überflüssig, habe nix in diese Richtung angedeutet !!!!!!!!!!!!!!!!!!”
Deine Passage …“Dann müsste man das von den Antragstellern noch mal juristisch prüfen lassen. Andererseits hätte man das auch noch vorher machen können, auch vom Antragssteller, oder nicht ?” … hat mich ein bisschen gereizt. Wir haben uns wirklich Mühe gegeben !!!
Deine Passage:“Meine Einschätzung aber ist, daß wenn ernsthaft was dagegen spricht, wird Dr. P. dem Antragsteller eine Alternative vorschlagen.” kann ich auch nicht mehr glauben.
Wir haben knapp zwei Jahre als Visionsausschuß mit offenen Karten gespielt und wurden dann - trotz Besprechung am Dienstag - vor versammelter Mannschaft kräftig abgewatscht.
Ganz im Ernst … ich wollte & will Dir nicht Böses unterstellen (ganz im Gegenteil) aber leider bin ich im Bezug auf unsere Offiziellen zur Zeit nicht wirklich gut zu sprechen.
Ich bin sowas von enttäuscht vom Verhalten von Tönnies (in der JHV) und von Moritz & Peter Peters (im Vorfeld und letztlich am Dienstag)
Bisher war ich gutgläubig im Zusammenhang mit Verantwortlichen,
das wird mir nicht mehr passieren !!!
Mag sein, dass ich ein bisschen aggressiv “rüberkam”, das sollte nicht sein,
ich schätze Deine Arbeit wirklich,
aber stinkig bin ich trotzdem (anderen gegenüber)
Glückauf
der awe.
Aus meiner “vereinsdemokratischen Sicht” würde ich mir wünschen, daß dieser Antrag zur Abstimmung kommt.
Trotzdem möchte ich nochmal ausdrücklich erwähnen, daß die “Satzungskommission” mein Vertrauen hat.
[... Jahreshauptversammlung am Sonntag .... huiiii reichlich Mecker !!!
wer´s lesen mag (->Auswärtssieg!) ...]
[... War eine sehr interessante Veranstaltung. Eine etwas längere Zusammenfassung gibt es hier (->Auswärtssieg!)
Der Aufsichtsratsvorsitzende war aus meiner Sicht ziemlich nervös, was sicher mit den angesprochenen Anträgen zu tun hatte. Es hatte sich schließlich auch eine "Opposition" eingefunden. Leider entstand tatsächlich der Eindruck, als wenn die Anträge schnell abgebügelt werden sollten, wobei mir die Einwände des Ehrenrates auch aus beruflicher Sicht durchaus plausibel rüberkamen. Ich war trotzdem für eine Abstimmung über die Anträge, die wahrscheinlich nicht die Mehrheit gefunden hätten.
Der Redner Volker hatte uns übrigens schon am Abend vorher in der Destille sein Anliegen mitteilen wollen
JHV - sollten man auf jeden Fall mal mitnehmen! ...]
Danke für den Artikel - sehr lesenswert.
Mein Kommentar dazu:
Meines Erachtens ist es nicht gewünscht, Anträge zu stellen, und von den Verantwortlichen nicht gewünscht, sich damit beschäftigen zu müssen.
Es hat sich der Eindruck bekräftigt, dass Mitglieder ihr Geld für Karten, Beiträge und Fan-Artikel ausgeben dürfen, aber nicht das Recht haben, konstruktiv und durchaus auch kompetent am Vereinsgeschehen mitzuwirken.
Der Verein versucht zwar Mitglieder zu der JHV zu “locken”, indem er mit einer Unterschriftenaktion und einem 30 % Rabatt wirbt, aber zeitgleich beschleicht den kritischen Fan das Gefühl der emotionalen Manipulation (was der Verein alles für uns tut - wie toll). Das ist kein Event, hier geht es um vereinspolitische Entscheidungen, die maßgeblich für Erfolg oder Missmanagement stehen können.
Genau als es um diesen Entscheidungen geht, herrscht inszeniertes Chaos auf der Bühne, um Verwirrung zu stiften und das ist gelungen. Diejenigen, die die Vereinsführung kritsch betrachten oder aber einfach nur Verbesserung der Integration neuer Spieler erreichen wollen, diejenigen, die die Tradtion wahren wollen und anstelle des neues Stadions die Glückauf-Kampfbahn wieder “gebührend” in Einsatz sehen wollen, werden abgebügelt, mundtot gemacht. Unabhängig davon, dass irgendein Prüfungsausschuss anberaumt werden soll, der “zeitig” die abgelehnten Anträge prüfen und auf die nächste JHV “vorbereiten” soll.
Ich fühle mich verschaukelt und ich sage euch: jetzt erst Recht bin ich noch kritischer… aufgeben gilt nicht.
[... Poste es aus dem Schalke Thread mal hierrein, Vergleichswerte sind ja immer gut
S04-Sebi hat folgendes geschrieben:
Blut-an-den Stollen hat folgendes geschrieben:
Wie die finanziell klarkommen wollen, erscheint nicht unbedingt plausibel.
Der Kicker schreibt:
".... Nach dem Rekordjahr 2007 mit 12,7 Millionen Euro Gewinn und 146,9 Millionen Euro Umsatz verzeichneten die Königsblauen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2008 nur noch einen Überschuss von 464.391 Euro.
[...]
Die Gesamt-Verbindlichkeiten nahmen nach der Aufnahme neuer Kredite von 106 auf 136,6 Millionen Euro zu.
[...]
Die Ausgaben für den Lizenzspieler-Kader sollen um etwa acht Millionen Euro auf etwa 47 Millionen reduziert werden ….”
Laut diesem sehr detaillierten Bericht über die JHV (->Auswärtssieg!) sind “Verbindlichkeiten um knapp 31 Mio auf nun 136.5 Mio gestiegen. Weil man für die Übernahme der erwähnten Infront-Rechte 6.6 Mio ausgab, für Transfers 6.4Mio, 9.3Mio für laufende Kosten brauchte (”Kontokorrent”), und 6.2Mio Forderungen von “verbundenen Unternehmen” habe - an die man aber seinerseits 6.8 Mio an Forderungen ausweise. Kommt in der Summe nicht ganz auf 31 Mio - aber meine Nachbarn hatten grad was Wichtiges zu bereden, hab leider nicht alles glasklar verstanden.”
Das sehe ich als nicht so tragisch an, zumal unsere Anteile an der Arena um 12% auf fast 78% erhöht wurden. …]
[... Das der Wert der Verbindlichkeiten gestiegen ist, ist nichts neues und nicht annähernd aktuell. Der Wert von 136,5 Mio. wurde schon auf der Jahreshauptversammlung Ende Juni vom Vorstand genannt.
Dort wurde auch erklärt wie der Anstieg zu Stande kam. Alle folgenden Zahlen sind in Bezugnahme auf (->Auswärtssieg) ...]
[... Aha, also ist der Wert sowohl neu als auch aktuell. ...]
[... Nach mehreren Monaten würde ich so etwas nicht mehr wirklich als neu bezeichnen (Das Handelsbalatt hat diese Zahlen auch schon Ende Mai, einen Monat vor der JHV genannt. Handelsblatt) und aktuell ist er deshalb nicht, weil es das abgeschlossene Geschäftsjahr betrifft, also vermutlich Zahlen von Anfang des Jahres sind.
Als ich den Link gepostet habe, hat er noch geklappt, da aber momentan die ganze Auswärtssieg Seite nicht klappt, scheint dort ein Serverproblem vorzuliegen. Nen anderen Link habe ich nicht, aber ich denke mal das die Seite bald wieder funkioniert. ...]
[... Das wäre ein weiterer Beleg dafür, dass es aktuelle Informationen sind. Neuere wird's ja vermutlich erst dann geben, wenn das aktuelle Geschäftsjahr irgendwann mal abgeschlossen ist, also vermutlich erst in fast 1 Jahr, denn ich nehme mal an, dass auch bei Schalke die Geschäftsjahre immer Mitte des Jahres beginnen/enden. ...]
[... Aktuellere Daten die öffentlich verfügbar sind wird es wohl nicht geben, aber ich bin mir nicht sicher das bei Schalke das Geschäftsjahr im Mitte des Jahres beginnt. Ich meine was davon im Kopf zu haben, dass der Erlös von dem Verkauf von Ernst nicht in den auf der JHV präsentierten Zahlen enthalten war und Ernst hat in der Winterpause, Anfang des Jahres, gewechselt. Das würde zumindest dafür sprechen das bei Schalke das Geschäftsjahr ganz gewöhnlich von Jahresanfang bis Jahresende geht.
Edit: Der Link zur Auswärtssieg geht wieder...]
[... Also sind das die aktuellsten uns zur Verfügung stehenden Daten, also sind sie aktuell ...und neu, weil sie zuvor hier im FF noch nicht genannt wurden, was auch nicht verwundert, da sie erst vor ein paar Wochen veröffentlicht wurden.
Und ich halte insbesondere das mit der Neukreditaufnahme von 30,5 Mio. Euro für sehr kritisch, denn - man muss sich das mal vorstellen - das heißt, dass der FC Schalke trotz Gazprom, trotz Zuschauereinnahmen, trotz TV-Geldern, trotz Anleihe, trotz sonstiger Einnahmen nicht mal vergleichsweise kleine Aktivitäten am Transfermarkt sowie ein paar andere vergleichsweise kleine Posten im einstelligen Millionenbereich mit vorhandenem "Cash" bezahlen konnte, sondern nur mit Neuverschuldung....]