Fricke, Heile: Dieter Burdenski - 18 Jahre lang die Nummer 1
Geschrieben von: mberghoefer in Bücher, Filme, usw (483 views)
Eine Hommage an den Torwart, der in der Schalker Jugend groß wurde, an Norbert Nigbur nicht vorbei kam und nach dem auch von ihm maßgeblich aufgedeckten Bundesligaskandal über Bielefeld zum SV Werder Bremen wechselte, wo er selbst mit 51 Lenzen noch einmal in der Reserve im Tor stand - das ahnte 1986, als dieses Buch erschien, allerdings noch niemand.
Geschrieben wurde dieses Buch wohl anlässlich der letzten Vertragsverlängerung bei Werder, als Burdenski sich entschloss, dem Werben Rudi Assauers um eine Rückkehr nach Gelsenkirchen nicht nachzukommen und nochmal zwei Jahre in Bremen dran zu hängen. Zwei Reporter, von “Weserkurier” und “Bild”, beschreiben die Karriere, lassen natürlich den Torwart zu Wort kommen und auch Weggefährten wie Franz Beckenbauer oder Sepp Piontek (der Burdenskis erster Trainer bei Werder war) und ein ausführliches Interview mit dem berühmten Vater Herbert Burdenski findet man auch.
Die einzelnen Kapitel befassen sich mit besonderen Stationen in der Laufbahn, der Ausbildung auf Schalke, der Unmöglichkeit, sich mit Norbert Nigbur zu messen, der auch in der Nationalmannschaft lange “im Weg” war, der Abschied von S04, Transferwirren mit Angeboten von Ajax und den Bayern und mit Streitigkeiten, weil Burdenski auch mehrere Verträge bei unterschiedlichen Vereinen unterschrieb, wenn der nächste nur mehr bot. Man findet Erinnerungen an Länderspiele, Anekdoten über “entführte Mannschaftsbusse” und DFB-Fitnesstests nach durchzechten Nächten. Einzeln vorgestellt werden die Torleute, die bei Werder hinter Burdenski auf ihre Chance warteten - zur Drucklegung dieses Buches war das ein gewisser Oli Reck. Selbstverständlich nehmen Erlebnisse mit Werder Bremen einen großen Teil des Buches ein und man erfährt auch etwas über die bereits zu Profizeiten gegründete Fußballschule von Burdenski.
Immer wieder ist auch der Bundesligaskandal ein Thema. Dieter Burdenski stand beim verschobenen Spiel der Schalker im Tor, wusste von nichts, kassierte aber nachher trotzdem, und gab dies als erster Schalker auch zu. Im Buch beklagt der Protagonist ebenso wie immer wieder auch die Autoren, dass er für seine “Ehrlichkeit” in Gelsenkirchen sehr angegangen worden sei von Fans und dass man ihm das bis heute nachtrage. Dass das auch im Jahr 2010 noch bei Manchen so ist, das hab ich selbst erlebt, als wir Dieter Burdenski im spanischen Trainingslager des FC Schalke trafen, das von ihm und seiner heutigen Eventagentur organisiert worden war.
140 abwechslungsreiche Seiten hat das Buch, das lebendig erzählt ist, einige schöne Anekdoten bietet, am Ende eine nicht sonderlich nützliche Aufstellung der Kader und Tabellenplatzierungen von Werder Bremen enthält, aber besonders besticht durch die vielen wirklich sehr guten Fotos, von denen ich hier einige wenige mal wiedergeben will.

FC Schalke 04 A-Jugend 1968 mit Dieter Burdenski. Ganz links Trainer Berni Klodt

Dieter und Herbert Burdenski auf dem Weg zum Training an der Glückaufkampfbahn

mit 18 bei der Westfalenauswahl: Dieter Burdenski (rechts) und sein Mitspieler Günter Thon, der Vater von Olaf Thon

1972 - im Tor von Arminia Bielefeld gegen Gerd Müller und den FCB

im selben Jahr: Armdrücken von Vater und Sohn vor dem Spiel Arminia (mit Keeper Dieter) - BVB (mit Trainer Herbert) 2:0

Rivalen erst beim S04, dann beim DFB: Burdenski und Nigbur beim DFB-Lehrgang vor dem Länderspiel gegen Österreich
Insgesamt ist “Dieter Burdenski - 18 Jahre lang die Nummer 1″ ein lesenswertes, ganz nettes, freundliches Buch über eine Karriere im Fußball, die am Rasenrand auch heute noch anhält.
(mberghoefer, Februar 2010)
Daten zum Buch:
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Titel: Dieter Burdenski - 18 Jahre lang die Nummer 1
Autor: Heinz Fricke / Karl-Heinz Heile Preis: -vergriffen-, sicher unter 20€ zu finden, manchmal auch deutlich unter 10€ ISBN: - Erscheinungsdatum: Ende 1986 Umfang: 120 Seiten Abbildungen: viele richtig gute s/w-Fotos Einband: großformatiger Pappband |




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